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Alice Walton ist erneut die reichste Frau der USA. Das Vermögen der Walmart-Erbin wuchs innerhalb eines Jahres um 12 Mrd. US-$. Damit baut sie ihren Vorsprung auf Julia Koch deutlich aus.
Vermögen schafft Vermögen. Alice Walton führt erneut die Liste der reichsten Frauen der USA an. Für die einzige Tochter von Walmart-Gründer Sam Walton ist es das vierte Jahr in Folge an der Spitze – und das elfte Mal innerhalb der vergangenen zwölf Jahre. Walton ist heute 12 Mrd. US-$ reicher als noch vor einem Jahr. Grund dafür ist vor allem die Entwicklung der Walmart-Aktie, die innerhalb dieses Zeitraums um 10 % zulegte. Der Handelskonzern profitierte unter anderem vom Wachstum im E-Commerce und im Mitgliedergeschäft sowie vom Ausbau besonders schneller Lieferangebote.
Gleichzeitig vergrößerte sich der Abstand zu Julia Koch, der zweitreichsten Frau der USA. Das Vermögen der Erbin von Koch, Inc. stieg innerhalb eines Jahres zwar um 3,4 Mrd. US-$, liegt inzwischen aber 33,4 Mrd. US-$ unter jenem von Walton. Ein Jahr zuvor hatte die Differenz noch 24,8 Mrd. US-$ betragen. Die 76-jährige Walton ist zugleich die 13.-reichste Person der USA. Direkt vor ihr liegen ihre Brüder Rob Walton mit einem geschätzten Vermögen von 132 Mrd. US-$ und Jim Walton mit 128 Mrd. US-$.
Gemeinsam halten die Geschwister sowie zwei Erben ihres 2005 verstorbenen Bruders John Walton und nach ihm benannte gemeinnützige Trusts rund 44 % an Walmart. Rob Walton zog sich 2024 nach mehr als vier Jahrzehnten aus dem Verwaltungsrat des Konzerns zurück. Mehr als 20 Jahre davon war er dessen Vorsitzender. Jim Walton steht weiterhin an der Spitze der familieneigenen Arvest Bank Group, die über Vermögenswerte von 26 Mrd. US-$ verfügt.
Der frühe Grundstein für das Familienvermögen
Alice Waltons Weg zur reichsten Frau der USA begann lange vor ihrem Einstieg ins Berufsleben. 1953 übertrug ihr Vater 80 % seiner Anteile an der Familienholding an seine Kinder – neun Jahre bevor er den ersten Walmart eröffnete. Dadurch vermied die Familie später eine hohe Erbschaftsteuerbelastung. Walton schloss 1971 ihr Studium der Betriebswirtschaft an der Trinity University in Texas ab. Anschließend arbeitete sie kurzzeitig bei Walmart als Einkäuferin für Kinderbekleidung, bevor sie sich zunehmend der Kunst widmete.
Zehn Jahre lang leitete sie das Crystal Bridges Museum of American Art in Bentonville im US-Bundesstaat Arkansas, dem Heimatort der Familie. 2021 gab sie diese Funktion ab. Die permanente Sammlung konzentriert sich auf amerikanische Kunst aus fünf Jahrhunderten. Dazu zählen Norman Rockwells „Rosie the Riveter“, Georgia O’Keeffes „Radiator Building–Night, New York“ sowie ein 1797 entstandenes Porträt von George Washington des Malers Gilbert Stuart.
Walton gilt als Gründerin des Museums. Von den rund 1,6 Mrd. US-$, die für dessen Eröffnung im Jahr 2011 aufgewendet wurden, stammte allerdings nahezu der gesamte Betrag aus Trusts, die nach ihrem verstorbenen Bruder John sowie ihrer 2007 verstorbenen Mutter Helen Walton benannt sind.
Milliarden für Kunst, Bildung und Medizin
Seit dem Tod von Sam Walton ist die Walmart-Aktie über Jahrzehnte stark gestiegen. Die Familie verkaufte oder verschenkte deshalb schrittweise Aktien im Wert von mehreren Dutzend Milliarden US-$, um ihren Anteil trotz umfangreicher Aktienrückkäufe des Konzerns unter 50 % zu halten.
Einen Teil ihres Vermögens investiert Alice Walton in philanthropische Projekte. In den vergangenen zehn Jahren erhöhte sie ihr Engagement deutlich und brachte mehr als 6 Mrd. US-$ in fünf gemeinnützige Familienstiftungen ein. Bis 2024 hatten diese nach Schätzungen mehr als 2 Mrd. US-$ aus von Walton bereitgestellten Mitteln ausgeschüttet. Für dieses Jahr liegen die jüngsten Steuererklärungen der Non-Profit-Organisationen der Familie vor.
Über ihre Art Bridges Foundation investierte Walton seit deren Gründung im Jahr 2016 mehr als 500 Mio. US-$ in den Ankauf und die Leihgabe amerikanischer Kunstwerke. Mehr als 400 Museen in den USA erhielten bislang Werke über das Programm. Mindestens weitere 250 Mio. US-$ flossen in die Alice L. Walton School of Medicine in Bentonville. 2025 nahm die Hochschule ihren ersten Jahrgang mit 48 Medizinstudenten auf, die ein vierjähriges Studium absolvieren.
Im selben Jahr kündigten Alice Walton und weitere Familienmitglieder außerdem den Aufbau einer neuen Universität mit Schwerpunkt auf Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik an. Sie soll auf dem Gelände des früheren Walmart-Hauptsitzes in Bentonville entstehen und 2029 die ersten Studenten aufnehmen.
Text: Andrea Murphy
Illustration: Neil Jameson für Forbes