Pop-up Store einer Design-Legende

Dass die Schweden viel von Interior-Design verstehen ist bekannt.

Eines der renommiertesten, schwedischen Luxus-Einrichtungshäuser “Svenskt Tenn”, wurde erst durch den österreichischen Architekten Josef Frank zur Legende. Für drei Monate kehrt dieser nun, in Form seiner Designs, wieder nach Wien zurück.

Svenskt Tenn ist in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. 1924 von Estrid Ericson in Stockholm gegründet, beschränkten sich die Produktion und der Verkauf zunächst auf Zinnarbeiten, wie der Name erahnen lässt. In den frühen 30er Jahren legte Ericson den Schwerpunkt ihres Unternehmens auf Interior-Design und lernte kurz darauf Josef Frank kennen, der als jüdischer Architekt zu Beginn des Zweiten Weltkriegs nach Schweden flüchtete. „Josef Frank hat alles getan, was Estrid Ericson wollte und Ericson akzeptierte alles, was Frank tun wollte – eine perfekte Balance”, sagt Svenskt Tenn Marketingleiter Thommy Bindefeld, bei der Eröffnung des ungewöhnlichen Pop-up-Stores in den Räumlichkeiten der Volksbank-Filiale in der Wiener Operngasse. Zwischen den zeitlosen, fröhlichen aber nicht gerade günstigen Mustern und Möbeln gaben sich der Direktor des MAK, Christoph Thun-Hohenstein, Peter Bogner (Direktor der Kiesler Privatstiftung), Bettina Leidl (Direktorin des Kunst Haus Wien) und der Direktor des Architekturzentrum Wien, Dietmar Steiner die Ehre.

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Auch das einzigartige Geschäftsmodell der schwedischen Design-Ikone erscheint vorbildlich. Da Estrid Ericson keine Erben hatte, brachte sie die Firma im Alter von 81 Jahren an die Kjell und Märta Beijer Foundation ein. Zweck dieser Stiffung ist die Förderung von wissenschaftlicher Forschung und Lehre in den Bereichen Ökologie und Medizin. Zudem wir das Überleben und die Erhaltung der kulturellen und künstlerischen Werte bei traditionellen, schwedischen Heimtextilien unterstützt. “Svenskt Tenn” wird nicht von einem privaten Eigentümer gelenkt, der immer höhere Profite erwartet. Der gesamte Gewinn wird in Forschungsprojekte rund um medizinischen Fortschritt und ein besseres Zusammenwirken von Wirtschaft und Ökologie investiert”, so Bindefeld im Gespräch mit FORBES Austria. “Wir halten die Produkte von Josef Frank bewusst lebendig und produzieren sie nach wie vor nach seinen Original-Entwürfen.” Noch nach 90 Jahren soll das Sortiment 80 Prozent der Designs von Frank und Ericson beinhalten.

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Noch bis 13. Februar kann man im temporären Shop, in der Operngasse 8, Produkte aus dem exklusiven Sortiment von Svenkst Tenn – Stühle gibt es ab 1.500 €, Lampen um rund 2.500 € und Schreibtische bzw. Sofa von 3.000 bis 5.000 € – kaufen. Parallel dazu zeigt das MAK ab 16. Dezember die historische Ausstellung “Against Design”, über den Architekten und Designer Josef Frank. Heute befinden sich übrigens über 2.000 Möbelzeichnungen und 160 Textilmuster mit Franks Signatur im Archiv von Svenkst Tenn – eine schöne Weihnachtsgeschichte.

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