30 Under 30 Update: Interactive Paper bringt messbare Printwerbung auf den Massenmarkt

Seit ihrer Aufnahme in die Forbes 30 Under 30-Liste haben Raphaël Besnier und Tobias Macke ihr Wiener Unternehmen Interactive Paper weiterentwickelt. Mit dem Produkt Tap Premium zielt das Unternehmen auf das Luxussegment, mit Tap 2.0 soll NFC-Print nun auch für hohe Auflagen wirtschaftlich werden. Im zweiten Quartal 2026 erzielte Interactive Paper nach eigenen Angaben erstmals mehr als 1 Mio. € Umsatz.

Papier kann ein Zugang zu digitalen Inhalten sein. Das Wiener Start-up Interactive Paper integriert NFC-Technologie in Printprodukte, Nutzer gelangen so ohne App oder QR-Code zu Videos, Quizzes oder Augmented-Reality-Inhalten – und können diese über Berührungen mit dem Papier steuern. Werbende genießen die Vorteile von Printwerbung – „Ein persönlich adressierter Brief schafft sehr viel mehr Aufmerksamkeit als ein E-Mail-Newsletter“, sagte Mitgründer Raphaël Besnier in einem Interview mit Forbes im Jahr 2025. Doch anders als mit einem herkömmlichen Brief können die Unternehmen die digitalen Interaktionen messen. Mehr als 1.000 Unternehmen weltweit setzen die Technologie laut Interactive Paper inzwischen ein, darunter BMW, Oracle, L’Occitane, Samsung, Pfizer und Novartis.

Vom Premiumsegment zum Massenmarkt
Im Jänner 2026 brachte Interactive Paper Tap Premium auf den Markt. Die Variante lässt sich stärker veredeln und personalisieren – etwa mit Prägungen, oder Gold-, Silber- oder holografischen Folierungen. Damit erschloss das Unternehmen insbesondere das Premiumsegment der Automobilindustrie, erzählen Besnier und sein Mitgründer Tobias Macke, und arbeitet dort unter anderem mit BMW, Mercedes-Benz, Audi und Lexus.

Im Juli folgte Tap 2.0. Die neue Generation verfügt über eine größere NFC-Antenne, höhere Sendeleistung und erkennt mobile Geräte schneller. Gleichzeitig konnten die Produktionskosten laut dem Unternehmen um rund 20 % gegenüber der Vorgängerversion gesenkt werden.

Bei hohen Auflagen soll der Stückpreis dadurch erstmals in einer ähnlichen Größenordnung liegen wie bei klassischen, nicht messbaren Werbemailings. „Der große Sprung bei Interactive Paper Tap 2.0 ist nicht nur die verbesserte Technik, sondern vor allem der Preis“, sagt Macke.

Nach eigenen Kampagnendaten erreicht Interactive Paper Interaktionsraten zwischen 30 und 40 %. QR-Codes kamen im vom Unternehmen ausgewerteten Vergleichszeitraum auf ein bis sechs Prozent.

Mehr als 1 Mio. € Quartalsumsatz
Beide Produkte sind ab einer Mindestauflage von 500 Stück verfügbar. Über die Plattform „Let's interact“ können Inhalte auch nach dem Druck ausgetauscht sowie Sessions, Interaktionen, Verweildauer und Abbruchpunkte ausgewertet werden.

Parallel zur Produkterweiterung wächst auch das Geschäft. Im zweiten Quartal 2026 erzielte Interactive Paper nach eigenen Angaben erstmals mehr als 1 Mio. € Umsatz innerhalb eines Quartals. Die weitere Skalierung wollen Besnier und Macke aus den erwirtschafteten Gewinnen finanzieren und dabei vorerst ohne externe Investments auskommen.

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Foto: beigestellt

Forbes Digital

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