Cristiano Ronaldos Weg zur Milliarde

Cristiano Ronaldo ist der bestverdienende Sportler der Welt. Mit geschätzten Einnahmen von 300 Mio. US-$ in den vergangenen zwölf Monaten und einem Vermögen von rund 1,2 Mrd. US-$ steigt der Portugiese nun in den Kreis der Milliardäre auf.

Vor der Weltmeisterschaft 2022 schien die Karriere von Cristiano Ronaldo an einem Wendepunkt. Bei Manchester United saß der portugiesische Superstar unter Trainer Erik ten Hag zeitweise auf der Bank, zugleich wurden Fragen über sein Alter und seine sportliche Zukunft lauter. In einem viel beachteten Interview mit Piers Morgan sagte Ronaldo im November 2022, er fühle sich vom Klub „verraten“. Wenige Tage später, kurz vor Beginn der WM in Katar, einigten sich Manchester United und Ronaldo auf eine Vertragsauflösung.

Vier Jahre später wirkt dieser Bruch wie ein finanzieller Wendepunkt.

Ronaldo wartet zwar weiter auf seinen ersten WM-Titel und nimmt im Sommer mit 41 Jahren zum sechsten Mal an einer Weltmeisterschaft teil. Doch seine damalige Arbeitslosigkeit dauerte nur kurz – und der Abschied aus der Premier League erwies sich für sein Vermögen als Glücksfall. Im Januar 2023 unterschrieb Ronaldo beim saudi-arabischen Klub Al-Nassr. Der Vertrag, den er 2025 um zwei weitere Jahre verlängerte, soll ihm laut Forbes-Schätzungen mehr als 200 Mio. US-$ pro Jahr einbringen. Schon zuvor verdiente Ronaldo in England jährlich mindestens 60 Mio. US-$ auf dem Platz.

Rechnet man Gehalt, Prämien, Sponsoring und weitere geschäftliche Aktivitäten zusammen, ist Ronaldo der erste aktive Sportler, der während seiner Karriere Einnahmen von mehr als 2 Mrd. US-$ erreicht hat – vor Steuern, Beraterhonoraren und ohne Inflationsanpassung. Sein Vermögen schätzt Forbes mittlerweile auf 1,2 Mrd. US-$.

Damit zählt Ronaldo zu den wenigen aktiven Sportlern auf der Forbes-Liste der Milliardäre. Neben ihm gehören NBA-Star LeBron James, Golflegende Tiger Woods und sein langjähriger Rivale Lionel Messi dazu, der ebenfalls neu auf der Liste vertreten ist. Auch der frühere Fußballstar David Beckham erreichte zuletzt Milliardärsstatus – unter anderem durch seine Minderheitsbeteiligung an Inter Miami.

Ronaldo selbst ließ sein Vermögen nicht kommentieren. In einem Interview mit Piers Morgan im November 2025 sagte er jedoch, er verfolge seine Finanzen genau und behauptete, bereits seit Jahren Milliardär zu sein. „Es war mein Ziel, diese Zahl zu erreichen“, sagte Ronaldo, der nun als zweitreichster Mensch Portugals gilt. „Es ist wie ein Ballon d’Or.“

Der Vergleich passt zu seiner Karriere. Ronaldo gewann den Ballon d’Or fünfmal – häufiger war nur Lionel Messi erfolgreich. Aufgewachsen auf Madeira, einer kleinen Vulkaninsel im Atlantik, wurde Ronaldo früh von Scouts von Sporting Clube de Portugal entdeckt. Mit zwölf Jahren zog er 1997 nach Lissabon. 2002 debütierte er mit 17 Jahren in der Profimannschaft von Sporting CP, ein Jahr später wechselte er für rund 20 Mio. US-$ zu Manchester United.

Unter Trainer Alex Ferguson entwickelte sich Ronaldo in England zum Weltstar. Mit Manchester United gewann er drei Premier-League-Titel in Folge. 2009 wechselte er für eine damalige Rekordablöse von rund 130 Mio. US-$ zu Real Madrid. Später folgten Stationen bei Juventus, die Rückkehr nach Manchester und schließlich der Wechsel zu Al-Nassr.

Sportlich sammelte Ronaldo acht Meistertitel: drei in der Premier League, zwei in La Liga, zwei in der Serie A und 2026 den Titel in der Saudi Pro League. Dazu kommen fünf Champions-League-Trophäen sowie der EM-Titel 2016 mit Portugal – der erste große internationale Titel des Landes. In Klub- und Nationalteamwettbewerben erzielte Ronaldo bislang 973 Tore. Mehrfach sagte er, er wolle vor seinem Karriereende die Marke von 1.000 Treffern erreichen.

Auch finanziell spiegelt sich diese Laufbahn wider. Erstmals tauchte Ronaldo 2008 auf der Forbes-Liste der bestverdienenden Fußballer auf, damals mit geschätzten Einnahmen von 18,5 Mio. US-$. Seit 2010 zählt er durchgehend zu den zehn bestbezahlten Sportlern der Welt. In diesem Jahr steht er mit geschätzten 300 Mio. US-$ auf Platz eins – davon 235 Mio. US-$ aus sportlichen Einnahmen und 65 Mio. US-$ aus Sponsoring & Business. Damit egalisiert er den Rekord, den Boxer Floyd Mayweather Jr. 2015 aufgestellt hatte.

Ronaldo ist nun zum vierten Mal in Folge der bestverdienende Sportler der Welt – und zum sechsten Mal insgesamt. Häufiger führte nur Tiger Woods die Forbes-Rangliste an, nämlich elfmal.

Laut Forbes-Schätzungen kommt Ronaldo mittlerweile auf sportliche Karriereeinnahmen von 1,4 Mrd. US-$ und Gesamteinnahmen von 2,1 Mrd. US-$. Damit liegt er vor Messi, dessen Karriereeinnahmen auf rund 1,8 Mrd. US-$ geschätzt werden, sowie vor Woods, der knapp unter 2 Mrd. US-$ liegt.

Ein Teil seines jüngsten finanziellen Erfolgs hängt auch mit Saudi-Arabien zusammen. Das Land erhebt keine Einkommensteuer auf Privatpersonen. In der Vergangenheit versuchte Ronaldo bereits, seine Steuerlast zu optimieren. Wie Messi geriet er während seiner Zeit bei Real Madrid in Spanien wegen Vorwürfen der Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Werbeeinnahmen unter Druck. 2019 stimmte er einer Zahlung von 22 Mio. US-$ zu, um das Verfahren beizulegen.

Anders als viele andere Sportstars, die durch hohe Gehälter nach Saudi-Arabien wechselten und dafür Sichtbarkeit oder Werbeeinnahmen riskierten, konnte Ronaldo seine globale Marke halten. Über Instagram, Facebook und X kommt er auf nahezu eine Milliarde Follower – die größte Reichweite einer Einzelperson weltweit. Zu seinen langfristigen Sponsoren zählen unter anderem Binance, Herbalife und Therabody. Dazu kommt ein lebenslanger Ausrüstervertrag mit Nike. Sein YouTube-Kanal zählt knapp 80 Millionen Abonnenten.

Parallel baut Ronaldo seine unternehmerischen Aktivitäten aus. Unter der Marke CR7 laufen Fitnessstudios, Düfte, Uhren und Kleidung. 2016 startete er gemeinsam mit der auf Madeira ansässigen Pestana Hotel Group eine Luxushotelkette. Heute umfasst sie fünf Häuser, darunter ein Hotel am Times Square in New York, das 2021 eröffnet wurde.

Auch als Investor tritt Ronaldo zunehmend auf. 2024 beteiligte er sich am Fitness- und Health-Tech-Unternehmen Whoop und nahm im März an einer Finanzierungsrunde über 575 Mio. US-$ teil, bei der das Start-up mit 10,1 Mrd. US-$ bewertet wurde. Im Dezember investierte er zudem einen nicht genannten Betrag in das KI-Suchunternehmen Perplexity. Im Februar übernahm er außerdem 25 % am spanischen Zweitligaklub UD Almería.

Während seine aktive Karriere in die Schlussphase geht, zeigt Ronaldo damit kaum Anzeichen, sich aus dem Geschäft zurückzuziehen. „Wenn man ein bestimmtes Level erreicht, spielt Geld meiner Meinung nach keine Rolle mehr – aber es ist immer gut, mehr zu haben“, sagte er im vergangenen Jahr zu Morgan. „Wir sind Menschen. Wir sind nie zufrieden mit dem, was wir haben.“

Text: Hank Tucker
Foto: YantsImages

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