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Aitad entwickelt KI-gestützte Sensorlösungen. Nun expandiert das Offenburger Unternehmen von Under 30-Listmaker Viacheslav Gromov nach Ohio.
Viacheslav Gromov setzt mit Aitad auf eine Form von KI, die Daten dort verarbeitet, wo sie gemessen werden: in Sensoren oder auf Mikrochips. Anders als bei cloud-basierten Lösungen müssen Informationen damit nicht erst an externe Rechenzentren übertragen werden. Das verkürzt Reaktionszeiten und kann insbesondere bei sensiblen industriellen Anwendungen die Kontrolle über Daten verbessern.
Die Idee für den technologischen Ansatz entstand unter anderem während Gromovs Studium. In Neurologie-Vorlesungen beschäftigte er sich damit, wie der menschliche Körper Informationen dezentral verarbeitet. Dieses Prinzip – große Datenmengen bereits am Ort ihrer Entstehung auszuwerten, anstatt sie vollständig an ein zentrales System weiterzuleiten – wollte er in Aitad übernehmen.
Das Unternehmen hat unter anderem an Duschen gearbeitet, die Stürze erkennen sollen; an Küchenherden, die drohendes Anbrennen registrieren; oder an Bohrmaschinen, die ihre Arbeitsweise mithilfe von KI anpassen können. Ziel ist es, Sensoren so zu erweitern, dass sie komplexe Muster erkennen und eigenständig auf Veränderungen reagieren.
Inzwischen wird die Technologie auch im Sicherheitsbereich eingesetzt. Gemeinsam mit der Polizei Baden-Württemberg arbeitet Aitad an Embedded-KI-Sensorik für den Schutz kritischer Infrastruktur. Die Systeme sollen unerwünschte Zugriffe oder mögliche Sabotage frühzeitig erkennen. Weil die Daten unmittelbar im Sensor oder Gerät verarbeitet werden, sind schnelle und lokal arbeitende Anwendungen möglich.
Nun folgt der nächste Expansionsschritt. Laut Gromov baut Aitad seine Aktivitäten derzeit in Ohio aus. Die Expansion erfolgt über ein Joint Venture mit einem großen Industriekonzern. Weitere Angaben zum Partner, zum Auftragsvolumen oder zum konkreten Einsatzgebiet sind bislang nicht öffentlich.
Der Schritt in die USA passt zu Gromovs Wachstumsplänen. Aitad soll sich nach seiner Vorstellung jährlich verdoppeln und langfristig zu einem großen Mittelständler werden. Statt eines neuen Technologiegiganten nach amerikanischem Vorbild will der Gründer eine europäische Alternative in einem Markt aufbauen, der zunehmend von der Verarbeitung industrieller Daten geprägt wird.
Mit dem Joint Venture in Ohio erreicht diese Strategie eine neue Stufe. Für Aitad ist es der bislang größte Schritt in Richtung internationaler Expansion – und für Gromov der nächste große seit seiner Aufnahme in die U30-Liste.
Foto: beigestellt