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Taylor Swift, Bad Bunny, The Weeknd & Co. kamen in den vergangenen zwölf Monaten gemeinsam auf 1,9 Mrd. US-$ Einnahmen. In einem Jahr, in dem Beyoncé zur Milliardärin wurde, setzte zum Jahresende vor allem ein Deal ein Ausrufezeichen.
In einem Jahr, in dem Beyoncé zur Milliardärin wurde – und Taylor Swift, die ebenfalls Milliardärin ist, mit Kansas City Chiefs Tight End Travis Kelce in ihre „Engagement Era“ startete, während sie ihr Album The Life of A Showgirlveröffentlichte – beendete The Weeknd das Jahr 2025 auf dem höchsten Ton.
Der 35-jährige Popstar gab vergangene Woche bekannt, dass er einen Anteil an seinem bestehenden Katalog an Lyric Capital verkauft. Medienberichten zufolge soll der Deal 1 Mrd. US-$ wert sein – es handelt sich dabei jedoch nicht um einen klassischen Katalogverkauf. The Weeknd behält einen Anteil an seinen bestehenden Masteraufnahmen, die seine komplette Diskografie mit sechs Alben abdecken, und behält die kreative Kontrolle über deren Nutzung. Zukünftige Aufnahmen sind nicht Teil der Vereinbarung. Der Großteil des Deals besteht aus Schulden, von denen Insider ausgehen, dass sie in Eigenkapital umgewandelt werden könnten. Forbes schätzt, dass nach Gebühren rund 200 Mio. US-$ bei ihm ankommen.
Der Musiker, dessen bürgerlicher Name Abel Tesfaye ist, deutete zudem an, dass dieser Karriereschritt ihn einem Abschied von seinem Künstlernamen näherbringen könnte. In einem Interview im April – im Zuge der Promotion seines neuen Films Hurry Up Tomorrow, einer fiktionalisierten Version seines Lebens – sagte er: Es habe sich angefühlt, als hätte er „nichts mehr zu sagen“. Er habe „alles gesagt“, was er als diese Person sagen könne – nun sei es Zeit für den nächsten Schritt. Der Film, den er mitverfasst hat, in dem er mitspielt und den er produzierte, ist als Begleitstück zu seinem gleichnamigen Album angelegt, das im Januar erschienen ist.
Der neue Vertrag, das Album und eine umsatzstarke Tour halfen ihm, die Forbes-Rangliste der bestbezahlten Musiker 2025 anzuführen. Insgesamt schafften es sechs Künstler, im vergangenen Jahr jeweils neunstellige Beträge einzunehmen. Vier der übrigen fünf zählen zu den umsatzstärksten Tour-Acts des Jahres: Beyoncé, Coldplay, Shakira und Kendrick Lamar. Nummer fünf ist Swift: The Life of a Showgirl brach Verkaufsrekorde und war das meistverkaufte Album 2025. Ein Doku-Deal mit Disney+ brachte zusätzliches Geld aus The Eras Tour.
Swift machte zudem das Gegenteil dessen, was viele andere auf dem Weg zum Reichtum tun: Sie kaufte die Rechte an ihrer eigenen Musik. Im Mai beendete sie eine jahrelange Saga und kaufte die Masteraufnahmen ihrer ersten sechs Alben in einem Deal mit Shamrock Capital zurück – geschätzter Preis: 360 Mio. US-$. Das könnte sich bald wie ein Schnäppchen anfühlen. Laut dem Musikdatenanbieter Luminate kamen Streaming-, Digital- und Physikverkäufe ihrer Musik 2025 zusammen auf 14,7 Mio. Album-Äquivalent-Einheiten – mehr als doppelt so viel wie der zweitbestverkaufte Künstler (Drake mit 7,3 Mio.) und mehr als viermal so viel wie die meisten Artists auf der Liste.
Die Liste der bestverdienenden Musiker 2025 umfasst acht Frauen und 17 Männer (darunter 15 Alumni von Forbes 30 Under 30). Zusammen verdienten die 25 Stars 2025 insgesamt 1,9 Mrd. US-$; der Median lag bei 52 Mio. US-$.
10. Bad Bunny
Einnahmen 2025: 66 Mio. US-$
Bad Bunny wurde 2025 zum vierten Mal zu Spotifys „Global Top Artist“ gekürt – mit 19,8 Mrd. Streams. Forbes schätzt, dass ihm diese Erlöse knapp 30 Mio. US-$ einbrachten. Der größte Teil seiner geschätzten 2025-Einnahmen (rund 40 Mio. US-$) stammt jedoch aus Livegeschäft: mehr als 30 Shows spielte der 31-Jährige in seiner Blockbuster-Residency in seiner Heimat Puerto Rico, passend betitelt No Me Quiero Ir de Aquí („I Don’t Want To Leave Here“).
Neben einer Rolle, die im Juli Happy Gilmore 2 maßgeblich geprägt haben soll, wurde im September zudem bekannt: Bad Bunny wird im Februar die Halftime-Show beim Super Bowl LX bestreiten.
9. Zach Bryan
Einnahmen 2025: 70 Mio. US-$
Der bestverdienende Country-Act des Jahres war der 29-jährige Zach Bryan. Im Mai schloss er einen Deal mit Warner Records: Er verkaufte die Publishing-Rechte an seinem bestehenden Katalog und verlängerte zugleich seinen Vertrag – das Paket wird auf 350 Mio. US-$ taxiert. Forbes schätzt, dass bei Bryan daraus rund 48 Mio. US-$ nach Hause gingen.
Zusätzlich nahm er mehr als 20 Mio. US-$ über Musikverkäufe und die 2025er-Termine seiner Quittin’ Time-Tour ein. Laut Pollstar hat die Tour seit Oktober 2024 insgesamt 159,6 Mio. US-$ eingespielt.
8. Chris Brown
Einnahmen 2025: 74 Mio. US-$
Der 36-jährige Brown startete 2025 mit seinem zweiten Grammy (dem ersten seit 13 Jahren): 11:11 Deluxe gewann in der Kategorie „Best R&B Album“. Im Oktober beendete er die Breezy Bowl XX Stadium World Tour – eine 20-Jahre-Jubiläumstour quer durch seine Karriere. In nur vier Monaten spielte die Tour 285 Mio. US-$ ein. Forbes schätzt, dass Brown daraus knapp 60 Mio. US-$ verdiente. Weitere rund 13 Mio. US-$ kamen über Royalties hinzu – gestützt auf geschätzte 5,25 Mio. albumäquivalente Einheiten, die er dieses Jahr verkaufte.
7. Drake
Einnahmen 2025: 78 Mio. US-$
Drake startete 2025 mit Tourdaten in Australien und Neuseeland. Am Valentinstag – passend inszeniert – veröffentlichte er mit Landsmann PartyNextDoor das Kollabo-Album $ome $exy $ongs 4 U und ging im Juli erneut auf Tour, um das Projekt zu pushen. Insgesamt spielte er 2025 über 40 Shows über zwei Tourneen hinweg; der geschätzte Nettoerlös daraus liegt bei rund 30 Mio. US-$.
Zusätzlich kamen hohe Streaming-Einnahmen: Aus seinem Katalog mit acht Alben nahm er laut Schätzung knapp 50 Mio. US-$ ein. Forbes bewertet Drakes Katalog damit als den zweitlukrativsten in der Liste – hinter jenem von Taylor Swift.
6. Shakira
Einnahmen 2025: 105 Mio. US-$
Kolumbiens Popstar Shakira landete 2025 einen Tour-Coup: Ihre Las Mujeres Ya No Lloran (Women No Longer Cry) World Tour wurde laut Billboard zur umsatzstärksten Latin-Music-Tour einer Künstlerin – mit 327,4 Mio. US-$ Erlös.
Einen emotionalen Moment lieferte sie zudem Anfang des Monats: Die 48-Jährige holte ihre beiden jungen Söhne auf die Bühne – gemeinsam performten sie „Acróstico“, einen Song ihres aktuellen Albums, den sie ihnen gewidmet hat.
5. Coldplay
Einnahmen 2025: 105 Mio. US-$
Coldplays Music of the Spheres World Tour führte die britische Rockband 2025 in Stadien in Südkorea, Indien, Hongkong, Kanada und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Knapp 50 Shows spielten die Briten in diesem Jahr – und setzten damit geschätzt rund 375 Mio. US-$ um.
Die Marathon-Tour läuft seit März 2022. Laut Billboard wurden dafür inzwischen mehr Tickets verkauft als für jede andere Tournee der Geschichte. Und beim Umsatz nähert sich Coldplay dem nächsten Rekord: Mit bislang rund 1,5 Mrd. US-$ Erlös rückt die Tour an Taylor Swifts Eras Tour heran – im Rennen um den Titel der erfolgreichsten Tour aller Zeiten.
4. Kendrick Lamar
Einnahmen 2025: 109 Mio. US-$
Der bestverdienende Rapper 2025: Kendrick Lamar startete sein Jahr als Headliner der Super Bowl LIX Halftime Show in New Orleans – und erreichte dabei 133,5 Mio. Zuschauer. Den Auftritt nutzte er auch für seinen Diss-Track „Not Like Us“, der sich gegen den siebtbestbezahlten Musiker 2025 richtet: Drake.
Die Show befeuerte den Hype um Lamars Album GNX aus 2024 neu: Es wurde 2025 zum ersten Hip-Hop-Album, das in den USA mehr als 1 Mio. Einheiten verkaufte. Im April folgte der Start der Grand National Tour mit Co-Headlinerin SZA (Platz 20 im 2025er-Ranking). Die Tour spielte 358,7 Mio. US-$ ein und ist damit nun die umsatzstärkste Co-Billing-Tour der Geschichte – vor Jay-Z und Beyoncés Konzerttour 2018.
3. Beyoncé
Einnahmen 2025: 148 Mio. US-$
Im April ging Queen Bey mit der 32 Termine umfassenden Cowboy Carter Tour auf die Straße. Die Tour spielte 407,6 Mio. US-$ ein – und wurde damit zur umsatzstärksten Country-Tour in der Geschichte von Billboard Boxscore sowie zur bislang schnellsten, die die Marke von 400 Mio. US-$ überschritt.
Strategisch setzte Beyoncé auf ein Mini-Residency-Format: nur neun Städte, dafür mehrere Shows pro Stopp. In Los Angeles stellte sie im SoFi Stadium zudem einen Rekord auf – für den höchsten Umsatz, den eine Künstlerin jemals an einem einzelnen Venue erzielte. Der Erfolg war groß genug, um Beyoncé in diesem Jahr zur Milliardärin zu machen. Damit reiht sie sich in den exklusiven Kreis von vier weiteren Musikerinnen und Musikern mit zehnstelligem Vermögen ein: Taylor Swift, Rihanna, Bruce Springsteen – und ihr Ehemann Jay-Z.
2. Taylor Swift
Einnahmen 2025: 202 Mio. US-$
Wie toppt man die rekordbrechende Eras Tour 2024? Vielleicht mit dem Nummer-1-Album im Folgejahr. Obwohl erst im Oktober erschienen, hat Swifts zwölftes Studioalbum The Life of a Showgirl 2025 reihenweise Verkaufsrekorde gebrochen – darunter die höchsten Erstwochenverkäufe der Musikgeschichte: weltweit mehr als 5,5 Mio. albumäquivalente Einheiten. Damit stieß sie auch Adeles 25 vom Thron.
Zusätzlich schloss Swift einen Streaming-Deal mit Disney+ ab: für die Rechte an der finalen Show der Eras Tour sowie eine sechsteilige Behind-the-Scenes-Dokuserie. Forbes schätzt, dass sie nach Gebühren daraus rund 80 Mio. US-$ erlöst hat. Insgesamt brachte ihr Katalog aus 16 Alben – darunter vier Neuaufnahmen – Platz 2 auf Spotifys Liste der weltweit erfolgreichsten Artists 2025, knapp hinter Bad Bunny.
1. The Weeknd
Einnahmen 2025: 298 Mio. US-$
The Weeknd hat im Januar sein sechstes Studioalbum Hurry Up Tomorrow veröffentlicht. Es stieg auf Platz 1 der Billboard 200 ein – mit 490.500 „album equivalent units“ in der ersten Woche. Nachdem er im November Tickets für Shows 2026 im Vorverkauf angeboten hatte, überschritt seine After Hours Til Dawn Tour die Marke von 1 Mrd. US-$ Brutto-Umsatz. Damit zählt sie zu nur drei Tourneen der Geschichte, die eine Zehnstelligkeit erreichten – und ist zugleich die umsatzstärkste Tour eines männlichen Solo-Künstlers. Aus den mehr als 40 Konzerten, die er 2025 spielte, soll er laut Schätzung rund 77 Mio. US-$ Gewinn mitgenommen haben. Und der Katalogdeal mit Lyric Capital zu Monatsbeginn sorgte dafür, dass er das Jahr als bestbezahlter Artist beendet.
Alle 25 Künstler gibt es hier zu sehen.
Text: Martina Di Licosa & Matt Craig
Foto: Sora