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Starke Quartalszahlen haben die Aktie von L’Oréal am Donnerstag deutlich steigen lassen. Davon profitierte auch Françoise Bettencourt Meyers: Das Vermögen der Unternehmerin legte laut Forbes um 6,1 Mrd. US-$ auf 94,4 Mrd. US-$ zu.
L’Oréal hat zum Auftakt des Jahres die Erwartungen der Analysten klar übertroffen und damit auch die Aktie des Konzerns beflügelt. Nach Handelsbeginn in Europa stieg das Papier am Donnerstag um 8,21 % auf 373,20 Euro. Laut Forbes-Schätzungen erhöhte sich dadurch das Vermögen von Françoise Bettencourt Meyers um 6,1 Mrd. US-$ auf 94,4 Mrd. US-$.
Mit diesem Zuwachs rückte die Französin auf Platz 20 der Forbes-Echtzeitliste der reichsten Menschen der Welt vor und verdrängte damit Mukesh Ambani von dieser Position. Bettencourt Meyers ist laut Forbes derzeit die zweitreichste Frau der Welt. Vor ihr liegt nur Walmart-Erbin und Philanthropin Alice Walton mit einem geschätzten Vermögen von 136 Mrd. US-$.
Bettencourt Meyers hatte sich im vergangenen Jahr aus dem Board von L’Oréal zurückgezogen und ihre Funktion als stellvertretende Vorsitzende an ihren Sohn Jean-Victor Meyers übergeben.
Der weltweit größte Kosmetikkonzern meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 12,15 Mrd. Euro, umgerechnet 14,2 Mrd. US-$. Auf vergleichbarer Basis entspricht das einem Plus von 7,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit lag das Unternehmen deutlich über den Analystenschätzungen, die nur ein Wachstum von rund 3 bis 4 % erwartet hatten.
Das Unternehmen erklärte, dass sich die Erholung in den beiden wichtigsten Märkten USA und China, die bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 eingesetzt habe, im jüngsten Quartal fortgesetzt habe. In beiden Märkten habe L’Oréal den Gesamtmarkt übertroffen.
Der starke Jahresauftakt fällt in eine Phase, in der andere europäische Luxuskonzerne unter Druck stehen. LVMH, Hermès und Kering, der Mutterkonzern von Gucci, berichteten zuletzt, dass das Geschäft im Nahen Osten durch den Krieg mit Iran belastet worden sei. LVMH erklärte, der Konflikt habe den Konzernumsatz im ersten Quartal um mindestens 1 % gedrückt, unter anderem wegen geringerer Ausgaben in der Golfregion und einer schwächeren Tourismusnachfrage in Europa.
Bernard Arnault, CEO und Chairman von LVMH sowie reichster Mensch Europas, musste laut Forbes in diesem Jahr bereits erhebliche Vermögenseinbußen hinnehmen. Sein Vermögen fiel demnach von 171 Mrd. US-$ zu Jahresbeginn auf 148 Mrd. US-$ am Donnerstag. Hintergrund ist der Rückgang der LVMH-Aktie.
Text: Siladitya Ray
Foto: Sora