Die 25-Jährige, die Hollywoods ersten KI-Filmriesen bauen will

Die neue Hollywood-Generation: „Man kann kein 10-Mrd.-US-$-Unternehmen aufbauen, wenn man nur Technologieanbieter ist. Man muss selbst zum Studio werden“, sagt Utopai-Mitgründerin Cecilia Shen gegenüber Forbes.

Die ehemalige Google-Ingenieurin Cecilia Shen will mit Utopai den Durchbruch bei KI-generierten Langfilmen schaffen. Dank eines Investments von NBA-Legende Carmelo Anthony baut die Forbes-Under-30-Absolventin nun an einem Unternehmen mit Milliardenbewertung.

Während frühere Sportstars ihre Geschichte meist in Biografien oder klassischen Filmen erzählten, setzt Carmelo Anthony nun auf KI-generierte Inhalte. Der ehemalige NBA-Star produziert gemeinsam mit Utopai Studios Filme und Serien rund um Sport, Persönlichkeiten und Entertainment. Die Beteiligung von Anthony bewertete das Unternehmen laut Forbes mit rund 1 Mrd. US-$.

Das ist bemerkenswert: Forbes schätzt den Umsatz von Utopai für 2025 auf weniger als 50 Mio. US-$. Gleichzeitig hat das Unternehmen bislang weder einen vollständigen Kinofilm noch eine komplette Serie veröffentlicht. Dennoch positioniert sich Utopai bereits als ernstzunehmender Player im globalen KI-Wettlauf Hollywoods.

Shen gründete das Unternehmen 2022 gemeinsam mit Softwareentwickler Jie Yang. Ursprünglich entwickelte das Start-up KI-Tools für 3D-Welten in Videospielen. Später verlagerte sich der Fokus auf Film und Fernsehen.

Der Markt wächst rasant. Laut Branchenberichten entstanden seit 2022 mehr als 65 neue KI-Studios weltweit. Große Medienkonzerne und Investoren investieren Milliarden in den Bereich. Disney plante zeitweise einen 1-Mrd.-US-$-Deal mit OpenAI, Netflix übernahm ein KI-Filmtool von Ben Affleck und Lionsgate kooperiert mit Runway AI.

Utopai setzt vor allem auf die eigene Plattform „PAI“. Damit können Charaktere, Szenen und Kameraperspektiven KI-gestützt erstellt und bearbeitet werden, ohne komplette Szenen neu rendern zu müssen. Innerhalb von 60 Tagen nach dem Launch erzielte Utopai laut Shen bereits wiederkehrende Jahresumsätze von 11 Mio. US-$ durch Lizenzierungen.

Das wirtschaftliche Potenzial liegt vor allem in den Produktionskosten. Während klassische Blockbuster oft mehr als 250 Mio. US-$ kosten, könnten KI-Produktionen laut Forbes mit weniger als 10 Mio. US-$ realisiert werden. Gleichzeitig lassen sich internationale Vertriebsrechte weiterhin zu marktüblichen Preisen verkaufen.

Besonders stark wächst der Markt außerhalb der USA. In Ländern wie Indonesien, Malaysia oder Kolumbien steigt die Nachfrage nach lokalen Produktionen, die ohne KI finanziell kaum realisierbar wären. In China entwickelte sich der Markt für KI-generierte Kurzdramen laut Branchenangaben bereits zu einer Industrie im Wert von 16 Mrd. US-$.

Shen sieht darin die nächste große Verschiebung Hollywoods: weg von klassischen Produktionsstrukturen, hin zu KI-gestützten Studios mit deutlich geringeren Kosten und höherer Skalierbarkeit.

Text: Matt Craig
Foto: Cody Pickens for Forbes

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