Wiener Konkurrenz für Airbnb

Mit dem neuen Beherbergungskonzept „grätzlhotel” gibt die URBANAUTS Hospitality Group eine Antwort auf den Airbnb-Trend.

Das Herzstück der Anfang Dezember fertiggestellten Zimmer, liegt inmitten des Grätzls rund um den Karmelitermarkt.

„Wir haben uns dessen angenommen, was in herkömmlichen Hotels fehlt”, sagt Fanny Holzer-Luschnig, bei der Projektpräsentation. Ihre brandneuen und fragmentierten grätzlhotels am Leopoldstädter Karmelitermarkt, am Meidlinger Markt und beim Belvedere in Wieden haben allesamt den Charakter von kleinen Wohnungen, in die man bei einem Kurzbesuch in Wien auch einmal Freunde oder Geschäftspartner einladen kann. Durch einen unabhängigen Check-in und eigene Eingänge soll man sich nicht länger nur als Gast, sondern als Teil der Stadt fühlen. „Im Grätzl geht es generell familiärer zu”, ergänzt die selbsternannte Gastgeberin.

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„Als besonderes Service erklären wir den Gästen auch, in welcher Nachbarschaft sie sich genau befinden und welche besonderen Geschäfte, Bars und Plätze es dort zu entdecken gibt”, sagt Gesellschafter und Architekt Markus Kaplan. Viele der neuen Hotelzimmer liegen in ehemaligen Geschäftslokalen/Werkstätten oder Hausmeisterwohnungen und führen den historischen Flair durch gestalterische Elemente weiter. Auch im bereits löffelfertigen Musterzimmer am Karmelitermarkt, wurden einige originale Elemente des umgebauten Lampengeschäfts übernommen. „Man spürt einfach, was dort vorher war. Die genaue Geschichte der Räume kann man auf unserer Homepage nachlesen”, so Kaplan.

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Die Grätzl rund um die drei neuen Standorte, werden als erweiterte Rezeption der verstreut liegenden Hotelzimmer verstanden. Ihre Ausstattung entspricht der Viersterne-Kategorie. Ein Zimmer wird pro Nacht rund 120 bis 160 € kosten und kann bis zu drei Personen beherbergen. Im Moment wird auf Hochtouren an der Fertigstellung gearbeitet, denn Anfang Dezember werden schon die ersten Gäste erwartet. Die Betreiber von URBANAUTS sehen das Projekt als willkommene Ergänzung ihrer bereits erfolgreich ausgebauten Street Lofts, die den Anspruch auf urbanes Wohnen teilen.

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„Durch Airbnb sind den Hotels in vielen Großstädten sieben bis zehn Prozent der Buchungen weggefallen”, sagt Unternehmensberater und grätzlhotel-Gesellschafter Stephan Gerhard. Dennoch wird das neue Hospitality-Konzept, neben Plattformen wie booking.com oder expedia.at, auch auf airbnb.at angeboten. „Zudem arbeiten wir mit Agenturen zusammen, die sich auf Reisende spezialisieren, die eine Stadt wirklich kennenlernen wollen und setzen auf Mundpropaganda”. In Wien sollen die grätzhotels noch auf über 50 Wohneinheiten heranwachsen, bevor auch andere, europäische Städte als Standorte gesichert werden. „In Berlin wird unser Konzept dann eben ‘Kiezhotel’ heißen”, schmunzelt Gerhard.

Fotos: Heidrun Henke

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