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Die nächste Wachstumsphase des Kryptomarkts könnte nicht von Menschen kommen, sondern von Maschinen. Mehrere Branchenvertreter erwarten, dass künftig autonome Softwareprogramme einen großen Teil digitaler Transaktionen ausführen.
Brian Armstrong, CEO der Kryptobörse Coinbase, erklärte Anfang März auf der Plattform X: „Sehr bald wird es mehr AI-Agenten als Menschen geben, die Transaktionen durchführen. Sie können kein Bankkonto eröffnen, aber sie können eine Kryptowallet besitzen.“
Der Hintergrund liegt in der Struktur traditioneller Finanzsysteme. Banken verlangen Identitätsprüfungen nach sogenannten KYC-Regeln. Autonome Softwareprogramme können diese Anforderungen nicht erfüllen. Kryptowährungen funktionieren dagegen ohne zentrale Identitätsprüfung. Wallets werden über kryptografische Schlüssel erstellt und können daher auch von Software verwaltet werden.
Coinbase baut bereits Infrastruktur für diesen möglichen Markt. Das Unternehmen stellte Anfang 2026 sogenannte „Agentic Wallets“ vor. Diese sollen es künstlicher Intelligenz ermöglichen, eigenständig Zahlungen auszuführen oder digitale Dienste zu bezahlen.
Auch andere Branchenvertreter erwarten eine wachsende Rolle autonomer Programme. Der ehemalige Binance-Chef Changpeng Zhao erklärte, AI-Agenten könnten künftig deutlich mehr Transaktionen ausführen als Menschen.
Ob diese Entwicklung tatsächlich eintritt, ist offen. Aktuell werden Kryptowährungen weiterhin überwiegend von privaten Investoren, Unternehmen und institutionellen Anlegern genutzt. Die Vorstellung einer „Machine-to-Machine-Economy“ gilt bisher vor allem als Zukunftsszenario der Branche.
Text: Nina Bambysheva
Foto: Wikimedia Commons