Wir durften Microsofts Augmented-Reality-Brille „Hololens” testen

Ausschließlich Entwickler und die eigentlich auch nur in den USA und Kanada, bekommen die Microsoft Hololens derzeit zwischen die Finger.

Tieto Austria hat Mitte Juni eines der ersten Geräte Europas in Wien vorgestellt und Forbes Austria war exklusiv dabei.

Auf der „Computex” in Taipeh war sie der Star der Microsoft-Keynotes: Mit der Augmented-Reality-Brille ”Hololens” hat das Unternehmen Großes vor und Tieto Austria ebenso. Vor gut einem Jahr hat sich der IT- und Industriedienstleister mit seiner digitalen Industrie-Lösung „Mill Workplace” um das Microsoft Hololens Entwicklerprogramm beworben und wurde für eines der ersten Entwicklersets ausgewählt, die offiziell derzeit nur in den USA und Kanada vergeben werden.

Cool sieht sie jedenfalls aus, die neue AR-Brille und sie lässt sich trotz 579 Gramm Gewicht recht angenehm auf Nase und Kopf tragen. „Es ist wichtig, dass die Brille richtig gut sitzt, ansonsten kann man durch die Gläser nichts erkennen”, sagt Daniel Freiberger, Solution Owner Mill Workplace bei Tieto Austria. Mit ihrem Quadcore-CPU, 2 GByte RAM und 64 GByte Flash-Speicher erreicht die Augmented-Reality-Brille die Rechenleistung eines High-End-Smartphones unter Windows 10. Anders als bei Virtual-Reality-Brillen erzeugt die Hololens keine computergenerierte, dreidimensionale Traumwelt, sondern mixt auf ihren transparenten Displays die reale Umgebung mit virtuellen Objekten.

HololensFinal

Der Sound wird über zwei kleine, rote Lautsprecher über den Ohren übertragen. Damit lässt sich sogar die Richtung einer virtuellen Geräuschquelle orten. Der Akku überlebt bei Vollbetrieb etwa drei bis vier Stunden. Sobald man die Brille trägt, muss man sich eigentlich nur mehr in seiner Umgebung umsehen. Der Cursor, ein kleiner, weißer Punkt, wird durch die Bewegung der Augen gesteuert. Mit einem eigenen Sensor zur Gestenerkennung begreift die Hololens, welche Aktion auf das Anvisieren folgen soll. Mit einer Art Zupfbewegung, in der man Zeigefinger und Daumen zusammenführt, klickt man einzelne Elemente an, kann Programme öffnen und dreidimensionale Objekte durch den Raum schweben lassen. Alles sehr beeindruckend und zukunftsweisend – gleich wird den wenigen Anwesenden bestimmt eine blaue oder rote Pille angeboten.

Im Industrieumfeld gibt es für die Hololens verschiedene Einsatzmöglichkeiten, wie der Geschäftsführer von Tieto Austria, Thomas Hohenauer im Rahmen der Präsentation in den Wiener Firmenräumlichkeiten aufzeigt. Gerade Wartungsarbeiter in Fabriken, die Reparaturen an Maschinen vornehmen müssen, können in Zukunft per Video-Telefonie über eine AR-Brille mit Experten des Herstellers in Kontakt treten und exakte Anweisungen erhalten, die mit virtuellen Markierungen unterstützt werden. „So können Unternehmen in Zukunft mehr Generalisten und weniger Spezialisten einsetzen”, erklärt Hohenauer. Auch die Verpackungsindustrie kann rund um die Konzeption von Displays (Aufsteller aus Karton im Supermarkt) von den Möglichkeiten der Hololens profitieren. Mit Augmented Reality kann der Kunde den Aufsteller direkt im Shop virtuell austesten und so optimal in das vorhandene Shopkonzept integrieren. Weiters könnten Professionisten der Bereiche Architektur oder Design ihre Entwürfe als Hologramm in die natürliche Umgebung einpflegen und sozusagen simulieren.

Die Hololens kostet in der Entwicklerversion derzeit 3.000 Dollar. Microsoft sieht vor allem den professionellen Einsatz im Fokus. Ob beziehungsweise wann es eine Consumer-Variante geben wird, lässt das Unternehmen noch offen. Forbes Austria bleibt jedenfalls an dieser Entwicklung dran.

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