FORBES KI 30 DACH 2021 –
DIE LISTE

Diese 30 Start-ups im Bereich künstliche Intelligenz (KI) haben in der DACH-Region besonders auf sich aufmerksam gemacht.

1

SCOUTBEE

 

Würzburg, Deutschland
Series B – 60 Mio. US-$

Das Unternehmen rund um CEO Gregor Stühler katapultierte sich mit einem Funding von 60 Millionen US-$ vom 14. Platz 2020 auf den ersten Rang in diesem Jahr. ­Scout­bee setzt sich zum Ziel, den Beschaffungsvorgang für Unter­nehmen zu vereinfachen, indem das Start-up alle zehn Wochen bis zu ein Terabyte an Daten zu Wertschöpfungsketten analysiert.

2

WANDELBOTS

 

Dresden, Deutschland
Series B – 30 Mio. US-$

Das von sieben Mitarbeitern der Fakultät für Informatik der TU Dresden gegründete Unternehmen bietet eine Technologie, die es ermöglicht, ohne Fachkenntnisse und große finanzielle Sprünge Roboter zu programmieren.

3

ZEITGOLD

 

Berlin, Deutschland
Series B – 27 Mio. €

Mit einer KI-basierten Buch­haltungssoftware will Zeitgold Kleinunternehmen den Papierkram abnehmen. Bereits letztes Jahr war das Start-up mit einer Series-A-­Runde von 10 Millionen € auf Platz 16 der Liste – jetzt zieht es mit 27 Millionen € nach.

4

CANDIS

 

Berlin, Deutschland
Series B – 12 Mio. €

Neu auf der Liste ist Candis mit seiner Plattform zur Automatisierung manueller Buchhaltungs- und Zahlungsprozesse. Dafür konnte das Berliner Unternehmen in einer Finanzierungsrunde – angeführt vom israelischen Risikokapitalfonds Viola Ventures und Rabo Frontier Ventures, dem Investitionsfonds der Rabobank – 12 Millionen € einsammeln.

5

MERANTIX

 

Berlin, Deutschland
Series A – 25 Mio. €

Das Venture-Studio Merantix baut Start-ups im Bereich künstliche Intelligenz und möchte somit den Transfer zwischen Forschung und praktischer Anwendung schaffen. Dafür konnte das Unternehmen rund um Rasmus Rothe und Adrian Locher – das bereits 2019 auf der Liste war – letztes Jahr 25 Millionen US-$ einsammeln.

6

ROBOYO

 

München, Deutschland
Series A – 21 Mio. €

Mit langjähriger Erfahrung in großen IT- und Beratungsunternehmen im Bereich Prozess­optimierung will das Team von Roboyo mit seiner Robotic-Process-Automation-Lösung (RPA) Geschäftsprozesse automatisieren.

7

GERMAN BIONIC

 

Augsburg, Deutschland
Series A – 20 Mio. US-$

German Bionic ist der erste europäische Hersteller, der Exoskelette für den Einsatz in der industriellen Produktion entwickelt und fertigt. Mit dem Produkt Cray X werden die Bewegungen des Trägers unterstützt und gestärkt, sodass bei jeder Hebebewegung bis zu 30 Kilogramm kompensiert werden können.

8

ULTIMATE AI

 

Berlin, Deutschland
Series A – 20 Mio. US-$

Das Unternehmen bietet eine mehrsprachige Plattform zur Automatisierung des Kundenservice – laut dem Unternehmen bis zu 61 %. Zu den Kunden zählen unter anderem die Fluggesellschaft Finnair, der Musikstreamingdienst Deezer und der digitale Zyklustracker Clue.

9

ADVERTIMA

 

St. Gallen, Schweiz
Series A – 15 Mio. €

Advertima interpretiert durch Machine Learning, Big Data und Computer Vision menschliches Verhalten in der physischen Welt. Damit können Aspekte wie Geschlecht, Alter, Stimmung und Bewegungen, bis hin zum Kleidungsstil, erkannt und somit Einzelhändler und Lebensmittelgeschäfte in Smart Spaces verwandelt werden – etwa indem den Kunden in den Shops perso­na­lisierte Werbung angezeigt wird.

10

OMNIUS

 

BERLIN, Deutschland
Series A – 32 Mio. €

Das Team rund um CEO Sofie Quidenus-Wahlforss verwendet KI-Module, um den Schadensprozess in der Versicherungsindustrie zu optimieren und automatisieren. Das in Berlin ansässige Gründerteam stammt aus Österreich und wurde 2019 mit dem Preis „Insurance Innovation of the Year“ ausgezeichnet.

11

ANYLINE

 

Wien, Österreich
Series A – 12 Mio. US-$

Die von Anyline entwickelte Technologie ermöglicht Texterkennung auf Smartphones. Kunden sind unter anderem Unternehmen wie Swisscom, Porsche Österreich oder etwa die größte Polizeibehörde Deutschlands – die Polizei Nordrhein-Westfalen –, die mit der Technologie Ausweise, Kfz-Kennzeichen oder Führerscheine scannen, um im Feld schnell und sicher Daten erfassen zu können.

12

TWAICE

 

München, Deutschland
Series A – 11 Mio. €

Die beiden lang­jährigen Freunde und Gründer Stephan Rohr und Michael Baumann entwickelten mit Twaice eine prädiktive Batterie­analytiksoftware zur Vorhersage des Zustands eines Energiespeichers über dessen gesamten Lebenszyklus. Kunden sind unter anderem Audi oder Hero Motors aus Indien.

13

CLAIMSFORCE

 

Hamburg, Deutschland
Series A – 7 Mio. €

CEO Nils Mahlow bietet mit Claimsforce eine Software für Versicherer und Drittverwalter, um deren Schadensmanagement zu verbessern. Konkret hilft sie mittels künstlicher Intelligenz dabei, Schäden zu analysieren und zu bewerten.

14

VARA

 

Berlin, Deutschland
Series A – 6,5 Mio. €

Vara bietet eine KI-Software für Brustkrebs-Screening und optimiert somit Mammografie-Untersuchungen (Methode zur Früherkennung von Brustkrebs, Anm.), indem mittels der Technologie ungefährliche von gefährlichen Fällen unterschieden werden können.

15

SEMALYTIX

 

Bielefeld, Deutschland
Series A – 6,3 Mio. €

Das Start-up liefert mit Pharos ein auf künstlicher Intelligenz basierendes Tool zum besseren Verständnis von Patientenerfahrungen. Konkret werden Daten (bestehend aus Beiträgen von Patienten über deren Alltagserfahrungen mit diversen Medikamenten in Foren, Social Media und anderen Onlinequellen) von Semalytix gesammelt und strukturiert, um sie für die Pharmaindustrie nutzbar zu machen.

16

TALPASOLUTIONS

 

Essen, Deutschland
Series A – 4,5 Mio. €

Das Essener Start-up entwickelte eine Software für die Schwerindustrie, die Maschinen vernetzt und Daten erfasst, um daraus nutzbringende Erkenntnisse zur Effizienzsteigerung zu gewinnen – denn laut Talpasolutions nutzt die Schwerindustrie gerade einmal 1 % ihrer Daten und verschenkt somit eine Billionen-US-$-Chance.

17

GUURU

 

Zürich, Schweiz
Series A – 5 Mio. US-$

Mittels künstlicher Intelligenz erkennt die Technologie von Guuru den Inhalt von Online-Kundenanfragen und beantwortet diese entweder direkt selbst oder leitet sie an geeignete Wissensquellen bzw. erfahrene Produktnutzer – ­sogenannte Guurus – weiter. Damit können Kundenanliegen schneller und vor allem zu reduzierten Kosten bearbeitet werden.

18

MOSTLY AI

 

Wien, Österreich
Series A – 5 Mio. US-$

Mostly AI erzeugt mittels KI-Technologie synthetische Daten, die zwar die hohe Aussagekraft der originalen Daten enthalten, jedoch anonymisiert und somit frei nutzbar – also vollkommen datenschutzkonform – sind. Vor Kurzem schloss das Start-up eine Finanzierungs­runde über fünf Millionen US-$ ab; zu den Investoren gehören der Venture-Capital-Investor Earlybird, die Münchner 42 CAP und der ­Early-Stage-Investor Push Ventures.

19

SCAILYTE

 

Luzern, Schweiz
Series A – 3,7 Mio. CHF

Scailyte war bereits 2019 auf der KI-DACH-Liste von Forbes – und konnte 2020 erneut Investoren von sich überzeugen: Das Spin-off der ETH Zürich verwendet Deep-Learning-Methoden, um menschliche Zellen zu durchforsten, um so frühzeitig Hinweise auf komplexe Erkrankungen zu finden.

20

HYPATOS

 

Berlin, Deutschland
Seed Round – 10 Mio. €

Für eine Seed-Finanzierung konnte Hypatos rund um Gründer Uli Erxleben eine hohe Summe von zehn Millionen € einsammeln. Das Start-up automatisiert die Dokumentenerfassung und optimiert dadurch Backoffice-Prozesse.

21

AIGNOSTICS

 

Berlin, Deutschland
Seed Round – 5 Mio. €

Mittels künstlicher Intelligenz werden sämtliche Bereiche in der Medizin optimiert – so auch die Pathologie: Aignostics unterstützt Pathologen bei der Analyse von Gewebeproben (die unter anderem für Krebsdiagnosen entnommen werden), um schnellere und tiefere Schlüsse aus den gewonnenen Ergebnissen ziehen zu können.

22

PXL VISION

 

Zürich, Schweiz
Seed Round – 4,6 Mio. CHF

Jährlich werden Milliarden an Datensätzen gestohlen und oft für Betrugszwecke genutzt – dem möchte PXL Vision einen Riegel vorschieben: Das Spin-off der ETH Zürich entwickelte eine vollständig automatisierte digitale Identitätsprüfung auf Basis von künstlicher Intelligenz.

23

HASTY AI

 

Berlin, Deutschland
Seed Round – 3,7 Mio. US-$

Vision AI (oder Computer Vision) ermöglicht es digitalen Geräten, das menschliche Sehsystem zu replizieren bzw. Objekte in Bildern und Videos zu identifizieren und zu verarbeiten. Weil es bei diesem Prozess auf die richtige „Beschriftung“ der Daten ankommt und Entwickler viel Zeit mit dem Bereinigen und Organisieren ebendieser verbringen, hat Hasty eine Lösung entwickelt: Mit der eigens entwickelten Technologie kann dieser Prozess beschleunigt werden, indem die Hasty-Technologie die KI für die „Beschriftung“ der Daten trainiert und somit (laut dem Start-up) über 70 % der dafür normalerweise benötigten Zeit einspart.

24

TOOLSENSE

 

Wien, Österreich
Seed Round – 3 Mio. €

Toolsense bietet eine Software und Internet-of-Things-Hardware an, mit der Maschinen diverser Hersteller digitalisiert und zentral gema­nagt werden können. Das Resultat: Serviceprozesse können durch die Lösung effizienter gesteuert werden.

25

APHERIS AI

 

Berlin, Deutschland
Seed Round – 2,5 Mio. €

In der Forschung und Entwicklung entstehen viele komplexe und aus datenschutzrechtlichen Gründen auf verschiedene Institutionen verteilte Datensätze. Um daraus nutzbringende Erkenntnisse zu gewinnen, gründeten Robin Röhm und Michael Höh Apheris AI. Das Deeptech-Start-up ermöglicht eine kollaborative Auswertung der Daten bei gleichzeitiger Einhaltung des Datenschutzes.

26

WORKIST

 

Berlin, Deutschland
Seed Round – 2,75 Mio. US-$

Tim Wegner, Alexander Müller und Dr. Fabian Brosig wollen mit Workist operative und repetitive Geschäftsprozesse automatisieren, um damit mehr Ressourcen für kreative und strategische Aufgaben zu schaffen. Laut dem Unternehmen konnten somit bereits jährlich Kosten in der Höhe von 300.000 € pro Kunde eingespart werden.

27

IATROS

 

München, Deutschland
Seed Round – 2 Mio. €

Die beiden Herzspezialisten Alexander Leber und Georges von Degenfeld sowie Patrick Palacin, Wolfram Winter und Jens Schäfer gründeten 2019 das Health-Start-up iAtros als digitales Herzzentrum. Konkret werden Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterstützt, indem die App des Unternehmens die Gesundheitsdaten der Patienten erfasst und diese jederzeit den ­Ärzten und Kardiologen zur Ver­fügung stellt, um eine frühzeitige und optimale Versorgung gewährleisten zu können. Dazu gehören auch telemedizinische Sprechstunden beim Kardiologen oder Arzt und individuelle Bewegungs- und Ernährungscoachings für Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Koronare Herzerkrankung und Herzschwäche.

28

ACODIS

 

Zürich, Schweiz
Venture Series unbekannt
2 Mio. CHF

Geht es nach Acodis (ehem. Turicode), gehört die manuelle Verarbeitung von Daten der Vergangenheit an – denn mit der Technologie des Start-ups sollen Dokumente automatisiert in Sekundenschnelle in strukturierte Daten verwandelt werden. Über 40 Dokumenttypen in einer beliebigen Sprache können analysiert werden – bereits über 40 Kunden vertrauen auf das Angebot, darunter etwa Novartis, Allianz und Swisscom.

29

JINA AI

 

Berlin, Deutschland
Funding and Seed Round –7,4 Mio. US-$

Han Xiao und Xuanbin He gründeten zu Beginn der Coronapandemie mit Jina AI ein Open-Source-Ökosystem, das es Unternehmern und Entwicklern ermöglicht, mit hoher Verfügbar- und Skalierbarkeit nach Informationen aller Art zu suchen.

30

PRESIZE.AI

 
München, Deutschland
Seed Round – 2 Mio. US-$

Bis zu 50 % der Onlinebestellungen werden laut Presize wieder zurückgesendet – dies möchte das Start-up ändern: Mit der Technologie des Unternehmens sollen Kunden die besten Größenempfehlungen erhalten und somit weniger Bestellungen an das Handelsunternehmen zurücksenden. Mit Erfolg: Laut Presize erhöht sich mit dessen Technologie der Nettoumsatz um durchschnittlich 10 %.

METHODOLOGIE

Auf der Liste „KI 30 DACH 2021“ zeigt die deutschsprachige Ausgabe von Forbes 30 Jungunternehmen, die im Bereich künstliche Intelligenz (KI) tätig sind und im ver­gangenen Jahr besonders auf sich aufmerksam gemacht haben. Die Reihenfolge, in der wir hier die Start-ups nennen, basiert grob auf den Investmentphasen sowie der Höhe der jeweiligen Finanzierungsrunde. Darüber hinaus hat
sie aber keine Bedeutung und beinhaltet auch keine qualitative Wertung durch Forbes.

Als ­Wirtschaftsmagazin nehmen wir bewusst die Höhe der Finan­zierungsrunden als Ausgangspunkt und orientieren uns somit an marktbasierten Einschätzungen von Investoren, die echtes Geld in die Unternehmen stecken. Berücksichtigt wurden Investitionen, die zwischen 1. Januar und 31. Dezember 2020 öffentlich gemacht wurden.

Aus einem großen Pool von infrage kommenden Start-ups wurden mögliche Kandidaten ausgewählt und gemeinsam mit den KI-Experten von Enlite AI redaktionell geprüft.

 

Recherche: Dominik Meisinger
Text: Naila Baldwin
Fotos: beigestellt

Der Artikel erschien in unserer März-Ausgabe 2021 „Künstliche Intelligenz“.

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