Crowdfunding & der Nerv der Zeit

Mit 1. September und dem Inkrafttreten des neuen Crowdfunding-Gesetzes kam in eine langsam erstarkende Szene noch einmal zusätzlicher Schwung.

Fast schon täglich werden neue Crowdinvesting- und Crowdfunding-Kampagnen ins Leben gerufen. Beide Begriffe werden gerne synonym verwendet, unterscheiden sich aber in der Praxis in einigen Punkten grundlegend: Beim Crowdinvestment erhalten die Nutzer für die erbrachte Summe Anteile. Sie profitieren somit von den Gewinnen etwa eines Start-ups und verdienen mit, sollte es zu einem Exit kommen. Beim Crowdfunding erhalten die Investoren keine Anteile oder „nur“ ein Exemplar des gefundeten Produktes. Hier ist Altruismus Motivator Nummer 1 – es geht auch meist um deutlich kleinere Summen zur Unterstützung von Ideen.

Seit dem allerersten Jahr, an dem Crowdinvesting in Österreich ernsthaft betrieben worden ist – 2013 wurden 613.000 Euro eingesammelt – stieg das Crowd-Kapital jährlich an. 2014 wurden 2,4 Millionen Euro, 2015 laut WKO deutlich mehr als fünf Millionen Euro eingesammelt. Auf internationalen Crowdfunding-Plattformen wie zum Beispiel Kickstarter wurden 2014 weltweit 22.252 Projekte finanziert – wodurch gute Produktideen auf die Sprünge geholfen werden konnte. Die erfolgreichste Kickstarter-Kampagne weltweit war bisher jene von Pebble, Hersteller von u.a. Smartwatches. Ein Trend, der sich laut Experten weiterhin positiv entwickeln wird.

Ein aktuelles Beispiel für Crowdfunding in Österreich ist das Produkt “SunnyBAG SmartBattery” – eine Power Bank, die die Energieversorgung sichtbar macht. Das Aufladen des Akkupacks ist entweder über ein USB-Kabel oder ein Solarsystem möglich. Aber nicht nur das: Eine Bluetooth-Schnittstelle ermöglicht die Verbindung zur SunnyBAG App für iOS und Android, über die man als Nutzer die persönliche Energiegewinnung durch Sonnenenergie darstellen (und somit auch z.B. via Facebook teilen) kann.

Zusätzliche Funktionen sind einerseits eine Sicherheitsfunktion – das Smartphone meldet sich, wenn SunnyBAG irgendwo liegen gelassen wurde – und andererseits eine Selfie-Funktion, die auf bis zu 30 Metern Entfernung funktioniert. Spaß ist, so der SunnyBAG Gründer und Geschäftsführer Stefan Ponsold aus Graz sinngemäß, aber nur ein Aspekt. Durch die Nutzung des Produkts verändere sich à la longue auch das Energienutzungsverhalten der Kunden. Diese werden bewusster im Umgang mit der kostbaren Ressource.

Eine Idee, die viele begeisterte. Am 9. Dezember startete die Crowdfunding-Kampagne für das innovative Energiepaket. Keine 24 Stunden später war das Finanzierungsziel auch schon erreicht. Aktuell investierte die Crowd eine Summe von über 12.000 Euro.

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Chief Editorial Team

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