Ein aufschlussreiches Bild über die heimische Gründerszene

Zum ersten Mal gibt es die ausführliche Befragung des „European Start-up Monitors“ auch für Österreich. Sie liefert ein aufschlussreiches Bild über die heimische Gründerszene.

Die befragten und evaluierten Start-ups dürfen nicht älter als zehn Jahre sein, müssen innovative oder völlig neuartige Business-Modelle oder Technologien mitbringen, sowie auf ein schnelles, signifikantes Wachstum der Einnahmen und auch der Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter abzielen. So die Kriterien der, vom „Gründungszentrum der Wirtschaftsuniversität Wien” in Kooperation mit dem „Bundesverband Deutscher Start-ups”, durchgeführten Umfrage.

Wenig überraschend geht Wien dabei als Hochburg der innovativen Neugründungen in Österreich hervor. Beinahe zwei Drittel der Start-ups (63 Prozent) sitzen in der Hauptstadt. Die restlichen 37 Prozent sind gleichmäßig über alle Bundesländer verteilt. Der durchschnittliche Gründer ist männlich, 32 Jahre alt, Österreicher und startet sein Unternehmen meist mit einem Team aus zwei bis drei Personen. Nur rund 15 Prozent Frauen haben gegründet, ein Fünftel (19 Prozent) aller Gründer kommt nicht aus Österreich. Davon sind wiederum 74 Prozent EU-Bürger. Ein österreichisches Start-up ist durchschnittlich zwei Jahre alt und hat in dieser Zeit mehr als sieben neue Arbeitsplätze geschaffen.

Fast die Hälfte der befragten Start-ups (44 Prozent) zählen sich zu den Digital Industries, 20 Prozent sind im Bereich Life Science tätig. Der Großteil der befragten Unternehmen (68 Prozent) kategorisieren ihr Geschäft als B2B (business to business). 48,2 Prozent beschreiben ihr Produkt als Neuheit am globalen Markt und 33 Prozent der Start-ups verkaufen ihre Produkte oder Services bereits weltweit. 44 Prozent sind am europäischen Markt unterwegs.

Die finanzielle Situation der Start-ups zeigt, dass rund 90 Prozent der Gründer eigenes Geld in Ihr Jungunternehmen steckten. Staatliche Förderungen sind die zweitwichtigste Finanzierungsform, von der rund die Hälfte der Unternehmen profitieren. Familie und Freunde sind mit 25 Prozent ex aequo mit Eigenfinanzierung an dritter Stelle. Business Angels (24 Prozent), Bankkredite (11 Prozent) Venture Capital (10 Prozent) und Crowdfunding (keine Angabe) folgen danach.

88 Prozent der Start-ups, die bereits ein voll-besteuertes Geschäftsjahr hinter sich haben, generierten auch Umsätze. Bei den meisten von ihnen blieb der Jahresumsatz unter 250.000€, knapp zehn Prozent konnten schon bis zu 500.000 € einnehmen, 12 Prozent bis zu eine Million € und 7 Prozent sogar bis zu zwei Millionen €.

Laut der Studie sind die österreichischen Start-up-Gründer im internationalen Vergleich jung. Doch ihre Unternehmen weisen viel Potenzial auf, generieren neue Jobs und kurbeln die Wirtschaft an.

Mehr Informationen unter: http://europeanstartupmonitor.com

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