Pioneers neu: Kampf gegen die Masse

Um Qualität vor Quantität walten zu lassen, positioniert sich das Pioneers Festival neu.

Start-ups, die das Event besuchen wollen, müssen sich ab dem kommenden Jahr bewerben, Tickets kaufen ist dann nicht mehr möglich. Zudem soll der Frauenanteil erhöht werden.

„Es gibt mittlerweile eine Bubble im Festivalbereich. Da muss sich jeder selbst überlegen, wie er sich positioniert“, sagt Andreas Tschas, Gründer des Start-up-Festival Pioneers. Er und sein Team haben sich – in Kooperation mit dem staatlichen Austria Wirtschaftsservice aws – eine solche Strategie zurecht gelegt, die am Mittwoch auf einer gemeinsamen Pressekonferenz präsentiert wurde.

Im Mittelpunkt steht das Pioneers500 Programm. Ab dem kommenden Jahr gibt es nämlich keine Start-up-Tickets mehr zu kaufen. Die Jungunternehmen können sich stattdessen für die Teilnahme bewerben. Die besten 500 erhalten jeweils 2 Tickets für das Festival – die Kosten übernimmt Pioneers. „Wir wollen dadurch die Qualität der Teilnehmer sicherstellen“, sagt Tschas. Dabei dürfen Start-ups, um teilnahmeberechtigt zu sein, maximal drei Millionen € an Förderung erhalten haben.

Das Festival und damit auch das Pioneers500 Programm, fokussiert auf sieben Ökosysteme: Material & Produktherstellung; Finanzdienstleistungen; Mobilität und Transport; Geschäfts- und Produktivitätsdienstleistungen; Bio-, Medizin- und Agrarwirtschaft; Energie und Versorgungswirtschaft; sowie Lifestyle und Entertainment.

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Qualität vor Quote

Das Festival an sich wird auf 2.500 Besucher limitiert. Während die Start-ups sich ihre Tickets verdienen müssen, kosten diese für Investoren und Unternehmen 1.000 €. „Wir wollen natürlich auf Ausgewogenheit zwischen den einzelnen Bereichen achten, aber in manchen Ökosystemen gibt es einfach schon mehr Start-ups als in anderen. Wir werden also die Nominierungen nicht ganz gleich auf die sieben Bereiche verteilen.“

Sehr wohl achtet das Organisationsteam aber in zwei anderen Fällen auf die Quote. Einerseits bei der Zusammensetzung des Festivals an sich, um die richtige Mischung zwischen Start-ups, Corporates, Investoren und Medienvetretern zu erzielen. „Außerdem wollen wir den Frauenanteil auf 30 Prozent erhöhen. Mit 25 Prozent weiblichen Besuchern sind wir im internationalen Vergleich schon jetzt sehr gut positioniert.“

Ebenfalls wichtig bei der Auswahl: Der wirtschaftliche oder soziale Impact, den das Jungunternehmen erreicht. Auch die Skalierbarkeit und das Team sind wichtige Faktoren. Aus allen Start-ups wählt eine Jury die zehn herausragendsten Teams pro Ökosystem, die an der Pioneers Challenge teilnehmen. Der Gewinner des Wettbewerbs wird dann zum „Pioneer of the Year“ gewählt.

Über die Grenzen

Insgesamt erwartet sich das Festival für das neue Programm 3.000 Bewerber aus der ganzen Welt. Um noch mehr Interesse aus der Welt anzuziehen, eröffnet Pioneer’s ein Büro in Tokio. Andreas Tschas: „Ich war kürzlich auf zwei Geschäftsreisen in Asien. Es gibt dort einfach unglaublich viele junge und erfolgshungrige Leute.“ Die Kooperation mit dem aws soll zudem antreibend wirken. „Vor allem das Vernetzen und gegenseitige Lernen, das auf solchen Veranstaltungen stattfindet, ist extrem wertvoll für junge Unternehmen“, sagt aws-Geschäftsführer Bernhard Sagmeister.

Der Startschuss für Bewerbungen ist heute, Deadline ist der 30. März 2016. Interessierte Start-ups können sich hier informieren: http://pioneers.io/festival2016/pioneers500/

Fotocredits: Pioneers

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Chief Editorial Team

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