Mein Musk Erlebnis

Elon Musk kommt nach Europa – und lädt zur Eröffnung der zweiten Produktionsstätte von Tesla ins niederländische Tilburg ein.

Wir sind das einzige österreichische Medium, das zugelassen wurde.

Unsere Maschine von Wien nach Amsterdam setzt zur Landung an. Ein Tesla Taxi steht für uns bereit. Dort stellt sich dann heraus, dass noch mindestens zwei Stunden Fahrtzeit vor uns liegen – die lassen sich in einem Tesla aber recht gut aushalten. Die Niederlande werden – neben dem Europa-Headquarter – mit der zweiten Produktionsstätte in Tilburg zum Epizentrum der europäischen Fertigung des kalifornischen E-Auto Start-ups. Nur noch einmal schlafen, dann ist es soweit. Die Nacht ist, ob des gegenüber des Hotels angesiedelten Nachtclubs und der damit einhergehenden Bass-Entwicklung recht kurz, das schmälert aber die Vorfreude auf das Event keineswegs.

Der nächste Tag: Wir betreten die Produktionshallen. Jedes kleinste Detail ist in einheitlichem Design – rot-weiß – gestaltet und gebrandet mit dem Tesla Logo – eine Hommage an den Erfinder Tesla, die sich überall hindurch zieht. Ohne Einladung kommt man hier gar nicht rein, Elon Musk und Tesla sind extrem begehrt – das ist keine subjektive Empfindung, sondern wird viel mehr durch den medialen Andrang hier bestätigt – rund 40 andere Journalisten der reichweitenstärksten Medien Europas wollen auch ein Stück vom Musk-Kuchen.

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Dann betritt Musk dem Raum. Der in den 70er Jahren geborene Südafrikaner, lässt immer wieder durch extrem visionäre Aktionen aufhorchen: nicht nur, dass einmal alles mit Elektro fahren wird, auch die Bestrebungen in der Raumfahrt, im Energiesektor oder sein Wunsch „auf dem Mars“ zu sterben. Ein Blitzlichtgewitter bricht aus, jeder will etwas von diesem Visionär haben, auch wir bekommen Gelegenheit ihm unsere Fragen zu stellen. Viele Journalisten kommen gar nicht zu Wort, das Mikrofon ist heiß begehrt, man muss um seinen Slot kämpfen.

Der Ausnahme-Unternehmer entschuldigte sich gleich zu Beginn: Er habe einen Jetlag. Er beteuert aber, sich darauf zu freuen unsere Fragen zu beantworten. Das tut er auch, in aller Ausführlichkeit. Er wirkt bodenständig, authentisch, recht offen. Meistens zumindest. Manchen Dingen weicht er dann doch ein wenig aus, wie der Frage, ob er denn jetzt mit seiner Powerwall (ein Batteriesystem zur autonomen Speicherung von Solarenergie) die Stromnetzanbieter ersetzen will, Menschen also vom „Netz“ in die nachhaltige Autarkie holen will. Jene zu Gewinn und Geldverbrennung beantwortet er hingegen – unter Schnaufen der Pressebetreuer – ausführlich und mit Geduld. Ihn umgibt, ob seiner Karriere und Erfolge eine fast schon prophetenhafte Aura, à la „Musk muss es ja wissen“. Das lässt sogar alt eingesessene Journalisten Nerven zeigen und ihr ansonsten einwandfreies Englisch mitunter über Bord werfen.

Nach 50 Minuten verlässt er den Raum, hermetisch abgeschirmt von seinen beiden Bodyguards und einer Unzahl an Pressebetreuern.

Die auf Musks Auftritt folgende Fabrikseröffnung mutet wie ein Rockkonzert an: Besuchermassen schieben sich vom Obergeschoss ins Untergeschoss und wieder zurück, harte Rhythmen werden von den Betonwänden zurückgeworfen. In all dem Chaos suchen wir uns ein Plätzchen zum Arbeiten. Druckdatenschluss in drei Stunden.

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