David Beckham ist Milliardär

David Beckham hat nach seiner Fußballkarriere ein Vermögen von 1 Mrd. US-$ aufgebaut. Der größte Hebel: seine Beteiligung an Inter Miami, der Aufstieg der MLS – und ein Markenimperium, das längst mehr ist als klassisches Sponsoring.

David Beckham ist längst mehr als ein ehemaliger Fußballstar. Seit seinem Karriereende im Jahr 2013 hat der Brite aus seinem Namen ein globales Geschäft gemacht – mit Markenpartnerschaften, Medienproduktionen, Start-up-Investments und vor allem seiner Beteiligung am US-Fußballklub Inter Miami.

Forbes schätzt Beckhams Vermögen inzwischen auf 1 Mrd. US-$. Damit zählt er zu einer kleinen Gruppe von Sportlern, die auch nach ihrer aktiven Karriere Milliardär wurden. Den größten Anteil daran hat Inter Miami: Beckham hält 26 % am Klub, der laut Forbes heute mit rund 1,4 Mrd. US-$ bewertet wird. Sein Anteil liegt damit bei mehr als 300 Mio. US-$ – ein Vielfaches seines ursprünglichen Investments.

Die Grundlage dafür legte Beckham bereits 2007, als er Real Madrid verließ und zu LA Galaxy in die Major League Soccer wechselte. Neben einem Fünfjahresvertrag über 6,5 Mio. US-$ pro Jahr sicherte er sich eine entscheidende Klausel: Nach seiner aktiven Karriere durfte er ein MLS-Expansion-Team für 25 Mio. US-$ erwerben. Jahre später wurde daraus Inter Miami.

Der Weg dorthin war allerdings lang. Beckham musste mehrere Partnerschaften und gescheiterte Stadionpläne überstehen. Bis 2016 hatte er bereits 39 Mio. US-$ in das Projekt investiert, ohne dass der Klub final stand. Die MLS soll ihm sogar 50 Mio. US-$ angeboten haben, um die Option zurückzukaufen. Beckham lehnte ab.

Heute ist Inter Miami einer der wertvollsten Klubs der MLS. Der Wechsel von Lionel Messi im Jahr 2023 beschleunigte die Entwicklung massiv: Die jährlichen Umsätze stiegen laut Forbes von weniger als 70 Mio. US-$ auf mehr als 250 Mio. US-$. Messi entschied sich damals gegen ein kolportiertes Angebot aus Saudi-Arabien über 400 Mio. US-$ und unterschrieb in Miami für garantierte jährliche Einnahmen zwischen 50 und 60 Mio. US-$ sowie Beteiligungen an Erlösen von MLS-Partnern wie Apple und Adidas.

Auch abseits des Sports hat Beckham sein Geschäft systematisch ausgebaut. 2025 erzielte er laut Forbes rund 100 Mio. US-$ Einnahmen. Dazu zählen Deals mit Marken wie Adidas, Nespresso, Lay’s, Stella Artois, Lenovo, McDonald’s, Verizon und Home Depot. Beckham setzt dabei nicht nur auf klassische Werbung, sondern auf langfristige Partnerschaften und eigene Unternehmen.

Seine Produktionsfirma Studio 99 veröffentlichte 2023 eine vierteilige Netflix-Dokumentation über seine Karriere. Die Serie erreichte mehr als 30 Mio. Zuschauer, gewann einen Emmy und brachte Beckham laut Forbes 21 Mio. US-$ ein. Später folgte eine Serie über Victoria Beckham; zudem schloss Studio 99 mit Netflix einen First-Look-Deal für Dokumentationen und unscripted Formate über drei Jahre.

Ein weiterer Baustein ist Beckhams Markenbusiness. Anfang 2022 beschäftigte das Unternehmen rund 30 Mitarbeiter in den Bereichen Partnerschaften, Marketing, Social Media, PR und Kreation und erzielte etwa 66 Mio. US-$ Jahresumsatz. Kurz darauf verkaufte Beckham 55 % seines Brand-Business an Authentic Brands Group – für 250 Mio. US-$ in Cash und Aktien. Er behielt 45 % sowie die kreative Kontrolle. Seitdem ist der Umsatz des Geschäfts auf 100 Mio. US-$ im Jahr 2025 gestiegen.

Auch im Gesundheitsmarkt ist Beckham aktiv. 2024 gründete er gemeinsam mit Prenetics die Supplement-Marke IM8, die Anti-Aging- und Gesundheitsprodukte verkauft. Das Unternehmen erzielte im vergangenen Jahr 60 Mio. US-$ Umsatz und peilt für 2026 rund 200 Mio. US-$ an.

Beckhams Karriere zeigt, wie aus sportlichem Ruhm ein skalierbares Geschäftsmodell entstehen kann. Während viele Athleten nach der aktiven Laufbahn vor allem über Werbedeals monetarisieren, setzte Beckham früh auf Beteiligungen, Rechte, Medien, Markenführung und Clubbesitz. Seine Entscheidung für die MLS galt 2007 als sportlicher Rückschritt. Heute ist sie der wichtigste Vermögenshebel seiner Karriere.

Mit der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko rückt der US-Fußball weiter in den Mittelpunkt. Miami ist Austragungsort von sieben Spielen, Beckham ist Gesicht einer MLS-Kampagne – und Inter Miami profitiert von einer Entwicklung, die er vor fast zwei Jahrzehnten mitangestoßen hat.

Für Beckham geht es dabei nicht nur um Vermögen, sondern um Vermächtnis. Er spricht von einer Verpflichtung gegenüber den USA, der MLS und dem Fußball. Seine Beteiligung an Inter Miami war für ihn kein reiner Finanzdeal, sondern der Versuch, nach seiner Spielerkarriere etwas Dauerhaftes aufzubauen. Heute ist genau daraus sein größter geschäftlicher Erfolg geworden.

Text: Maneet Ahuja
Foto: Matthew Brookes für Forbes US

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