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Hohe Strafzölle halten chinesische Elektroautos weitgehend vom US-Markt fern. Robotaxi-Anbieter Waymo setzt dennoch auf Fahrzeuge des chinesischen Herstellers Zeekr und baut damit seine autonome Flotte in den USA weiter aus.
Der Verkauf chinesischer Elektroautos in den USA wird durch hohe Strafzölle und strenge Sicherheitsvorschriften stark eingeschränkt. Waymo, die Robotaxi-Tochter von Alphabet, setzt dennoch auf Fahrzeuge des chinesischen Herstellers Zeekr und erweitert damit ihre Flotte autonomer Fahrzeuge.
Chinesische Hersteller wie BYD und Xiaomi zählen inzwischen zu den größten Elektroauto-Produzenten der Welt. In den USA sind ihre Modelle aufgrund von Importzöllen von insgesamt 127,5 % jedoch kaum erhältlich. Waymo nutzt die Fahrzeuge dennoch für seinen Robotaxi-Dienst.
Bereits Ende Mai brachte das Unternehmen den neuen elektrischen Minivan Waymo Ojai, der auf dem Zeekr-Modell CM1e basiert, in Los Angeles und San Francisco auf die Straße. Damals sprach Waymo von „mehr als 100“ Fahrzeugen. Neue Importdaten zeigen jedoch ein deutlich größeres Ausmaß.
Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens ImportGenius wurden seit 2024 mehr als 3.200 Zeekr CM1e über den Hafen von Los Angeles in die USA importiert, davon allein über 2.600 Fahrzeuge im Jahr 2026. Zum chinesischen Listenpreis von rund 39.000 US-$ würde ein Fahrzeug durch die US-Zölle auf fast 89.000 US-$ steigen – die Kosten für Waymos Technologie zum autonomen Fahren sind dabei noch nicht berücksichtigt.
Waymo will Robotaxi-Flotte weiter ausbauen
Waymo bestätigt die Importzahlen nicht, erklärte jedoch, dass bereits mehr als 300 Ojai-Fahrzeuge in San Francisco, Los Angeles und Phoenix im Einsatz sind. Insgesamt ist der Robotaxi-Dienst inzwischen in 11 US-Städten verfügbar, weitere Standorte sind geplant.
Seit dem Start des Projekts im Jahr 2009 hat Waymo mehr als 20 Mrd. US-$ an Kapital aufgenommen. Aktuell vermittelt das Unternehmen mehr als 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche. Bis Ende des Jahres soll diese Zahl auf 1 Mio. Fahrten pro Woche steigen. Bei einem durchschnittlichen Fahrpreis von 20 US-$ könnte der Jahresumsatz im Jahr 2027 erstmals die Marke von 1 Mrd. US-$ überschreiten.
Um die US-Sicherheitsvorschriften einzuhalten, werden die Zeekr-Fahrzeuge ohne Sensoren und Computersysteme importiert. Erst im Waymo-Werk in Arizona werden sie mit der unternehmenseigenen Software und Hardware für autonomes Fahren ausgestattet.
Text: Alan Ohnsman
Foto: Nishat Samadzai