Donauturmbesitzer Guntram Fessler im Wordrap

Guntram Fessler hat in den letzten 30 Jahren das größte Souvenir-Imperium Europas aufgebaut.

Zuletzt hat er, wie FORBES Austria exklusiv berichtet hat, gemeinsam mit befreundeten Investoren den Donauturm gekauft.

Der Unternehmer, der über die Smile Group bis nach Afrika investiert ist, gibt in unserem Wordrap sehr persönliche Einblicke in sein Leben: über seine ersten zarten Versuche als Unternehmer, seine kulinarischen Präferenzen, warum er lieber mit einer Vespa statt mit dem Porsche fährt und weshalb er seinen Kindern zu einem Studium raten würde. In unserer JUNI-Ausgabe können Sie übrigens das ganze Interview lesen.

GUNTRAM FESSLER ÜBER …

… SEINEN TRAUMBERUF
Schon als kleines Kind wollte ich Unternehmer werden. Ich bin als Achtjähriger mit dem Leiterwagen meiner Großmutter losgezogen und habe abgerissene Häuser gesucht. Dort habe ich Metall eingesammelt und bin damit zur Glockengießerei gefahren, wo ich für das Metall Geld bezahlt bekam. Außerdem interessiert mich Wirtschaftswissenschaft wahnsinnig. Wirtschaftsprofessor – mit einer dicken Brille vom vielen Bücherlesen – wäre ich auch gerne geworden.

… DIE BEDEUTUNG VON GELD
Geld ist wichtig, um neue Projekte angehen zu können. Auf Statussymbole lege ich keinen Wert. Mein Porsche, der im Hof steht, ist schon sehr alt. Viel lieber fahre ich mit meiner knallroten Vespa durch Wien. Nur mein Sohn Laurens liebt es, im offenen Auto mit mir durch Wien zu düsen.

… SEINE BESTE INVESTITION
Als Student habe ich mein Erspartes in BMW-Aktien investiert. Ich konnte damals einen Gewinn von 1.000 Euro – sehr viel für mich – lukrieren. Mit diesem Geld bin ich dann nach Amerika gegangen und habe Englisch gelernt. Von dort bin ich mit dem Bus nach Südamerika gefahren, um Spanisch zu lernen. Dadurch ist meine Unternehmertätigkeit erst ins Rollen gekommen. Das war meine beste Investition, denn Investitionen in die Bildung sind grundsätzlich die sinnvollsten.

… SEINE LIEBLINGSSTADT
Ich bin ja in meinem Beruf begünstigt, weil ich dienstlich dort bin, wo andere Urlaub machen: in Barcelona, Berlin, Prag, Lissabon. Es fällt mir sehr schwer, eine Lieblingsstadt zu benennen, aber Barcelona und Berlin zählen neben Wien sicher zu meinen Lieblingsdestinationen.

… SEINE VORBILDER
Ich halte nichts von Götzenbildern, ich gehe deshalb auch auf keine Rockkonzerte, weil mir dieser Starkult unheimlich ist. Aber meine Freunde sind für mich Vorbilder. Und meine großen moralischen Instanzen waren mein Vater und mein verstorbener Freund Gocki.

… DEN ORT, WO ER SEINEN BUSINESS-LUNCH AM LIEBSTEN EINNIMMT
Bei meiner Familie zu Hause. Das ist mir heilig. Bei mir gibt es nur Business-Dinner, und die verbringe ich meistens in der Albertina Passage. Ich veranstalte dort auch alle drei Monate einen Stammtisch für 50 bis 100 Freunde.

… DAS, WAS AUF SEINEM SCHREIBTISCH STEHT
Eine Fotogalerie meiner Kinder und meiner Frau. Am liebsten ist es mir aber, wenn meine Kinder persönlich auf meinem Schreibtisch sitzen und dort ihre Hausaufgaben schreiben.

… BESONDERHEITEN IM ÖSTERREICHISCHEN GESCHÄFTSLEBEN
Die österreichische Mentalität verbindet nördliche Präzision mit südlicher Flexibilität. Das ist weltweit einzigartig.

… DIE BEDEUTUNG DES STUDIUMS
Rückblickend war das Studium nicht unbedingt wichtig für den Job, aber für die Persönlichkeitsbildung. Meine Studienzeit hat mich über den Tellerrand hinausschauen lassen und
das kann einem niemand mehr nehmen. Schon allein aus dem Grund würde ich es meinen Kindern empfehlen, einmal zu studieren.

… SEINE WIRTSCHAFTS- PROGNOSE FÜR EUROPA
Ich bin optimistisch hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung Europas. Aber ich bin überzeugt, dass die Bürger sich damit abfinden müssen, dass die Zeiten vorbei sind, in denen der Staat für alle alles regelt. Es ist höchst an der Zeit, dass sich die Menschen auf die eigenen Beine stellen.

… SEINE VORSTELLUNG VON RUHESTAND
Als Unternehmer geht man nicht in Pension. Ich werde immer interessante Projekte mit Freunden unterstützen und auch im Alter Spaß am Unternehmertum haben.

… VERMÖGENSSTEUERN
Soziale Gerechtigkeit ist mir sehr wichtig. Es bedarf aber großer Reformen, denn eine funktionierende Wirtschaft ist die Basis dafür.

Text: Anna Heindl
Fotos: Rita Newman

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