ElevenLabs investiert 1 Mrd. US-$, um verlorene Stimmen mit KI wiederherzustellen

Das KI-Startup ElevenLabs will mit seinem Programm „1 Million Voices“ Menschen helfen, ihre Stimme nach Krankheiten wie ALS oder Krebs zurückzuerlangen. Mit einer Bewertung von rund 11 Mrd. US-$ gehört das Unternehmen zu den am schnellsten wachsenden Playern im Bereich Voice-AI. Parallel startet eine Dokumentationsreihe, die zeigt, wie künstliche Stimmen das Leben Betroffener verändern.

KI-Startup ElevenLabs will eine Million Stimmen zurückbringen

Das KI-Unternehmen ElevenLabs entwickelt sich rasant zu einem der wichtigsten Akteure im globalen Wettbewerb um Sprach-KI. Die Gründer Mati Staniszewski und Piotr Dabkowski haben mit ihrem Startup innerhalb weniger Jahre eine Bewertung von rund 11 Mrd. US-$ erreicht. Investoren wie Sequoia Capital haben bislang mehr als 781 Mio. US-$ in das Unternehmen investiert.

Der rasante Aufstieg machte beide Gründer zu Milliardären. Gleichzeitig positioniert sich ElevenLabs zunehmend als zentrale Plattform für KI-basierte Sprachtechnologie – mit Kunden wie Cisco oder Epic Games und im Wettbewerb mit Konzernen wie Google und OpenAI.

Eine Million Stimmen zurückbringen

Parallel zum Wachstum arbeitet das Unternehmen an einem Projekt mit gesellschaftlichem Anspruch. Mit der Initiative „1 Million Voices“ will ElevenLabs Menschen helfen, die ihre Stimme durch Krankheiten wie Amyotrophic Lateral Sclerosis oder Krebs verloren haben.

Das Unternehmen stellt dafür Technologie im Wert von 1 Mrd. US-$ kostenlos zur Verfügung. Ziel ist es, 1 Mio. Menschen eine KI-basierte Rekonstruktion ihrer eigenen Stimme zu ermöglichen.

Seit dem offiziellen Start des Programms im Jahr 2024 hat ElevenLabs bereits rund 7.000 Betroffenen geholfen und arbeitet mit etwa 780 Organisationen weltweit zusammen.

„Wir wollten sicherstellen, dass dieses Projekt wirklich funktioniert, bevor wir darüber öffentlich sprechen“, erklärte Staniszewski gegenüber Forbes.

Ich würde nicht in diesem Bereich arbeiten, wenn ich nicht überzeugt wäre, dass diese Technologie der Gesellschaft helfen kann.

Mati Staniszewski

Wie KI verlorene Stimmen rekonstruiert

Um eine Stimme zu rekonstruieren, benötigt die Software rund 30 Minuten Audiomaterial, etwa aus Videos, Sprachnachrichten oder alten Aufnahmen. Selbst wenn nur eine Minute verfügbar ist, kann die KI daraus genügend Daten generieren, um eine realistische Stimme zu erstellen.

Die Betroffenen arbeiten anschließend gemeinsam mit ElevenLabs daran, die KI-Version ihrer Stimme zu verfeinern.

„Wir können Menschen helfen, ihre Identität zu bewahren“, sagt Staniszewski.

Ein Beispiel ist die US-Anwältin Lori Cohen, Partnerin bei der Kanzlei Greenberg Traurig. Nachdem sie 2022 ihre Stimme verlor, konnte sie mithilfe einer KI-Replik namens „Lola“ wieder vor Gericht argumentieren.

Dokumentationsreihe zeigt reale Geschichten

Um diese Geschichten sichtbar zu machen, produziert ElevenLabs eine elfteilige Dokumentationsreihe mit dem Titel „11 Voices“. Die Serie porträtiert Menschen aus den USA und Großbritannien, die mithilfe der Technologie ihre Stimme zurückgewonnen haben.

Die Premiere findet beim Technologie-Festival South by Southwest in Austin statt.

Voice-AI als nächste Technologieplattform

Für Staniszewski steht fest, dass Sprach-KI eine zentrale Rolle in der Zukunft der Technologie spielen wird.

Er sieht drei grundlegende Entwicklungen:

  • Inhalte werden zunehmend in Audioform verfügbar sein
  • Sprachbarrieren werden verschwinden
  • Stimme wird zur wichtigsten Schnittstelle zwischen Menschen und Technologie

Trotz anhaltender Debatten über die Risiken künstlicher Intelligenz betont der Gründer die positiven Anwendungsmöglichkeiten.

Text: Zoya Hasan und Alexandra York
Foto: Cody Pickens Für Forbes US

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