Ein Blick auf die Stimmung von Österreichs Jungunternehmern

Zu Jahresbeginn wirft die Junge Wirtschaft (JW) einen Blick auf die Grundstimmung von Österreichs Jungunternehmern – und schlägt Alarm.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse des Stimmungsbarometers.

Gedämpfte Wirtschaftsaussichten und gedämpfte Stimmung am Frühstückstisch im Wiener “Motto am Fluss”. JW-Bundesvorsitzender Herbert Rohrmair-Lewis spricht zwar von einer leichten Verbesserung der Kennzahlen, dennoch würden einige Werte auf dem Tiefstand verharren. “Der rapide Stimmungseinbruch der vergangenen Jahre konnte angehalten werden und die Jungunternehmer sind weiter bereit anzupacken und ihre Unternehmen voranzutreiben. Die Bundesregierung muss jetzt rasch konkrete Impulse setzen und beweisen, dass das lang ersehnte Crowdfunding-Gesetz nicht die einzige Reform bleibt”, appelliert Rohrmair-Lewis.

Die regelmäßig durchgeführte, allgemeine Konjunktureinschätzung von Jungunternehmern erreichte zu Beginn des Jahres einen neuen Tiefpunkt. Nur wenige Jungunternehmer (13 Prozent) sehen für die nächsten zwölf Monate einen wirtschaftlichen Aufschwung. 30 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Lage. Mit 48 Prozent glaubt mittlerweile sogar knapp die Hälfte, dass sich die wirtschaftliche Lage Österreichs verschlechtern wird – der höchste je gemessene Wert. “Viele Unternehmer trauen sich daher nicht über Investitionen drüber, oder stellen keine neuen Mitarbeiter ein. Die Wirtschaft ist zum Großteil Psychologie”, sagt der JW-Bundesvorsitzende. Erfreulich sei, dass die Konjunktureinschätzung zum Beispiel ein geringeres Sparverhalten sowie mehr Einnahmen durch die Kunden erheben konnte, wie die Ergebnisse zeigen. Als Grund dafür werden die schwierige Kostensituation wie auch die hohe Abgabenquote Österreichs angeführt.

Eine der zentralen Forderungen der Jungen Wirtschaft ist die rasche Einführung eines Beteiligungsfreibetrages von 100.000 €, um den Zugang zu Risikokapital zu erleichtern. Dies wäre eine willkommene Ergänzung zum bereits in Kraft getretenen Crowdfunding-Gesetz. Denn: Bei privaten Investitionen in Unternehmen hinkt Österreich im europäischen Vergleich weit hinterher, da wirksame steuerliche Anreize fehlen, in den innovativen Unternehmernachwuchs zu investieren.

Hohe Lohnnebenkosten seien ein weiterer Wettbewerbsnachteil für die heimischen Unternehmen. Knapp drei Viertel (73 Prozent) der befragten Jungunternehmer planen keine neuen Mitarbeiter im nächsten Jahr einzustellen. Jeder Zweite schließt das sogar dezidiert aus. “Eine Senkung der Lohnnebenkosten ist in Österreich dringend notwendig und gerade bei den jungen Unternehmen doppelt sinnvoll, denn sie sorgen mit ihren neuen Ideen und Innovationen für das Wachstum der Zukunft und sind dazu echte Jobmotoren. Die großen Chancen des digitalen Wandels lassen sich nur dann in Wachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand in Österreich verwandeln, wenn man Unternehmer fördert und sie nicht als Melkkuh der Nation versteht”, so Herbert Rohrmair-Lewis abschließend.

FORBES Austria nimmt sich diesen Appell zum Anlass, optimistisch zu bleiben und weiter über vorbildliche Erfolgsstories aus der heimischen Wirtschaftslandschaft zu berichten. Wir sind stets auf der Suche nach inspirierenden Geschäftsmodellen und den Menschen dahinter und freuen uns über positiven Input junger wie auch etablierter Unternehmer!

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