Martin Ho im Interview: Ich habe sehr oft vom jugendlichen Leichtsinn profitiert

In den vergangenen Jahren hat sich Martin Ho mit der Dots-Gruppe ein Imperium aus Restaurants, Cafés und Clubs geschaffen, das zehn Millionen Euro Umsatz macht.

Forbes Austria hat den smarten Szene-Gastronomen und Kunstsammler interviewt, dem mittlerweile auch die Pratersauna gehört.

Bei der Gründung des ersten „Dots“ waren Sie 18 Jahre alt. Wie kommt man so jung darauf, ein Szenelokal zu eröffnen?
Damals stand ich vor der Wahl, entweder zu studieren oder mich selbst zu verwirklichen. Ich entschied mich dafür, ein Lokal zu eröffnen, in dem ich mich selbst als Gast wohlfühlen würde. Am Anfang war ich Koch, Barkeeper und Kellner, habe das Lokal morgens aufgesperrt und abends zugesperrt – also alle Etappen durchgemacht.

War Ihr junges Alter jemals ein Thema?
Ich habe sehr oft vom jugendlichen Leichtsinn profitiert. Das war wie ein smarter Bonus, weil mein Alter auf allen Ebenen mit Humor genommen und das Projekt mit einem Augenzwinkern durchgewunken wurde.

Woher kam das Geld?

Das Startkapital habe ich von meinen Eltern bekommen und es als Sicherheit für die Bank verwendet. Nach einem Jahr konnte ich meinen Eltern alles zurückzahlen.

Sie sind leidenschaftlicher Kunstsammler und führen eine Galerie. Wie entscheiden Sie, welches Kunstwerk Ihrer Aufmerksamkeit und Investition würdig ist?

Mit 20 Jahren habe ich mit dem Kunstsammeln angefangen und die Ho Gallery gegründet; erstens, um meine eigene Kunstsammlung zu finanzieren, und zweitens, um den Leuten neben der Kulinarik zu zeigen, was Martin Ho gefällt. Es macht mir irrsinnig viel Spaß, Ausstellungen zu machen, die nur mir gefallen – das merke ich dann an den Verkaufszahlen. Ich selbst kaufe in erster Linie nach meiner eigenen kuratorischen Perspektive. Es gefällt mir, Künstler zu entwickeln und in guten Sammlungen zu platzieren.

Hat Sie der Erfolg verändert?

Ich bin souveräner geworden, habe gelernt, was für mich bedeutsam ist, wem ich zuhöre und wie lange. Dabei habe ich nie meine Wurzeln verloren, treffe nach wie vor die gleichen Freunde und mir machen dieselben Dinge Spaß. Natürlich habe ich jetzt mehr Erfahrung und bestimmt auch mehr Mut. Ich werde dieses Jahr 30 und kann sehr gelassen in den Alltag hineingehen und neue Projekte starten, weil ich mittlerweile für fast alles die passende Lösung kenne, oder die richtige Telefonnummer…

Wer hat Sie in dieser Zeit am meisten unterstützt?
Immer meine Eltern! Und mein Beraterteam, das mich seit der ersten Stunde unterstützt. Ich habe immer noch den gleichen Steuerberater, Arzt, PR-Sprecher und denselben Anwalt. Meine engsten sechs Leute, die vom ersten Tag an unternehmerisch für mich tätig sind, kennen mein Wachstum vom Aufsperren bis zum heutigen Interview.

Was bringt die Zukunft?

Unser Fokus in den nächsten Jahren wird sein, dass wir uns intern festigen und das Fundament stärken. Ein Innenstadtlokal kommt noch und die Hotellerie interessiert mich. Zudem siedeln wir in den ersten Stock der Pratersauna und machen dort eine 600 m2 große Zentrale für alle meine Sparten. Überhaupt ist die Pratersauna ein spannendes Projekt. Der Technoclub bleibt, wie er ist, aber es entsteht ein 1.250 m2 großer Beachclub mit 88 Liegen auf 370 Tonnen Sand, einem großen Pool, einer Skate-Rampe und einem Crossfit-Trainingsbereich – eben alles für einen Tag am Pool.

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