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Ted Turner machte Nachrichten zum 24-Stunden-Geschäft. Der CNN-Gründer, Medienunternehmer und Milliardär starb im Alter von 87 Jahren.
Ted Turner, Gründer von CNN und einer der einflussreichsten Medienunternehmer der USA, ist tot. Der Milliardär starb am Mittwoch im Alter von 87 Jahren, wie aus einer Mitteilung von Turner Enterprises hervorgeht. Forbes schätzte sein Vermögen zum Zeitpunkt seines Todes auf 2,8 Mrd. US-$.
Turner wurde vor allem durch CNN bekannt. 1980 gründete er den Sender als ersten 24-Stunden-Nachrichtenkanal im US-Kabelfernsehen – ein Modell, das die Fernsehbranche grundlegend veränderte. Nachrichten waren damit nicht länger an fixe Sendezeiten gebunden, sondern wurden zum permanenten Angebot. Turner selbst bezeichnete CNN später als seine größte Errungenschaft. Bei der Gründung soll er erklärt haben, der Sender werde nicht abschalten, bis die Welt untergehe.
CNN-Chef Mark Thompson würdigte Turner als prägende Figur des Senders. Turner sei ein engagierter, furchtloser und instinktstarker Unternehmer gewesen, der bereit gewesen sei, auf sein eigenes Urteil zu vertrauen.
Über Jahrzehnte zählte Turner zu den reichsten Menschen der USA und war lange Teil der Forbes-400-Liste. 2001 lag sein geschätztes Vermögen noch bei 8,8 Mrd. US-$. Nach der Fusion von Time Warner und AOL geriet sein Vermögen jedoch stark unter Druck. Turner hatte Turner Broadcasting fünf Jahre zuvor an Time Warner verkauft; nach der gescheiterten Fusion verlor seine Beteiligung massiv an Wert. Forbes berichtete 2011, dass der Wert seines Time-Warner-Anteils um 80 % eingebrochen war.
Neben seiner Rolle als Medienunternehmer war Turner auch einer der größten privaten Landbesitzer der USA. Zum Zeitpunkt seines Todes verfügte er Schätzungen zufolge über rund zwei Millionen Acres Land – das entspricht etwa 800.000 Hektar. Seine Flächen erstreckten sich unter anderem über Kansas, Montana, Nebraska, South Dakota und New Mexico. Turner Enterprises verwaltet zudem große Landflächen sowie Zehntausende Bisons.
Bekannt war Turner auch für seine direkte, oft provokante Art. Wegen seiner lauten und streitbaren Persönlichkeit erhielt er Spitznamen wie „Mouth of the South“ und „Captain Outrageous“. Eine besondere Rivalität verband ihn mit Rupert Murdoch, dessen Fox News später zu einem zentralen Konkurrenten von CNN wurde.
Nach seinem Rückzug aus Time Warner verlagerte Turner seinen Fokus zunehmend auf Philanthropie. Gegenüber Forbes sagte er damals, er wolle den Großteil seiner Zeit darauf verwenden, „die Welt zu retten“. Zu seinen Schwerpunkten zählten Artenschutz, der Kampf gegen nukleare Bedrohungen und internationale Initiativen. 1998 kündigte Turner eine Spende von 1 Mrd. US-$ zur Gründung der United Nations Foundation an. 2001 gründete er gemeinsam mit dem früheren US-Senator Sam Nunn die Nuclear Threat Initiative, die sich für die Verringerung nuklearer Risiken einsetzt.
Turner war dreimal verheiratet, unter anderem mit Schauspielerin Jane Fonda. Er hinterlässt fünf Kinder.
US-Präsident Donald Trump würdigte Turner auf Truth Social als eine der großen Persönlichkeiten der Rundfunkgeschichte und als Freund. Zugleich nutzte er den Beitrag für Kritik an CNN – jenem Sender, den Turner einst aufgebaut hatte.
Text: Conor Murray
Foto: John Mathew Smith