Sportvideos365: Amateurfußball für ein größeres Publikum

Jeder Fußballfan weiß, wie lange 90 Minuten manchmal sein können. Wäre doch super, wenn man einfach nur die Tore, Chancen und Schmankerln des Spiels live und direkt am Smartphone ansehen könnte, oder?

Genau das haben sich auch Sini Zobic, Thomas Aigner und Richard Haller (von links) gedacht – und setzen das mit ihrem Start-up Sportvideos365 seit März 2015 um. Fußballvereinen in Österreich wird zum Selbstkostenpreis eine eigens entwickelte, simpel zu bedienende Kamera zur Verfügung gestellt, damit sie die Spiele ihrer Teams filmen können. Fällt ein Tor oder entsteht eine hochkarätige Chance, drückt man auf den passenden Knopf – ab dann geht alles vollautomatisch: Die Szene wird extrahiert und sofort online gestellt. Zuschauer können im Video-Liveticker also alle wichtigen Szenen mitverfolgen.

Das Tool wird aber nicht etwa in der Fußball-Bundesliga eingesetzt, sondern im österreichischen Amateur- und Nachwuchsfußball. Amateurfußballer und deren Fans können so wichtige Momente aus der Ferne verfolgen, Szenen im Nach- hinein analysieren oder ihre Tore mit Freunden teilen. Die Niederösterreicher sind mit ihrer Technologie Vorreiter. „Wir waren bereits vor acht Jahren erstmals aktiv, damals war der Markt aber noch nicht bereit. Vor allem durch die intensive Nutzung von Smartphones explodieren unsere Zugriffszahlen jetzt aber“, sagt CEO Thomas Aigner.

In über 20.000 Spielen wurden über 70.000 Tore aufgezeichnet, was zu 40 Millionen Views führte. Hierzulande arbeitet das Start-up mit dem Medienpartner „Ligaportal“ (2016 mehrheitlich von der Styria Media Group übernommen) zusammen, in Deutschland mit dem Portal „FuPa“. In der Schweiz soll der Vertrieb eigenständig gemacht werden. Der Erfolg überzeugte auch die Investoren: 800.000 € stellte das Jungunternehmen bereits auf, um international expandieren und den Startvorteil nutzen zu können. „Eine solche Technologie, die jeder bedienen kann und die automatisch in Echtzeit Szenen online verfügbar macht, bietet sonst keiner an“, so Aigner. Obwohl mit Werbung bereits Einnahmen generiert werden, reicht es noch nicht für schwarze Zahlen. Das stört aber nicht weiter: „Wir wollen Content produzieren, unsere Zugriffszahlen steigern und neue Länder erschließen“, sagt Zobic. „Es ist eine Win-win-Situation. Die Fußballer freuen sich, weil sie ihre Tore auf Video sehen. Wir freuen uns über das positive Feedback. Und niemand nimmt Schaden, weil wir einen ganz neuen Markt kreiert haben.“

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Chief Editorial Team

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