China stoppt Meta-Deal

China hat die geplante Übernahme des KI-Startups Manus durch Meta blockiert. Der Schritt verschärft den Technologiekonflikt zwischen Peking und Washington – kurz vor einem geplanten Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping.

Die chinesische Regierung hat Metas geplante Übernahme des chinesisch gegründeten KI-Startups Manus gestoppt. Der Deal hatte ein Volumen von 2 Mrd. US-$ und war von Meta Ende Dezember angekündigt worden.

Laut Chinas staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua erließ die für Auslandsinvestitionen zuständige Prüfstelle der National Development and Reform Commission (NDRC) eine Entscheidung gegen den Verkauf von Manus. Die Behörde ordnete demnach auch an, dass alle beteiligten Parteien die Übernahme rückabwickeln müssen. Zum Zeitpunkt des Forbes-US-Berichts hatte Meta die Entscheidung der chinesischen Behörden nicht kommentiert.

Manus wurde im März des Vorjahres als KI-Agent vorgestellt. Solche Systeme sollen komplexe Aufgaben autonom ausführen können – etwa Research-Berichte verfassen, Präsentationsfolien vorbereiten oder Websites erstellen. Chinesische Staatsmedien werteten den Start als nächsten großen KI-Erfolg des Landes, nachdem bereits Deepseeks KI-Modell für deutliche Bewegungen bei großen US-Tech-Aktien gesorgt hatte.

Laut Wall Street Journal wurden frühe Versionen von Manus vom chinesischen Startup Beijing Butterfly Effect Technology entwickelt, das 2022 gegründet wurde. Nach dem Launch verlagerte das Unternehmen laut Bericht zentrale Ingenieure sowie den Hauptsitz von Peking nach Singapur – ein Schritt, den auch andere chinesische KI-Firmen gesetzt haben. Singapur kann solchen Unternehmen helfen, geopolitische Spannungen zwischen den USA und China zu umgehen und Zugang zu westlichen KI-Modellen sowie Investoren zu erhalten.

Nach Angaben der Financial Times war der Umzug nach Singapur zunächst von der NDRC genehmigt worden. Meta und Manus sollen die chinesischen Behörden jedoch nicht informiert haben, bevor sie den Deal im Dezember abschlossen.

Bereits im Jänner, wenige Tage nach Bekanntgabe der Übernahme, begannen chinesische Behörden laut Bericht mit Untersuchungen zu möglichen nationalen Sicherheitsfragen und Exportkontrollverstößen. Im vergangenen Monat soll die NDRC die Manus-Mitgründer Xiao Hong und Ji Yichao vorgeladen haben, um die Übernahme zu besprechen. Beide sollen anschließend aufgefordert worden sein, China bis zum Abschluss der Prüfung nicht zu verlassen.

Der regulatorische Eingriff erfolgt wenige Wochen vor einem geplanten Besuch von US-Präsident Donald Trump in Peking, wo ein Gipfeltreffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping vorgesehen ist. Das Verhältnis zwischen Washington und Peking bleibt angespannt – auch wegen Künstlicher Intelligenz. Die USA blockieren weiterhin den Verkauf besonders fortschrittlicher westlicher KI-Chips nach China, um den technologischen Vorsprung zu sichern.

Vergangene Woche verschickte das US-Außenministerium laut Bericht zudem ein diplomatisches Schreiben an Botschaften und Konsulate. Darin wurden sie aufgefordert, Bedenken hinsichtlich möglicher chinesischer Versuche anzusprechen, geistiges Eigentum führender US-KI-Unternehmen zu stehlen. Im Fokus stand dabei das sogenannte „Distillation“-Verfahren, bei dem ein KI-Modell mit Ausgaben bestehender, fortschrittlicher Modelle trainiert wird, um Trainingskosten zu senken. OpenAI hatte bereits Anfang des Jahres in einem Schreiben an US-Gesetzgeber davor gewarnt, dass Deepseek versucht habe, fortschrittliche Modelle des Unternehmens auf diese Weise zu nutzen.

Text: Siladitya Ray
Foto: KI generiert

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