Kleinod: Eine Goldgrube auf nur 49 Quadratmetern

Kleinod ist eine alte deutsche Bezeichnung für ein sehr wertvolles Schmuckstück. Kleinod ist auch der Name der neuesten In-Bar im..

Kleinod ist eine alte deutsche Bezeichnung für ein sehr wertvolles Schmuckstück. Kleinod ist auch der Name der neuesten In-Bar im ersten Bezirk in Wien – eine Goldgrube auf nur 49 Quadratmetern, wo einem schon mal Staatssekretäre, Politiker, Sportler oder Dagmar Koller zuprosten.

Seit David Schober, Alexander „Xandi“ Batik, Oliver Horvath und Philipp Scheiber vor einem halben Jahr eröffnet haben, ist die Bar an jedem Abend gut gefüllt – mit durstigen Gästen. „Wären wir gläubigere Menschen, würden wir in einer Ecke der Bar Kerzen anzünden. Aber im Ernst: Wir wissen bis heute nicht, warum es so gut funktioniert, und sind nur dankbar, dass es so ist“, sagt Oliver Horvath. Rund 30 Liter Gin und ebenso viel Wodka fließen hier pro Woche die Kehlen der Gäste hinab. Selbstverständlich in Form der feinsten Cocktails und Eigenkreationen. „30 Liter klingt jetzt nicht so viel, ist aber für eine Bar dieser Größe schon beachtlich. Dass Wodka bei uns ebenso gerne getrunken wird, ist eigentlich ungewöhnlich“, erzählt David Schober. Vor allem der scharfwürzige Moscow Mule scheint heiß begehrt zu sein, genau wie der glänzende Kupferbecher, in dem er kredenzt wird. „Ich habe 400 dieser Becher bestellt und aktuell noch 40 im Lager – ein Stück kostet zehn Euro“, erzählt Schober und schmunzelt. David Schober und sein WG-Kollege Alexander Batik lieferten den initialen Anstoß zur Gründung der eigenen Bar. „Nachdem ich die vorherige Zusammenarbeit mit dem Chaya Fuera beendet hatte, wollte ich eigentlich länger Urlaub machen. Eine lange Nacht in Robertos Bar hat mich dann aber doch dazu inspiriert, einfach ein neues, eigenes Projekt anzugehen“, erzählt Schober, während er die Zigarettenpackerln für den Automaten mit Kleinod-Pickerln beklebt. „Das ist eine meditative Arbeit“, sagt er.

kleinod_team

Auch die schmucke Location hat eine besondere Geschichte. Das denkmalgeschützte Deutschordensgebäude in der Singerstraße feierte 2015 seinen 850. Geburtstag, und schon in den 80er-Jahren beherbergten die Räumlichkeiten mit der „Galerie“ eine legendäre Bar. „Viele unserer Gäste der Generation 50 plus kennen die Bar noch von damals. Da scheint es in den 80ern richtig abgegangen zu sein“, erzählt Horvath. Mehr als 400.000 € haben die vier Barprofis in ihr Kleinod investiert. „Wir haben zehn Monate gebraucht, um mit der Vormieterin eine vernünftige Ablöse zu verhandeln“, erklärt Schober. Dank aufwendigem Umbau ist heute allein schon die stilvolle Einrichtung – eine Mischung aus dunklen Vollholzvertäfelungen, Messingelementen und Materialien wie Marmor und Leder, die industriellen Chic und Altwiener Charme versprüht – einen Besuch wert. Und weil sich Gutes schnell herumspricht, hat die Mundpropaganda Publikum aller Altersgruppen ins Kleinod gebracht.

„Für die richtige Mischung braucht es immer ein paar Frauen mehr als Männer. Würstchenpartys gibt es hier kaum“, scherzt David Schober. Und auch die Getränkekarte soll eher die weiblichen Gäste ansprechen. „Wir folgen nicht dem internationalen Trend in Richtung hart und klar, sondern sind bewusst auf der fruchtig-süßen Seite geblieben. Wichtig ist uns, dass es den Mädels bei uns schmeckt“, erklärt Xandi Batik, der generell alles mixt, was sich der Gast wünscht. So gilt das Erfolgsrezept des Kleinod wohl auch für gute Cocktails: Die Mischung macht’s. Und wie macht man hier am besten eine Frau oder einen Mann auf sich aufmerksam? „Eine Einladung auf einen Espresso-Martini-Shot hat noch niemand ausgeschlagen, und meistens bleibt es dann nicht nur bei einem“, sagt Philipp Scheiber grinsend. Übrigens sind drei der Kleinod-Gründer selbst noch Single.

Fotos: DAVID VISNJIC

Up to Date

Mit dem FORBES-Newsletter bekommen Sie regelmäßig die spannendsten Artikel sowie Eventankündigungen direkt in Ihr E-Mail-Postfach geliefert.