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Weiterbildung für Führungskräfte war lange ein Prestigesignal. Mit DORA, EU AI Act und verschärfter Nachhaltigkeitsregulierung wird sie zunehmend zur Frage von Steuerungsfähigkeit, Aufsicht und belastbarer Kompetenz.
Executive Education wird in Europa neu bewertet. Was lange als Karrierebaustein mit Signalwirkung galt, rückt 2026 näher an Regulierung, Governance und operative Verantwortung. Im Finanzsektor gilt DORA bereits seit 17. Jänner 2025. Die KI-Kompetenzpflicht des EU AI Acts greift seit 2. Februar 2025, zentrale Pflichten für Hochrisiko-KI-Systeme folgen nach geltender Timeline ab 2. August 2026. Gleichzeitig ist die CSRD für erste Unternehmen bereits in Kraft, während spätere Wellen zuletzt verschoben wurden. Weiterbildung ist damit weniger Imagefrage als Teil einer belastbaren Steuerungsarchitektur.
Wie groß die Lücke im Top-Management noch ist, zeigt eine globale Umfrage von Protiviti und BoardProspects: Nur 26 % der Directors diskutieren KI in jeder Board-Sitzung. Gerade bei Themen wie KI-Governance, digitaler Resilienz oder ESG reicht punktuelles Wissen aber kaum noch aus. Je stärker Regulierung in Geschäftsmodelle, Risikoarchitektur und Berichterstattung eingreift, desto wichtiger wird nachweisbare Kompetenz auf Leitungsebene.
Damit verändert sich auch die Logik des Weiterbildungsmarktes. Gefragt sind weniger generische Management-Seminare als Formate, die auf konkrete Rollen zugeschnitten sind: auf Geschäftsführung, Aufsichtsrat, Risikomanagement, Compliance oder Finance. Denn die Fragen eines CFO unterscheiden sich fundamental von jenen eines CRO, eines l
Geldwäschebeauftragten oder eines Aufsichtsrats. Der Trend geht damit weg von einheitlichen Karriereprogrammen und hin zu Curricula, die Verantwortung, Funktion und Umsetzungsdruck stärker abbilden.
Anbieter wie S+P Seminare setzen genau auf dieses Modell. Das Unternehmen positioniert seine Programme als rollenbasierte Weiterbildung für Entscheider und verknüpft sie mit Tool-Boxen, Fallstudien, Workshops, Zertifikaten und Digital Badges. Auf den eigenen Seiten stellt S+P dabei vor allem die direkte Anwendbarkeit in den Vordergrund: weniger Theorie, mehr operative Umsetzung in Themen wie DORA, ESG, Geldwäscheprävention, Planung und Reporting.
Für den Markt ist das ein nachvollziehbarer Ansatz. In einem Umfeld, in dem Leitungsorgane Technologie- und Risikothemen nicht mehr einfach delegieren können, steigt der Wert von Weiterbildung, die dokumentierbar, aktuell und funktionsnah ist. Entscheidend ist dabei weniger das Prestige eines Abschlusses als die Frage, ob ein Programm reale Entscheidungs- und Umsetzungskompetenz aufbaut. Genau dort setzt die Debatte um rollenbasierte Executive Education an.
S+P versucht, diesen Anspruch mit dem Label „S+P Certified“ zu besetzen. Laut Anbieter umfasst das Modell Zertifikat, Digital Badge, Community-Zugang und praxisnahe Arbeitshilfen. Zudem verweist S+P auf eine ISO-9001-Zertifizierung und ESG-Bewertung der Weiterbildung. Für Unternehmen und Führungskräfte wird damit nicht nur der Lerninhalt relevant, sondern auch die Frage, wie Weiterbildung im Alltag sichtbar, anschlussfähig und dokumentiert bleibt.
Auch ökonomisch wächst das Segment. Future Market Insights beziffert den globalen Markt für Executive-Education-Programme 2026 auf 10,9 Mrd. US-$ und erwartet bis 2036 ein Wachstum auf 31,5 Mrd. US-$. Solche Prognosen sind keine Gewissheit, zeigen aber die Richtung: Der Markt entfernt sich von Standardformaten und bewegt sich stärker in Richtung spezialisierter, anwendungsnaher Programme mit messbarem Nutzenversprechen.
Für Führungskräfte dürfte genau das der entscheidende Punkt sein. Die nächste Dekade belohnt nicht zwingend jene mit dem prestigeträchtigsten Abschluss, sondern jene, die Regulierung, Technologie und Risiko in ihrer konkreten Rolle beherrschen. Executive Education wird damit vom Karrieresymbol zum Instrument strategischer Handlungsfähigkeit.
Foto: Kenny Eliason
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