200-Mio.-US-$-KI-Partnerschaft

Anthropic und die Gates Foundation wollen KI-Anwendungen für Gesundheit, Bildung und Landwirtschaft entwickeln. Die Partnerschaft über 200 Mio. US-$ läuft über vier Jahre und soll vor allem Menschen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen sowie unterversorgten Communities zugutekommen.

Anthropic, das KI-Unternehmen hinter Claude, hat eine Partnerschaft mit der Gates Foundation über 200 Mio. US-$ bekannt gegeben. Ziel der Zusammenarbeit ist es, KI-Tools für den Einsatz in Gesundheit, Bildung und Landwirtschaft zu entwickeln.

Die Gates Foundation erklärte am Donnerstag, die Partnerschaft solle mehr Chancengleichheit bei der Entwicklung von KI schaffen. Im Fokus stehen demnach Gesundheitspersonal, Lehrkräfte, politische Entscheidungsträger und Landwirte in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen sowie in unterversorgten Communities.

Die Mittel sollen über einen Zeitraum von vier Jahren eingesetzt werden. Inhaltlich konzentriert sich die Zusammenarbeit auf drei Bereiche: Gesundheit, Bildung und Landwirtschaft.

Im Gesundheitsbereich soll KI-Technologie unter anderem dabei helfen, Impfstoffe und weitere Innovationen zu entwickeln. Dazu zählt laut Ankündigung auch der Einsatz von Claude bei der Entwicklung von Therapien für Krankheiten wie Polio, HPV und Präeklampsie.

Im Bildungsbereich wollen Anthropic und die Gates Foundation an KI-Modellen arbeiten, die die Leistung von Schülern verbessern sollen. Geplant sind Anwendungen in den USA, in Subsahara-Afrika und in Indien. Dazu gehören KI-gestützte Apps zur Förderung der Lesekompetenz sowie Tools für Lehrplangestaltung und Studienberatung.

Auch in der Landwirtschaft soll Claude gezielt weiterentwickelt werden. Die KI soll Landwirten personalisierte und zeitnahe Empfehlungen für Anbauentscheidungen liefern.

Laut Reuters, das sich auf nicht namentlich genannte Offizielle beruft, besteht die finanzielle Zusage zur Hälfte aus Fördermitteln und Programmdesign der Gates Foundation. Die andere Hälfte kommt demnach von Anthropics technischem Personal sowie Nutzungsgutschriften für Claude.

Die Partnerschaft folgt auf einen Deal zwischen OpenAI und der Gates Foundation. Vier Monate zuvor hatten Anthropics KI-Rivale OpenAI und die Stiftung eine Zusammenarbeit im Wert von 50 Mio. US-$ angekündigt. Im Rahmen der Initiative Horizon 1000 sollen bis 2028 rund 1.000 Gesundheitskliniken in afrikanischen Ländern mit Finanzierung, Technologie und technischer Unterstützung ausgestattet werden.

Anthropic stand zuletzt zugleich im Konflikt mit der Trump-Regierung. CEO Dario Amodei schrieb im Februar in einem Blogbeitrag, er lehne den Einsatz von Anthropic-Technologie durch das US-Verteidigungsministerium für massenhafte inländische Überwachung und vollständig autonome Waffen ab. Donald Trump kritisierte Anthropic daraufhin auf Truth Social als „radical left, woke company“ und ordnete an, dass Bundesbehörden die Technologie nicht mehr nutzen sollten.

Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte laut dem vorliegenden Bericht, er werde Anthropic als Risiko für die nationale Sicherheit in der Lieferkette einstufen. Anthropic bezeichnete diesen Schritt als beispiellos und reichte im März Klage gegen das Pentagon ein. OpenAI schloss währenddessen eine Vereinbarung mit dem Pentagon und erklärte, der eigene Deal mit dem Verteidigungsministerium enthalte „mehr Schutzmechanismen“ als jener von Anthropic.

Ende April berichtete Politico, die US-Regierung versuche, einen „Waffenstillstand“ mit Anthropic zu erreichen. Der Bericht berief sich dabei auf sechs nicht namentlich genannte Tech-Lobbyisten und Politikexperten, von denen zwei Verbindungen zum Weißen Haus haben.

Text: Conor Murray
Foto: Rock Staar

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