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Noch nie zuvor haben Milliardäre die Welt so stark geprägt wie heute. Sie beeinflussen Politik, Wirtschaftspolitik und Aktienmärkte – und treiben zugleich den globalen KI-Boom voran. Diese Dynamik hat das Vermögen der reichsten Menschen der Welt auf Höhen katapultiert, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wären.
Insgesamt 3.428 Unternehmer, Investoren und Erben stehen auf der diesjährigen Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt – 400 mehr als noch im Jahr 2025. Anders formuliert: In den vergangenen zwölf Monaten ist statistisch mehr als jeden Tag ein neuer Milliardär hinzugekommen.
Noch bemerkenswerter ist die Entwicklung beim Vermögen selbst. Zusammengenommen sind die Vermögen der Milliardäre weltweit um rund 4 Bio. US-$ höher als im Vorjahr. Ihr Gesamtvermögen liegt nun bei 20,1 Bio. US-$ – ein neuer Rekord. Das durchschnittliche Vermögen eines Milliardärs beträgt mittlerweile 5,8 Mrd. US-$, nach 5,3 Mrd. US-$ im Jahr 2025. Für die Berechnung der Rangliste verwendete Forbes Aktienkurse und Wechselkurse vom 1. März 2026.
Besonders deutlich zeigt sich die Dominanz der Milliardäre in den USA. Dort wird das Land derzeit von einem Milliardär regiert, und 15 der 20 reichsten Menschen der Welt leben ebenfalls in den Vereinigten Staaten.
An der Spitze steht weiterhin Elon Musk, dessen Vermögen auf rund 839 Mrd. US-$ geschätzt wird – ein neuer Rekord. Im vergangenen Jahr profitierte der Tesla- und SpaceX-Chef von steigenden Tesla-Aktien sowie mehreren hoch bewerteten Deals rund um SpaceX. Musk durchbrach dabei mehrere historische Vermögensmarken: zunächst 500 Mrd. US-$ im Oktober, dann innerhalb von nur vier Tagen im Dezember 600 Mrd. US-$ und 700 Mrd. US-$, bevor er im Februar erstmals die Marke von 800 Mrd. US-$ überschritt.
Insgesamt ist Musk heute rund 497 Mrd. US-$ reicher als noch vor einem Jahr. Damit rückt er dem ersten Dollar-Billionär der Geschichte näher als je zuvor.
Seine nächsten Verfolger liegen deutlich zurück: Larry Page auf Platz zwei mit rund 257 Mrd. US-$ und Sergey Brin auf Platz drei mit etwa 237 Mrd. US-$. Die beiden Google-Mitgründer konnten ihr Vermögen zusammen um 212 Mrd. US-$ steigern und überholten damit unter anderem Jeff Bezos, Larry Ellison und Mark Zuckerberg.
Eine weitere Marke wurde ebenfalls überschritten: 20 Personen gehören nun zum exklusiven „100-Milliarden-Club“, also Milliardären mit einem Vermögen im dreistelligen Milliardenbereich. Im vergangenen Jahr waren es noch 15. Fast die Hälfte dieser sogenannten Centibillionaires verdankt ihr Vermögen der Technologiebranche.
Zu den neuen Mitgliedern zählt auch der Krypto-Unternehmer Changpeng Zhao (CZ). Nach einer viermonatigen Haftstrafe im Jahr 2024 kehrte er mit starken Geschäftsbeziehungen und einer präsidialen Begnadigung von Donald Trump zurück. Sein Vermögen wird auf rund 110 Mrd. US-$ geschätzt – mehr als das von Bill Gates.
Trump selbst ist laut Schätzung rund 1,4 Mrd. US-$ reicher als im Vorjahr. Hauptgrund sind Gewinne aus Kryptowährungen während seines ersten Jahres nach der Rückkehr ins Präsidentenamt sowie die Aufhebung eines zivilrechtlichen Betrugsurteils in New York. Mit einem Vermögen von 6,5 Mrd. US-$ liegt er nun auf Platz 645 der Liste, nachdem er im Vorjahr noch Rang 700 belegte.
Das Jahr zählt zugleich zu den stärksten Phasen der Vermögensbildung in der Geschichte der Milliardäre. Insgesamt 390 Personen tauchen erstmals auf der Liste auf. Darunter auch prominente Namen wie Dr. Dre, Beyoncé Knowles-Carter und Roger Federer.
Weitere neue Milliardäre sind unter anderem Greg Abel, der im Januar Warren Buffett als CEO von Berkshire Hathaway nachfolgte, sowie Kimbal Musk, der jüngere Bruder von Elon Musk.
Ein zentraler Treiber neuer Vermögen ist die künstliche Intelligenz. Mindestens 86 Milliardäre verdanken ihr Vermögen maßgeblich der KI-Industrie. Fast die Hälfte von ihnen – insgesamt 42 Personen – wurde erst im vergangenen Jahr Milliardär.
Dazu zählen Unternehmer hinter Unternehmen wie Perplexity, Mercor, Mistral, Cursor, Lovable, Sierra, Harness, Cognition und Surge. Der reichste Neueinsteiger ist Edwin Chen, 38-jähriger Gründer von Surge, mit einem geschätzten Vermögen von rund 18 Mrd. US-$.
Die Geschwindigkeit, mit der KI neue Vermögen schafft, zeigt sich auch beim Alter der Milliardäre. Insgesamt 35 Milliardäre sind unter 30 Jahre alt – ein neuer Rekord.
Darunter befindet sich auch der jüngste Selfmade-Milliardär: Surya Midha, 22 Jahre alt und Mitgründer des KI-Recruiting-Start-ups Mercor, das im vergangenen Herbst mit rund 10 Mrd. US-$ bewertet wurde. Midha und seine Mitgründer sind damit die jüngsten Selfmade-Milliardäre, die jemals auf Forbes’ Liste erschienen sind – jünger als Mark Zuckerberg, der mit 23 Jahren debütierte.
Auch bei den Frauen gibt es eine neue Rekordhalterin: Launa Lopes Lara, 29 Jahre alt, ehemalige Ballerina und MIT-Absolventin aus Brasilien. Sie ist Mitgründerin der Prognosemarkt-Plattform Kalshi und damit die jüngste Selfmade-Milliardärin.
Die jüngste Milliardärin der Welt ist Amelie Voigt Trejes, 20, Erbin des brasilianischen Industriekonzerns WEG. Der älteste Milliardär ist der US-amerikanische Versicherungsunternehmer George Joseph, der im September seinen 104. Geburtstag feierte. Das Durchschnittsalter der Milliardäre liegt bei 65 Jahren.
Die 3.428 Milliardäre stammen aus 80 Ländern und Territorien rund um den Globus. Die meisten leben weiterhin in den USA (989). Dahinter folgen China inklusive Hongkong (610) und Indien (229).
Die Liste bleibt weiterhin stark männlich geprägt, doch der Anteil von Frauen wächst langsam. In diesem Jahr stehen 481 Frauen auf der Liste – das entspricht 14 % aller Milliardäre. Rund drei Viertel dieser Frauen haben ihr Vermögen geerbt.
Die reichste Frau der Welt bleibt zum zweiten Mal in Folge Alice Walton, Erbin des Walmart-Imperiums, mit einem geschätzten Vermögen von rund 134 Mrd. US-$. Die reichste Selfmade-Milliardärin ist weiterhin die Schweizer Reederei-Unternehmerin Rafaela Aponte-Diamant mit rund 44,5 Mrd. US-$.
Insgesamt gibt es weltweit 122 Selfmade-Milliardärinnen, mehr als im Vorjahr. Zu den neuen Namen zählen unter anderem Beyoncé Knowles-Carter, Launa Lopes Lara und Lucy Guo, Mitgründerin von ScaleAI.
Text: Chase Peterson-Withorn
Foto: Forbes US | Illustration von Neil Jamieson