Agentic 20: Diese KI erledigt die Arbeit

Kühlventilatoren und beleuchtete Hardware in einem Rechenzentrum

Der nächste Markt für künstliche Intelligenz entsteht dort, wo Software Aufgaben selbst ausführt. Mit den «Agentic 20» stellt Forbes US erstmals 20 Unternehmen und Projekte vor – vom persönlichen Assistenten bis zum digitalen Mitarbeiter.

Nachts Anrufe für ein Bestattungsunternehmen entgegennehmen, mit Lieferanten verhandeln oder offene Rechnungen einfordern: KI-Agenten übernehmen Aufgaben, die weit über das Schreiben von Code hinausgehen. Anders als Chatbots liefern sie nicht nur Antworten. Sie bedienen Software, koordinieren Abläufe und führen im Auftrag ihrer Nutzer Handlungen aus.

Diesen Wandel bildet die erste «Agentic 20»-Liste von Forbes US ab. Die Auswahl umfasst 20 Unternehmen und Projekte, die KI-Agenten in den Alltag und die Wirtschaft bringen: vom persönlichen Assistenten für Flugbuchungen und Spielverabredungen bis zur Infrastruktur, mit der solche Systeme im Internet recherchieren und bezahlen. Dazu gehören ungewöhnliche Anwendungen wie die Garnelenzucht und die Organisation von Bestattungsbetrieben.

Ein Beispiel ist Instinct: 14 Beschäftigte, ein 23-jähriger CEO und eine Bewertung von 10 Mrd. US-$. Neben solchen viel beachteten Unternehmen hat die US-Redaktion nach Anwendungen gesucht, deren Nutzen über die Aufgabenliste eines Chatbots hinausgeht.

Die «Agentic 20» sind keine Rangliste nach einem Punktesystem. Dafür ist der Markt noch zu jung und zu sehr in Bewegung. Die Auswahl der US-Redaktion beruht auf Recherchen vor Ort, Interviews mit Gründern und Nutzern sowie Gesprächen mit Investoren und weiteren Akteuren im Silicon Valley. Auf die Aufmerksamkeit folgte die Prüfung, wo sich tatsächliche Nutzung erkennen lässt. Die Liste ist eine Momentaufnahme vom Oktober 2026.

Instinct

CEO: Noah Shinn
Produkt: persönliche KI-Assistenten

Instinct erreichte eine Bewertung von 10 Mrd. US-$, bevor sein Agent öffentlich verfügbar war. Während der noch auf Einladungen beschränkten Testphase wickelte das System laut dem 23-jährigen CEO Noah Shinn bereits ein auf das Jahr gerechnetes Transaktionsvolumen von 1 Mrd. US-$ ab. Der grösste Teil entfiel auf Reiseanfragen.

Statt in einer eigenen App arbeitet der Assistent in iMessage und WhatsApp. Er bucht Flugtickets, verfolgt Bestellungen und erledigt andere Alltagsaufgaben. Dafür verfügt er über eine eigene E-Mail-Adresse, einen separaten Browser und die Möglichkeit, Telefonate zu führen. Die frühe Nachfrage führte zu Engpässen bei der Rechenkapazität. Um diese zu bewältigen, nahm das Start-up 1 Mrd. US-$ von den Risikokapitalgebern Sequoia, Benchmark und Coatue auf.

Meta

CEO: Mark Zuckerberg
Produkt: Muse

Mit Muse will Meta im Wettbewerb um KI wieder nach vorn kommen. Der persönliche Agent bucht Flüge, verschickt E-Mails und kauft Lebensmittel ein. Besonders viel Zuspruch fand anfangs die Unterstützung bei privaten Finanzen: Frühe Nutzer liessen Rechnungen nachverhandeln, Rückerstattungen einfordern und ungenutzte Abonnements kündigen. Manche erhielten so Tausende Dollar zurück.

Nach dem Start Anfang September erreichte Muse binnen drei Wochen mehr als fünf Millionen Downloads und übertraf damit konkurrierende Bots wie Grok von SpaceXAI und Claude von Anthropic. Zur schnellen Verbreitung könnten die kostenlose Nutzung und intensive Werbung beigetragen haben: Meta reservierte bis zu 50 % seiner täglichen Eigenwerbeflächen auf Facebook und Instagram für die App.

Ein weiterer Anreiz könnte Jolly sein, ein niedliches, individuell anpassbares Maskottchen. Mit Muse Charm brachte der Konzern zudem ein Gerät im Stil eines Tamagotchis auf den Markt, über das sich der Agent ohne Smartphone nutzen lässt.

Wajo AI

CEO: Shivani Poddar
Produkt: Fo

Wajo AI setzt darauf, dass Nutzer vor allem ein erledigtes Ergebnis wollen – unabhängig davon, ob eine KI die Arbeit allein geschafft hat. Fo recherchiert etwa Installateure, holt telefonisch Angebote ein, prüft den Kalender und vereinbart einen Termin. Kommt das System nicht weiter, übernehmen geschulte externe Mitarbeiter. Sie lösen eine Verifikation auf einer Website, führen einen Anruf zu Ende oder bearbeiten den Teil einer Aufgabe, an dem das Modell scheitert. Der Nutzer muss nicht vor einer blockierten App warten.

Zum Berichtszeitpunkt war Fo erst wenige Wochen verfügbar. Investoren zeigten sich gegenüber der US-Redaktion von Gründerin Shivani Poddar beeindruckt. Sie arbeitete zuvor bei Amazon, Meta und Google an KI-Assistenten und leitete die technische Entwicklung von Googles autonomem Programmieragenten Jules.

Das Versprechen lautet damit weniger vollständige Autonomie als verlässliche Erledigung. Hinzu kommt Datenschutz: Laut Poddar soll das System verhindern, dass private Gespräche in Gruppenchats gelangen. Persönliche Informationen sollen nur mit Zustimmung weitergegeben werden. Anfang Oktober sprach sie von Zehntausenden Nutzern; nach dem öffentlichen Start habe sich deren Zahl alle zwei Tage verdoppelt.

Andon Labs

CEO: Lukas Petersson
Produkt: Pion

Andon Labs will KI-Agenten ganze Unternehmen führen lassen. In einem Geschäft in San Franciscos Marina-Viertel schreiben sie bereits Stellen aus, führen Bewerbungsgespräche und leiten menschliche Beschäftigte. Profitabel ist der Laden laut CEO Lukas Petersson bislang nicht. Ihm gehe es zunächst darum nachzuweisen, dass Agenten mit den unübersichtlichen Managementaufgaben im realen Betrieb zurechtkommen.

Die Systeme betreiben ausserdem ein Café in Schweden und vier Radiosender, darunter «Grok’n Roll Radio». Einen Monat nach dem Start einer Warteliste hätten sich Tausende Unternehmen aus mehr als 40 Ländern interessiert, sagt Petersson. Etwa die Hälfte wolle bestehende Betriebe übergeben, die andere Hälfte neue aufbauen. Die Vorschläge reichen von Landwirtschaft und Hotels über Apps mit mehreren zehn Millionen Nutzern bis zu einer Bank, einem Speditionsunternehmen und der Pflege von Friedhöfen.

Known

CEO: Celeste Amadon
Produkt: KI-Partnervermittlung

Bevor Known ein Date vermittelt, führt die KI ein rund 20-minütiges Gespräch über frühere Beziehungen, romantische Vorlieben und persönliche Ziele. Was andere Dating-Apps auf Profilbilder und kurze Antworten reduzieren, soll hier ausführlicher zur Sprache kommen. Anschliessend stellt Known jeweils eine Person vor und erklärt individuell, weshalb die Verbindung passen könnte. Wer ablehnt, bekommt keine endlose Profilliste zum Durchsehen; die Suche beginnt erneut.

Akzeptieren beide den Vorschlag, organisiert der Dienst das erste Treffen, wählt einen Ort aus und verlangt 15 US-$ pro Date. CEO Celeste Amadon brach ihr Studium an der Stanford University im dritten Jahr ab und hat bislang 10 Mio. US-$ für Known eingesammelt. Im Gespräch mit der US-Redaktion sagte sie, 60 % der vorgeschlagenen Kontakte würden angenommen; Tausende Dates seien bereits vereinbart worden. Zum Berichtszeitpunkt war Known nur in der Bay Area und in San Diego verfügbar. Die landesweite Expansion war geplant, der Start in drei oder vier weiteren Städten stand nach Unternehmensangaben kurz bevor.

Town

CEO: Jean-Denis Greze
Produkt: KI-Agenten für die Arbeit

Town verkauft KI als Kollegen. Die «townies» genannten Assistenten richten sich an Selbstständige, kleine Unternehmen und Vertriebsteams kleiner und mittelgrosser Firmen, bei denen eine übersehene E-Mail Umsatz kosten kann. CEO Jean-Denis Greze sieht den Schwerpunkt bei Aufgaben, die im Posteingang beginnen und ohne Nachfassen liegen bleiben. Für einen Restaurantbetreiber kann das die Kontrolle von Lieferantenpreislisten auf Erhöhungen sein, für einen Personalvermittler die Nachfrage bei Kunden und das Zusammenstellen von Kandidatenberichten.

Anders als kostenlose Verbraucherassistenten wie Muse oder Instinct verlangt Town 50 bis 200 US-$ pro Nutzer und Monat. Unternehmen soll auch der Umgang mit Daten überzeugen. Laut Greze werden Kundendaten nicht zum Training verwendet. Die meisten Informationen, die nicht längerfristig benötigt werden, löscht Town nach 15 Tagen. Nach Möglichkeit greift der Dienst über angeschlossene Software auf Daten zu, statt eigene Kopien zu speichern. So sollen Kunden auch sensible Arbeiten abgeben können. Seit dem Start im Juni habe sich die Zahl zahlender Unternehmenskunden zwischen Juli und dem Berichtszeitpunkt verneunfacht, teilt Town mit.

Govra

CEO: Josh Sandler
Produkt: KI für Steuerprüfungen

Viele Anbieter versprechen Hilfe beim Einspruch gegen Strafzettel, bei Steuererklärungen oder beim Einlösen von Rezepten. Govra arbeitet auf der anderen Seite des Schalters. Die Software soll behördliche Steuerprüfungen beschleunigen; wesentliche Entscheidungen bleiben bei menschlichen Beamten. Die kalifornische Steuerbehörde Department of Tax and Fee Administration arbeitet bereits in einem Pilotprojekt mit Govra zusammen. Indiana bereitet einen weiteren Test für Unternehmensprüfungen vor. Ein dortiger Behördenvertreter hält mithilfe der Software 20 bis 30 % mehr Prüfungen für möglich.

Govra setzt darauf, dass auch Behörden eigene Agenten brauchen, wenn Bürger zunehmend KI für den Umgang mit der Verwaltung einsetzen. CEO Josh Sandler räumt ein, dass mehr Steuerprüfungen beunruhigend klingen. Er argumentiert mit Fairness: Werden Steuerbetrüger schneller gefunden, profitierten diejenigen, die ihre Pflichten erfüllen. Sandler schätzt das mögliche zusätzliche Steueraufkommen bei Bundes-, einzelstaatlichen und kommunalen Behörden auf bis zu 1 Bio. US-$ jährlich. Das Geld könne öffentliche Leistungen finanzieren, Schulden reduzieren oder Spielraum für Steuersenkungen schaffen. Es handelt sich um seine Prognose.

OpenAI

CEO: Sam Altman
Produkt: Dots

Mit Codex und ChatGPT Work hatte OpenAI bereits KI-Agenten im Angebot. Nach dem Erfolg von Metas Muse kamen Dots hinzu: persönliche Agenten, die dauerhaft aktiv sein und Aufgaben im Hintergrund parallel bearbeiten sollen. Ein System könnte beispielsweise eine Website gestalterisch anpassen und gleichzeitig ein Abendessen bestellen.

Durch die Verbindung mit mehr als 4.000 Apps und Plugins sollen Dots Vorgänge beobachten, Aufgaben erkennen und bearbeiten können, ohne jedes Mal ausdrücklich beauftragt zu werden. Ähnlich wie Jolly sind sie bunt und individuell anpassbar. Inhaltlich unterscheiden sie sich allerdings nicht grundlegend von OpenAIs bisherigem Angebot. Zum Berichtszeitpunkt waren Dots für Nutzer von OpenAI-Pro-Tarifen ab 100 US-$ im Monat verfügbar.

Nous Research

CEO: Dillon Rolnick
Produkt: Hermes

Das Open-Source-Labor aus Brooklyn tritt anders auf als klassische Anbieter von Unternehmenssoftware. Marketingchef ist der unter Pseudonym arbeitende Künstler SHL0MS, bekannt unter anderem dafür, als Protest gegen Kryptowährungen einen Lamborghini gesprengt zu haben. Das Logo zeigt eine Frau im Anime-Stil und den Satz «Rebellion gegen Tyrannen ist Gehorsam gegenüber Gott».

Gleichzeitig entwickelt sich Nous zu einer wichtigen Option für grosse Unternehmen, die eigene Agentensysteme aufbauen wollen, ohne ihre Daten an OpenAI, Anthropic oder andere externe Anbieter abzugeben. Das frei verfügbare Agenten-Framework Hermes begann als Werkzeug für technisch versierte Nutzer: Sie konnten Agenten selbst betreiben, Modelle auswählen und ihre Daten bei sich behalten. Nun bietet Nous Unternehmen an, Agenten und Modelle auf eigenen Servern einzusetzen. Nach Angaben von SHL0MS rollen Firmen aus den Fortune 500 Hermes bereits für ihre Belegschaften aus. Offen bleibt, wie viel Vertrauen Grossunternehmen einem Anbieter entgegenbringen, der durch künstlerische Provokation ebenso auffällt wie durch seine Technik.

Atarraya

CEO: Daniel Russek
Produkt: KI-Agenten für Garnelenfarmen

Atarrayas Assistent unterstützt Beschäftigte bei der Garnelenzucht in Schiffscontainern. Die Software überwacht die Zuchtbecken, bildet biologische Zusammenhänge ab und übersetzt Betriebsdaten in Berichte und tägliche Aufgaben. Sie übernimmt damit Analyse und Koordination, für die sonst Fachleute für Aquakultur nötig wären. Auch Menschen ohne jahrelange Branchenerfahrung sollen den biologisch komplexen Betrieb führen können.

Nach eigenen Angaben hat Atarraya frühere Bauarbeiter binnen drei Wochen zu Garnelenzüchtern ausgebildet. Die ursprüngliche Shrimpbox verpackte den Betrieb in Container; Shrimpbox Air passt das Konzept an Flächen wie Industriehallen an. Das Unternehmen hat nach eigener Aussage 22 Mio. US-$ eingesammelt und expandiert in Nordamerika sowie im Nahen Osten.

Viktor

CEO: Fryd Wiatrowski
Produkt: KI-Mitarbeiter

Viktor soll ein Geschäftsziel verfolgen können, ohne darauf zu warten, dass eine Führungskraft die Arbeit in einzelne Anweisungen und Checklisten zerlegt. CEO Fryd Wiatrowski beschreibt das System als KI-Mitarbeiter, dem ein Unternehmen ein Umsatzziel oder die Unterstützung einer Abteilung übertragen kann.

Der Agent arbeitet in Slack und Microsoft Teams, nutzt angeschlossene Unternehmenssoftware, schreibt Code und erstellt Berichte sowie andere Arbeitsergebnisse. Ein dauerhaft verfügbarer Arbeitsbereich und wiederkehrende Aufgaben ermöglichen Arbeit über eine einzelne Unterhaltung hinaus. Mit «KI-Mitarbeitern» werben inzwischen zahlreiche Start-ups. Viktor verweist auf seine Geschäftsentwicklung: In weniger als sieben Monaten habe es eine auf das Jahr hochgerechnete Umsatzrate von 50 Mio. US-$ erreicht. Diese Kennzahl ist kein bereits erzielter Jahresumsatz.

TeamTangoAI

CEO: Jimmy Lucas
Produkt: KI-Agenten für Bestattungsunternehmen

Jimmy Lucas kennt die Branche aus einem Familienunternehmen, dessen Geschichte bis 1860 zurückreicht. Der Bestatter in sechster Generation und Sozialarbeiter besitzt und betreibt 13 Bestattungshäuser im Grossraum Dallas–Fort Worth. Sein Ansatz: Software soll einen Teil der Anrufe und Nachrichten übernehmen, damit Mitarbeiter mehr Zeit für Angehörige haben.

TeamTangoAI beantwortet Telefonate, Textnachrichten und Website-Chats, die zuvor bei Beschäftigten oder nächtlichen Telefondiensten landeten. Jeder Betrieb legt selbst fest, wie viel der Agent übernimmt. Eine Regel ist laut Lucas unverhandelbar: Wer mit einem Menschen sprechen will, muss sofort weitergeleitet werden. Das Start-up erzielt noch keinen Umsatz und wird nicht von Risikokapitalgebern finanziert. Lucas sieht seine eigene Branchenerfahrung als Vorteil bei der Entwicklung. Sein Ziel sei, Bestattern mehr Zeit mit Familien zu ermöglichen – nicht ihre Arbeitsplätze zu ersetzen.

SpaceXAI

CEO: Elon Musk
Produkt: Grok Bot

Grok Bot begann als internes Werkzeug von SpaceX: Es behob Programmfehler, organisierte Sitzplätze für neue Beschäftigte und setzte Marketingkampagnen auf. Im August wurde es für berufliche Aufgaben ausserhalb des Unternehmens freigegeben. Mehrere Bots arbeiten parallel an einem Auftrag, bedienen eigene virtuelle Computer und tauschen Nachrichten aus. Ein übergeordneter Agent koordiniert das Team wie ein Stabschef.

Ein SpaceX-Mitarbeiter beschrieb die Erfahrung als Arbeit mit «acht Armen wie ein Oktopus». Einen Monat nach dem Start überschritt die Zahl der wöchentlichen Nutzer 400.000.

Stripe

CEO: Patrick Collison
Produkt: Link

Produkte suchen, vergleichen und in den Warenkorb legen ist für Agenten nur ein Teil des Einkaufs. Kritisch wird es beim Bezahlen: Dafür braucht es Zugriff auf Geld, ohne Kreditkarten- oder Bankdaten unnötig offenzulegen. Stripe erweitert sein Checkout-Produkt Link für diesen Einsatz. Nach der Freigabe eines Kaufs stellt Link eine virtuelle Einmalkreditkarte über den exakten Rechnungsbetrag aus. Der Agent kann bezahlen, erhält aber keinen Einblick in die dahinterliegende echte Kreditkarte.

Hinzu kommen Schutzleistungen für Einkäufe durch Agenten, unter anderem bei Verlust, Diebstahl und Preisrückgängen. Metas Muse startete mit Link, sodass Nutzer Käufe direkt im Assistenten freigeben können. Auch Instinct und Town verwenden den Dienst. In einem Blogbeitrag in der Woche vor Veröffentlichung der Liste teilte Stripe mit, die Zahl der über Link abgewickelten Agentenkäufe sei innerhalb eines Monats auf das 38-Fache gestiegen.

Browserbase

CEO: Paul Klein
Produkt: Browser-Infrastruktur für KI-Agenten

Browserbase will keinen weiteren Assistenten anbieten, sondern den Browser, den andere Agenten nutzen. Damit sie für Menschen im Internet arbeiten können, müssen sie Seiten laden, Schaltflächen anklicken, Informationen eingeben und Transaktionen abschliessen. Diese technische Grundlage verkauft Browserbase an andere Agentenanbieter.

Die Systeme erledigen damit Recherchen, Steuererklärungen, Einkäufe und andere Arbeiten, für die bislang ein Mensch vor dem Computer sitzen musste. Nach Unternehmensangaben hat die Plattform bereits Browserarbeit automatisiert, deren Zeitaufwand sich auf mehr als 2.000 Jahre summiert.

Exa

CEO: Will Bryk
Produkt: Suchmaschine für KI-Agenten

Bevor ein Agent einen Flug bucht, eine Vertriebs-E-Mail schreibt oder Code korrigiert, braucht er Informationen. Exa verkauft diesen ersten Schritt: eine eigens für Agenten entwickelte Suchmaschine. Sie liefert etwa Hintergrund zu potenziellen Kunden oder technische Dokumentation und unterstützt dadurch auch das Programmieren.

Nach eigenen Angaben verwendet Exa nicht bloss die Ergebnisse anderer Suchmaschinen, sondern hat einen eigenen Webcrawler, KI-Modelle und Datenbanken entwickelt. Mehr als 500.000 Entwickler und 5.000 Unternehmen bauen mit den Werkzeugen. Im Mai sammelte die Firma 250 Mio. US-$ bei einer Bewertung von 2,2 Mrd. US-$ ein.

XBOW

CEO: Oege de Moor
Produkt: KI für offensive Sicherheitstests

Eine mögliche Sicherheitslücke zu finden ist der erste Schritt. XBOW soll zusätzlich nachweisen, wie ein Angreifer sie tatsächlich ausnutzen könnte. Die Agenten untersuchen Anwendungen ihrer Kunden, identifizieren Schwachstellen und entwickeln funktionsfähige Exploits – also Verfahren oder Programme, die eine Lücke ausnutzen. Sie können auch mehrere Schwächen zu einem weiterreichenden Angriff kombinieren.

Damit übernehmen sie Recherche und Tests, die menschliche Penetrationstester bislang Schritt für Schritt erledigten. Als simuliertes Angriffsteam sollen sie Sicherheitsprobleme vor Kriminellen entdecken. Gegenüber der US-Redaktion erklärte XBOW, mehr als 200 Kunden zu betreuen, darunter grosse Banken, Fortune-500-Unternehmen, Cloudanbieter und Softwarefirmen. In realen Kundenanwendungen seien mehr als 14.000 Exploits gefunden worden.

Element451

CEO: James Novak
Produkt: KI-Agenten für Hochschulen

Element451 setzt bei einem wenig sichtbaren, aber folgenreichen Teil der Hochschulzulassung an: unbearbeiteten Bewerbungen. Seine Bolt-Agenten nutzen die Daten der jeweiligen Hochschule, beantworten Fragen zu Studiengängen und Studienfinanzierung und erinnern Interessenten daran, Formulare zu vervollständigen. Statt identische Standardmails an alle zu schicken, richten sie ihre Ansprache daran aus, welche Schritte jemand bereits erledigt hat und welche noch fehlen.

Im Hintergrund lesen die Systeme Bewerbungen, werten Zeugnisse aus und markieren möglichen Zulassungsbetrug wie Plagiate oder gefälschte Angaben. Die übergeordnete Plattform wird nach Unternehmensangaben von mehr als 400 Colleges und Universitäten genutzt, darunter Utah Valley University, Wake Tech und Bridgewater State University.

Salient

CEO: Ari Malik
Produkt: KI-Agenten für Kreditverwaltung und Verbraucherfinanzierung

Nach einem Totalschaden am Auto fällt das Versicherungsangebot zu niedrig aus: In solchen Fällen sollen Salients Agenten die Schadenunterlagen zusammentragen, den Fahrzeugwert recherchieren und mit dem Versicherer verhandeln. Sie können auch die Formalitäten bearbeiten und den Zahlungseingang zur Ablösung des Kredits abwickeln.

Dieselbe Technik setzt das Unternehmen bei Kreditkartenreklamationen, im Forderungseinzug und im Kundenservice ein. Die Agenten lesen Verträge und Kreditrichtlinien, um das weitere Vorgehen zu bestimmen – Arbeit, die traditionell häufig an Betriebszentren im Ausland ausgelagert wurde. CEO Ari Malik nannte der US-Redaktion Westlake Financial, AutoNation Finance, Exeter Finance, Ally und drei der zehn grössten US-Banken als Kunden. Das Unternehmen erziele eine auf das Jahr hochgerechnete Umsatzrate von mehr als 40 Mio. US-$.

Stuut

CEO: Tarek Alaruri
Produkt: Agenten für das Rechnungsmanagement

Stuut kümmert sich darum, dass Unternehmen bezahlt werden. Seine Agenten fassen per E-Mail, Textnachricht und Telefon bei offenen Rechnungen nach und übernehmen damit wiederkehrende Arbeiten der Finanzabteilungen. Der Anspruch reicht über automatische Zahlungserinnerungen hinaus: Stuut zielt auf den gesamten «Order-to-Cash»-Prozess, also den Weg von der Kundenbestellung bis zum Zahlungseingang.

Dafür untersuchen die Systeme Rechnungsstreitigkeiten, prüfen, ob Abzüge von Kunden berechtigt sind, und ordnen eingehende Zahlungen den richtigen Rechnungen zu. Der Anbieter richtet sich an grosse Unternehmen; zu seinen Kunden zählen Honeywell, Verifone, ZoomInfo und NCR Voyix. Nach eigenen Angaben trieb Stuut für ZoomInfo mehr als 21 Mio. US-$ ein, indem es repetitive Arbeiten im Forderungseinzug übernahm. Insgesamt seien über die Plattform mehr als 3 Mrd. US-$ abgewickelt worden, teilte das Unternehmen der US-Redaktion mit.

Text: Anna Tong und Rashi Shrivastava, Forbes US
Foto: Winston Chen

Dieser Artikel erschien am 8. Oktober 2026 auf Forbes.com.

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