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Inge und Christoph Brinke von Smoke and Luck sprechen im Interview über das Manko von Kfz-Werkstätten: Viele Betriebe sind fachlich brillant, doch sie werden nicht wahrgenommen. Das Rezept der Marketingprofis: exzellentes Handwerk durchgängig sichtbar machen, vom Employer Branding bis hin zur Bestandskundenpflege. Denn dank starker regionaler Präsenz hängen Werkstätten weniger von der Schadensteuerung ab.
„Smoke and Luck", Rauch und Glück, das ist ein Name, der nach Vergänglichkeit und purem Zufall klingt. Ungewöhnlich für eine Marketingagentur, die ihren Kunden Strategie, Systematik und Stabilität verspricht. Wie kam es dazu?
Der Name ist für uns das Persönlichste, was wir haben. „Smoke" war Smokey, unsere französische Bulldogge, die 2025 verstorben ist. „Luck" war Lucky, der Hund meiner Frau und ihrer Mutter, der vor Jahren von uns gegangen ist. Beide haben unser Leben begleitet und geprägt. Als wir die Firma gegründet haben, war uns klar: Wir wollen etwas aufbauen, das Bestand hat und das nach etwas benannt ist, was für uns wirklich große Bedeutung hat. Smoke and Luck ist mehr als ein Firmenname – es ist eine Erinnerung daran, was im Leben wirklich zählt: Loyalität, Liebe und die Bereitschaft, gemeinsam durch dick und dünn zu gehen. Genau das leben wir auch in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden.
Auf eurer Website betont ihr, dass ihr nicht mit jedem Betrieb arbeitet und bewusst nur eine begrenzte Anzahl parallel begleitet. Woran erkennt ihr im Erstgespräch: „Das wird funktionieren" – oder eben nicht?
Im Erstgespräch hören wir vor allem zu. Wir wollen verstehen: Was treibt diesen Menschen an? Was ist seine Vision? Und ist er bereit, dafür auch mal die Komfortzone zu verlassen? Die besten Partnerschaften entstehen nicht, wenn jemand schon alles kann, sondern wenn er bereit ist, zu lernen, zu wachsen und gemeinsam mit uns etwas aufzubauen. Wenn wir diese Energie spüren – dieses „Ich will das wirklich" – dann wissen wir: Das wird funktionieren. Chemie und Ambition schlagen jeden perfekten Businessplan.
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Erfolgreiche KFZ-Betriebe ruhen auf drei Säulen, sagt ihr. Welche sind das und welche der drei wird in der Branche nach eurer Beobachtung am meisten vernachlässigt?
Die drei Säulen sind: 1. Exzellente Handwerkskunst: Das ist die Basis, ohne die nichts geht. 2. Unternehmerisches Handeln: Dazu gehören saubere Prozesse, eine klare Positionierung und eine solide Finanzplanung. 3. Sichtbarkeit und Anziehungskraft: Das ist die Fähigkeit, die eigene Leistung so zu kommunizieren, dass die richtigen Kunden und Mitarbeiter wie von selbst kommen. Die am meisten vernachlässigte Säule ist ganz klar die dritte. Viele Betriebe sind fachlich brillant, aber sie schaffen es nicht, diese Brillanz nach außen zu tragen. Sie sind die bestgehüteten Geheimnisse ihrer Region.
Wenn ein K&L- oder Werkstattbetrieb nur drei Vorzüge kommunizieren dürfte, um als Arbeitgeber erfolgreich zu rekrutieren, welche wären das? Und was sollte man lieber weglassen, obwohl es „gut klingt"?
Die drei wichtigsten Vorzüge sind: 1. Ein Team auf Augenhöhe: Echte Wertschätzung, offene Kommunikation und die Möglichkeit, sich einzubringen. 2. Ein Chef, der eine Vision hat: Jemand, der weiß, wo die Reise hingeht und seine Mitarbeiter mitnimmt. 3. Moderne Rahmenbedingungen: Das betrifft nicht nur die technische Ausstattung, sondern auch flexible Arbeitszeiten und eine faire Bezahlung. Weglassen sollte man abgedroschene Phrasen wie „familiäres Umfeld" oder „flache Hierarchien", wenn sie nicht mit Leben gefüllt sind. Authentizität schlägt Hochglanzbroschüren.
Betriebe investieren viel in die Neukundengewinnung, obwohl sie bereits einen großen Bestand haben. Was ist der stärkste Hebel, um Bestandskunden fürs Cross- oder Upselling zu gewinnen, ohne dass es wie ein Verkaufstrick wirkt?
Der stärkste Hebel ist eine ehrliche, proaktive und wertschätzende Kommunikation. Statt auf den nächsten Schaden zu warten, sollten Betriebe ihre Kunden regelmäßig kontaktieren, ihnen nützliche Tipps geben und sie an wichtige Termine erinnern. Es geht darum, vom reaktiven Reparierer zum proaktiven Partner zu werden. Wenn der Kunde spürt, dass es um seine Sicherheit und den Werterhalt seines Fahrzeugs geht und nicht um den schnellen Euro, dann entsteht Vertrauen. Und aus diesem Vertrauen heraus entstehen ganz natürlich auch Cross- und Upselling-Potenziale.
Wenn ihr einen einzigen Satz auf ein Werkstatttor drucken dürftet, der Kunden und Bewerber gleichzeitig anspricht – wie würde er lauten?
Wir können nicht zaubern - aber wir halten Wort, Termin und Qualität.
Ihr schreibt unverblümt: „Schadensteuerer füllen deine Halle, aber nicht deine eigenen Kanäle". Ihr selbst versprecht euren Kunden mehr Anfragen aus der Region. Was sind die wichtigsten Schritte, um aus „zugewiesenen" wieder direkte Aufträge zu machen?
Der wichtigste Schritt ist, die eigene Marke sichtbar zu machen und eine direkte Beziehung zu den Autofahrern in der Region aufzubauen. Das bedeutet, online präsent zu sein, wo die Kunden nach Lösungen suchen – also bei Google, auf Social Media und mit einer modernen Website. Es geht darum, die eigene Expertise zu zeigen, Vertrauen aufzubauen und so zur ersten Anlaufstelle zu werden, wenn es kracht. Parallel dazu muss die Abhängigkeit von den Versicherern schrittweise reduziert werden, indem man selbstbewusst auftritt und die eigenen Preise durchsetzt.
Ihr arbeitet mit Multichannel-Marketing. Welche zwei lokalen Werbemaßnahmen führen am häufigsten zu mehr Aufträgen aus dem Einzugsgebiet?
Die beiden effektivsten Maßnahmen sind 1. Lokale Suchmaschinenoptimierung (Local SEO): Wer bei Google in seiner Region nicht auf den vorderen Plätzen erscheint, ist quasi unsichtbar. 2. Gezielte Social-Media-Kampagnen: Mit Facebook und Instagram lassen sich sehr präzise die richtigen Zielgruppen im Einzugsgebiet ansprechen, sei es zur Kundengewinnung oder zur Mitarbeiterrekrutierung. Beide Kanäle ergänzen sich perfekt und sorgen für eine konstante Sichtbarkeit und einen stetigen Strom an neuen Anfragen.
FAQ:
Wofür steht „Smoke and Luck“ – und warum dieser Name?
Der Name ist bewusst persönlich: „Smoke“ und „Luck“ erinnern an zwei Hunde, die das Leben der Gründer geprägt haben. Er steht für Loyalität, Liebe und Verlässlichkeit – Werte, die sie auch in der Zusammenarbeit mit Kfz-Betrieben leben.
Mit welchen Betrieben arbeiten Inge und Christoph Brinke – und mit welchen nicht?
Entscheidend ist weniger der Status quo als die Haltung: Sie achten im Erstgespräch auf Vision, Lernbereitschaft und die Bereitschaft, die Komfortzone zu verlassen. Smoke and Luck begrenzt zudem die Anzahl seiner Kunden, um „Tiefe statt Tempo“ zu gewährleisten.
Was sind die drei Säulen erfolgreicher KFZ-Betriebe – und welche wird am häufigsten vernachlässigt?
Die drei Säulen sind exzellente Handwerkskunst, unternehmerisches Handeln und Sichtbarkeit. Vernachlässigt wird laut den Brinkes meist die Sichtbarkeit: Viele Betriebe sind „das bestgehütete Geheimnis“ ihrer Region.
Was sollten Betriebe als Arbeitgeber kommunizieren – und was lieber nicht?
Drei Punkte zählen: Team auf Augenhöhe, ein Chef mit Vision und moderne Rahmenbedingungen (Ausstattung, Zeitmodelle, faire Bezahlung). Austauschbare Phrasen wie „familiär“ oder „flache Hierarchien“ sollten nur genutzt werden, wenn sie im Alltag wirklich belegbar sind.
Wie gelingt mehr Direktgeschäft – unabhängig von Versicherungen und Schadensteuerung?
Die Brinkes setzen auf den Aufbau einer direkten Beziehung zu Autofahrern in der Region: sichtbar werden bei Google, in Social Media und über eine moderne Website und darüber Vertrauen aufbauen. Parallel wird die Abhängigkeit schrittweise reduziert, indem Betriebe selbstbewusst auftreten und ihre eigenen Preise durchsetzen.
Smoke and Luck ist eine spezialisierte Marketingagentur für Karosserie- und Lackierfachbetriebe. Das Unternehmen wurde 2019 gegründet und 2025 in eine GmbH umgewandelt. Die Gründer Inge und Christoph Brinke kombinieren tiefes Branchenwissen mit modernem Marketing-Know-how und begleiten ihre Kunden mit BAFA-geförderten Beratungen, Multichannel-Marketing und strategischer Positionierung auf dem Weg zu mehr Sichtbarkeit, besseren Mitarbeitern und profitablem Wachstum.