Wie dieser japanische Gründer mit Rezepten zum Milliardär wurde

Akimitsu Sano hat sich ein Milliarden-Dollar-Vermögen zusammengerührt, indem er jungen und jung gebliebenen Japanern das Kochen lehrte.

Selbst gemachtes Essen genießen – und das im Land der aufgehenden Sonne? Das Rezept dafür hat Akimitsu Sano scheinbar gefunden. Seine japanische Website Cookpad.com hilft seinen 58,8 Millionen Usern, Rezepte zu teilen und zu finden – insgesamt sind das 2,1 Millionen Stück, vom traditionellen japanischen Gericht wie gegrilltem Tintenfisch bis hin zu für Japaner exotischen westlichen Rezepten wie Pasta alla Bolognese und Cheesecake.

Cookpad hat seine Userbase in den letzten sieben Jahren verzwölffacht und zählt zu den 55 am meisten aufgerufenen Websites in Japan. Mehr als die Hälfte aller japanischen Frauen zwischen 20 und 40 zählen zu den Besuchern. Sano, der seine Unternehmung im Jahr 1997 gründete, stellte sie 2009 online. Die Einnahmen stiegen seit damals um 80 Prozent auf 65 Millionen US-$ im vergangenen Jahr. Die Aktien stiegen allein im Dezember 2015 um 20 Prozent im Wert, womit Sanos Anteile – 44 Prozent – mehr als eine Milliarde US-$ wert sind.

Sano, 42, ist pressescheu; nur wenige persönliche Details sind bisher an die Öffentlichkeit gedrungen. Bekannt ist, dass er nach seinem Studium an der renommierten Keio-Universität bereits an Cookpad gearbeitet hat. Seinen Posten als CEO verließ er 2012, um Akquisitionen zu tätigen – er kaufte Minnano Wedding, eine japanische Website für Hochzeits-Locations, und Cucumbertown, eine Food-Blogging-Plattform aus den USA, Anfang dieses Jahres zu einem nicht bekannten Betrag.

Analysten erwarten, dass die Einnahmen von Cookpad im Jahr 2016 auf 150 Millionen US-$ steigen könnten. Takahiro Kazahaya, ein Analyst der Deutschen Bank in Tokio, macht mit Blick auf die beeindruckenden Zahlen von Cookpad auf ein grundlegendes Problem in Japan aufmerksam: „Viele japanische Hausfrauen leben sehr zurückgezogen und haben wenige Verbindungen zur Außenwelt – Cookpad bietet da eine Lösung an.“

---

Autor: Chloe Sorvino (Forbes US)


Illustration: Forbes US

Up to Date

Mit dem FORBES-Newsletter bekommen Sie regelmäßig die spannendsten Artikel sowie Eventankündigungen direkt in Ihr E-Mail-Postfach geliefert.