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Der Goldpreis boomt wie nie zuvor – und damit gewinnt auch die Frage an Bedeutung, wem physisches Gold tatsächlich gehört und wie dieses Eigentum abgesichert ist. Melanie Henkel, CEO der Edmund Falkenhahn AG, erläutert, warum MTS Money Transfer System auf klare Eigentümerschaft statt Bilanzrisiko setzt und welche Bedeutung dies für Anleger und die persönliche Nachlassplanung haben kann.
Gold boomt. Seit Ende 2022 ist der Goldpreis von rund 1.800 US-$ auf aktuell etwa 4.300 US-$ je Feinunze und damit um mehr als das Doppelte gestiegen. Allein im vergangenen Jahr legte das Edelmetall um rund 30 % zu. Für Melanie Henkel, CEO der Liechtensteiner Edmund Falkenhahn AG, ist das Ausdruck einer größeren Verschiebung: Seit die USA 1971 die Bindung des Dollars an Gold aufgehoben haben, hat sich die weltweite Geldmenge vervielfacht. Das birgt Risiken: „Das Fiatgeld funktioniert so lange, wie das Vertrauen darin besteht.“ Kunden zusätzliche Sicherheit zu bieten, ist das Geschäftsmodell von MTS Money Transfer System.
Im April dieses Jahres teilte die Banque de France mit, dass sie die letzten verbliebenen Goldbestände aus New York vollständig nach Paris zurückgebracht hatte. Denn Gold kann Zentralbanken dabei unterstützen, ihre Abhängigkeit von Dollar, Euro und anderen staatlichen Reserveanlagen zu reduzieren. Doch es geht nicht nur darum, den eigenen Goldbestand zu erhöhen. Der Fall Frankreich zeigt auch, dass zunehmend eine Rolle spielt, wo Gold gelagert wird und wie schnell es im Krisenfall verfügbar ist.
Hier sieht die Edmund Falkenhahn AG den Auftrag für MTS: Das Unternehmen ermöglicht die direkte Zuordnung von physischem Gold zum jeweiligen Lizenznehmer – technisch abgebildet über eine Bezahlplattform. Die Edmund Falkenhahn AG wird dabei weder Eigentümer noch Besitzer des Goldes; das Eigentum verbleibt durchgehend beim jeweiligen Lizenznehmer.
Der Unterschied zu klassischen Banken und Kryptobörsen liegt im Eigentums- und Bilanzierungsprinzip. Banken nehmen Kundengelder in die eigene Bilanz auf und setzen sie unter anderem für das Kreditgeschäft ein. Im Ernstfall besteht für den Kunden eine Forderung gegenüber der Bank. So kann es in Ausnahmefällen vorkommen, dass die Auszahlung größerer Beträge mehrere Monate dauert.
MTS arbeitet stattdessen mit einem Lizenzmodell: Der Kunde, „Lizenznehmer“ genannt, bleibt durchgehend Eigentümer seines Goldes. Die Edmund Falkenhahn AG übernimmt lediglich die Abwicklung von Kauf, Lagerung und Verkauf im Auftrag des Lizenznehmers.
Zugeordnet wird das Vermögen in zwei Stufen: Der Hauptbestand liegt im virtuellen „Tresorfach“. Für Transaktionen wird Guthaben in die „Geldbörse“ überführt – mit einer integrierten Sperrfrist von 48 Stunden, die im Fall eines unautorisierten Zugriffs Zeit zum Reagieren verschaffen soll. Dabei stellt das Unternehmen ausschließlich eine browserbasierte Plattform bereit, weil App-Betriebssysteme mitunter Zugriff auf bestimmte Nutzungsdaten erhalten können.
Im Goldgeld liegt die Zukunft
Zusätzliche Sicherheit sieht das Unternehmen im Standort Liechtenstein. Das Fürstentum wird von der Ratingagentur S&P Global seit Jahren in die höchste Ratingkategorie eingestuft, auf einem Niveau mit Ländern wie der Schweiz und Luxemburg. „Eine pauschale Enteignung von Vermögenswerten hat es in der Geschichte Liechtensteins bislang nicht gegeben“, sagt Henkel mit Blick auf die Diskussion um ein EU-weites Vermögensregister. Ihrer Einschätzung nach müsste jeder einzelne Fall separat geprüft werden.
Technisch bildet MTS sein Gold in der plattformeigenen Einheit „World“ ab: Eine Feinunze mit einer Reinheit von 999,9 entspricht einem World, unterteilt in 1.000 „Money“, um auch Kleinbeträge im Alltag abbilden zu können. „Die Idee für die kleinere Einheit ist beim Bäcker entstanden“, sagt Henkel und lächelt. Transaktionen zwischen Lizenznehmern werden digital in Sekunden abgewickelt, ohne dass das zugrunde liegende Gold physisch bewegt werden muss.
Wer in Gold investieren möchte, sollte die konkrete Ausgestaltung des Investments genau prüfen, so Henkel. Ihrer Einschätzung nach sind vermeintlich physisch gedeckte Gold-ETFs nicht in jedem Fall ausschließlich mit tatsächlich hinterlegtem Edelmetall besichert. Entscheidend sei daher ein genauer Blick darauf, wie die Deckung ausgestaltet ist.
MTS Money Transfer System akzeptiert für die Hinterlegung ausschließlich Gold mit einer Reinheit von 999,9. Alles andere, etwa ältere Goldmünzen geringerer Feinheit, wird eingeschmolzen, bevor es der Bemessungsgrundlage zugeordnet werden kann. Angesprochen fühlen sich davon vor allem Menschen und Unternehmen, die langfristig, selbstbestimmt und diskret vorsorgen wollen – von Großeltern, die für Enkelkinder monatlich eigene Tresorfächer befüllen, bis zu Unternehmen, die kurzfristige Liquiditätsüberschüsse zwischenzeitlich in Gold parken.
Ein besonderes Merkmal des Angebots betrifft die Nachlassplanung: Inhalte des Tresorfachs und der Geldbörse gelten rechtlich als sogenanntes Verlassenschaftsstück und können frei vergeben werden – unabhängig von der gesetzlichen Erbfolge und gesetzlichen Pflichtteilsrechten anderer Länder. Im Vergleich dazu gelten für Lebensversicherungen und Stiftungen je nach Rechtsordnung eigene erbrechtliche und regulatorische Vorgaben. In der Praxis könnte dies beispielsweise bedeuten, dass Vermögen einer Pflegeperson statt Angehörigen zugutekommen kann.
Henkel beschreibt ihre Tätigkeit mit den Worten: „Geld zu Gold und Gold zu Geld.“ Ihre wichtigste Aufgabe sehe sie darin, das Eigentum ihrer Lizenznehmer zu schützen und jederzeit verfügbar zu halten. "Im Goldgeld liegt die Zukunft", so Henkel.