Eine eigene Mehlwurm-Farm für zu Hause

Verantwortliches Handeln im Angesicht einer sich zuspitzenden globalen Lebensmittelkrise steht im Zentrum des Start-ups von Katharina Unger und Julia Kaisinger, die leidenschaftlich gerne Insekten verspeisen.

Mit ihrem Projekt „Livinfarms“ wollen sie aufgeschlossenen Gourmets das ideale Tool in die Hände geben, um von ihrer Küche aus eine kleine Nahrungsmittel-Revolution zu starten. „Wir brauchen unbedingt neue Lösungen, wie wir zu Proteinen und Nährstoffen kommen. Die Bevölkerung wächst, und aktuell geht ein Drittel der weltweiten Ackerfläche verloren, nur um die Ernte an Tiere zu verfüttern“, er- klärt Unger. Die beiden Produktdesignerinnen schwören dabei nicht nur selbst auf kleine, fleischige Insekten. Sie haben unter dem Namen „Livin-Studio“ einen Mehlwurm-Hive entwickelt, der eine eigene Zucht zu Hause einfach möglich macht. „80 Prozent der Menschen auf der Welt essen bereits Insekten in irgendeiner Art und Weise. Auch in Europa verspeisen wir unbemerkt 500 Gramm Insekten pro Jahr in alltäglichen Nahrungsmitteln wie Suppe, Schokolade, Fruchtsaft usw.“, erklärt Unger.

Auch die Nährwertbilanz der kleinen Würmer – ihr Aminosäurenprofil ist dem von Tofu sehr ähnlich und ihr hoher Potassium-Gehalt beugt Schlaganfällen vor – überzeugt. Mit der ersten Kickstarter-Crowdfunding-Kampagne konnte die innovative Wurm-Farm Anfang des Jahres rund 129.000 € einsammeln. „Wir wissen jetzt genau, wie viele Leute den Hive tatsächlich kaufen, zu welchem Preis sie kaufen und wer unsere Kunden sind. Es wenden sich zum Beispiel ganz viele junge Väter und Familien an uns, die ihrem Kind beibringen wollen, wie man nachhaltig Nahrung produziert“, erzählt die junge Unternehmerin, die aktuell in Hongkong fieberhaft an der Serienproduktion der stylishen Mehlwurm-Zuchtstationen arbeitet. Zugegeben, der Geschmack von gerösteten Mehlwürmern ist nicht gerade hitverdächtig, aber ausbaufähig „Mehlwürmer essen gerne Reste von Äpfeln, Karotten oder Getreide wie Haferflocken und nehmen den Geschmack an“, erklärt Katharina Unger.

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