Gebuchter Erfolg

Von seinen Anfängen in einer Fußballschule hat es Ricardo Biron weit gebracht: Mit seiner Unternehmensberatung verhilft der Autor und Geschäftsmann heute anderen durch Buchmarketing zu langfristigem Erfolg.

Ricardo Birons Karriere begann nicht an der Universität oder im Familienunternehmen – sondern mit einer Fußballschule. Da dies für den 26-Jährigen aber noch nicht Arbeit genug war, startete der umtriebige Biron gemeinsam mit seiner Frau Julia eine Immobilienfirma, die auch in seiner jetzigen Firma eine Kreativposition einnimmt. Und: Er interessierte sich relativ früh für das Thema Onlinemarketing. „Mein Interesse daran begann eigentlich gleich nach dem Abitur im dualen Studium“, sagt er heute.

Biron verknüpfte die Tätigkeiten und nutzte seine Expertise im Onlinemarketing, um das Immo­bilienunternehmen wie auch die Fußballschule zu bewerben und zu vergrößern. Die zeitliche und örtliche Flexibilität und die damit einher­gehende Freiheit im Tun waren für den Unternehmer dabei immer zentral. Das ist bis heute so geblieben. Biron: „Dieses Set-up gibt mir die Möglichkeit, heute in Zell am See zu sein“ – wo wir den Frankfurter Un­ternehmer zum Gespräch treffen.

Die drei Bereiche jedenfalls hätten sich, so Biron rückblickend, immer sehr gut ergänzt und sich gut miteinander kombinieren lassen. Doch Biron erreichte einen fast zu hohen Professionalisierungsgrad, konnte seine Tätigkeit in wenigen Stunden pro Woche erledigen – und verdiente damit auch noch gut. Was für andere die Erfüllung eines Traums wäre, führte Biron in eine Sinnkrise. In einem der Seminare, die Biron damals besuchte, wurde beiläufig gefragt, was ihm denn wichtiger sei – Fußball oder das Trainerdasein? Biron: „Das war der Moment, als ich erstmals begann zu hinterfragen, was ich tat. Selbst den Fußball, der eigentlich mein Ausgangspunkt war.“

Ricardo Biron
... (26) begann seine Karriere als Gründer und Leiter einer Fußballschule. Heute ver­hilft der Onlinemarketer seinen Kunden – Coaches und Trainer – zu mehr Bekanntheit und Ge­schäft. Über gezieltes Buchmarketing positioniert er seine Kunden professioneller und damit ­erfolgreicher am Markt.

Biron fehlte die Perspektive – er fiel zunächst in ein tiefes Loch. Dort angekommen kam ihm die Idee vom eigenen Buch; von der Entscheidung angetrieben, doch Trainer und Coach sein zu wollen. Das war 2018. „Es war klar: Ich fühlte mich zu mehr be­rufen – schon in der Fußballschule“, so Biron.

Doch was hat ihm das Buch gegeben, das sein Fortkommen ermöglichte? „Das Buch unterstrich einerseits meinen Expertenstatus. Andererseits wollte ich nicht mit anderen verglichen werden. Man kann sich mit einem Buch sehr gut am Markt positionieren.“ Und: Es sei eine Möglichkeit gewesen, all das Wissen, das er in Seminaren und von Experten und Trainern gesammelt hatte, zu sammeln und zu teilen. Seine Leser könnten wiederum potenzielle Klienten für ihn als Trainer sein.

Birons erstes Buch trug den Titel „Tools der Supertrainer“. Es erschien im Dezember 2018 im Eigenverlag und beinhaltet Interviews mit bekannten Coaches aus dem deutschsprachigen Raum. Im Untertitel steckt vieles von Birons Geschäftsidee: „Werde durch die verborgenen Geheimnisse Deutschlands erfolgreichster Trainer, Coaches und Speaker zum Helden deiner Branche.“ Oder in anderen Worten: „Nicht nur der Buchinhalt ist wichtig, sondern auch die Positionierung.“ Biron betrachtet das Buch nämlich vor allem als Marketingtool.

Dass Birons Buch sich durch seine Onlinemarketing-Expertise um ein Vielfaches besser verkaufte als die Werke der Konkurrenz, blieb nicht lange unentdeckt. Und so wurde aus seiner ursprünglichen Idee, sich mit dem Buch einfach nur selbst am Trainermarkt zu positionieren, relativ rasch ein eigenständiges Geschäftsmodell. Anfangs, so erzählt er, kamen Fragen wie „Wie machst du das?“ oder: „Kannst du mir helfen, mein eigenes Buch zu vermarkten?“

Was daraus entstand, ist die Ricardo Biron Consulting GmbH, die unterschiedliche Services anbietet – vom Schreiben von (Sach-)Büchern bis hin zur Vermarktung und zur Kundenakquise. Die Nachfrage scheint durchaus vorhanden – und die Coronakrise habe sogar positiv zum Geschäft beigetragen: „Erstens hatten die Leute mehr Zeit und zweitens konnten sich viel mehr Menschen vorstellen, per Videocalls zu arbeiten, was wir selbst ja seit jeher tun“, sagt er. Vor allem Letzteres hatten viele vor dem Lockdown für unmöglich gehalten – das habe dem Unternehmen in die Karten gespielt. „Dafür, dass das Geschäft noch so jung ist, haben wir viel richtig gemacht“, sagt Biron stolz. Geplant war das alles nicht in dieser Form, grinst er zufrieden. Nachsatz: „Ich bin der Meinung, bei manchen Dingen werden wir einfach geleitet.“

Die Coronakrise hat uns, wenn man so will, in die Karten gespielt.

Pro Monat betreut Birons Consultingunternehmen laut eigenen Angaben 25 bis 30 Kunden, in manchen Monaten seien es aber mehr. 75 % davon arbeiten tatsächlich an einem Buchprojekt, der Rest wird im Bereich der Kundenakquise betreut und beraten. Die Beratungsleistung beziehungsweise die Zusammenarbeit erfolgt stets über unterschiedliche Leistungspakete. Je nachdem, welche Leistungen der Kunde haben möchte, wird er einer Gruppe von 15 bis 20 Menschen zugeteilt, die in der Gruppe – via Livecall – oder auch individuell betreut werden.

Das kleinste Paket, das im Grunde dem Verfassen und Vermarkten eines Buches alleine gilt, kann modular über einen Zeitraum von sechs Monaten konsumiert werden. Dieses Paket beinhaltet zudem die Untermauerung des Expertenstatus, den Aufbau von Bekanntheit und Reichweite, sodass das Buch sich letztendlich auch gut verkauft, so Biron. Auf der nächsten Ebene – sprich beim Verfassen des Buches, seiner Vermarktung und zusätzlicher Online-Kundenakquise speziell für Coaches, Berater und Dienstleister – beinhaltet das Paket eine Betreuung über zwölf Monate. Das größte Paket, das die beiden vorangegangenen beinhaltet und den Kunden auch beim Aufbau eines entsprechenden Unternehmens sowie eines zugehörigen Teams unterstützt, läuft über einen Zeitraum von 18 Monaten. Alle Pakete sind Komplettlösungen, die Preise gibt es auf Anfrage. Wie aber läuft die Arbeit mit den Kunden konkret ab? Biron: „Drei Punkte halten wir unseren Kunden immer vor Augen. Erstens: Von Anfang an das Ende im Sinn haben. Zweitens: Was ist mein Ziel? Und drittens: Wen möchte ich erreichen?“ Die Ziele, so Biron im Nachsatz, seien natürlich unterschiedlich ausgeprägt: „Manche kommen zu uns, um sich rund um das Buch ein ganzes Geschäftsmodell aufzubauen; da geht es um Coachings und Dienstleistungen wie Seminare oder andere Produkte, die wir mitentwickeln“, sagt er. „Wir haben aber auch Kunden, die ihre Produkte, also Dienstleistungen wie Onlinekurse, ‚automatisiert‘ verkaufen wollen. Die wollen keinen zeitlichen Aufwand damit haben.“

Und je nachdem, was das Ziel sei, werde der Weg dorthin erarbeitet. So, wie auch Zusatzprodukte – etwa Hörbücher, E-Books oder Arbeits­bücher – auf diese Reise „mitgenommen werden“. Sind diese Produkte dann fertiggestellt, gelte es, erklärt der Onlinemarketing-Experte, diese nun in einen richtigen Rahmen zu setzen, sodass sie gekauft werden können. „Das machen wir komplett in Eigenregie und ganz bewusst nicht über einen Verlag oder über Amazon, weil man genau darüber die Kontrolle über die Kontaktdaten, also über die Leads der Käufer verfügt und ihm oder ihr im gleichen Schritt Zusatzangebote unterbreiten kann“, so Biron.

Die Vermarktung des Buches wiederum erfolge über ganz verschiedene Wege: „Über bezahlte Werbung etwa über soziale Medien oder über sogenanntes Affiliate Marketing – also Menschen, die eine gewisse Zielgruppe ‚besitzen‘. Mit den Leuten gehen wir strategische Kooperationen ein – sie bewerben das Buch zum Beispiel mit und werden anteilig an den Verkäufen beteiligt“, erläutert der Onlinemarketing-Experte.

Das Service ist jedenfalls umfassend: „Die Menschen haben uns – also mich und meinen Geschäftspartner – im Rahmen der unterschiedlichen Programme, die sie gebucht haben, ununterbrochen als Supporter. Sie können uns eigentlich fast durchgehend all ihre Fragen stellen.“ Daneben gibt es einen Onlinebereich, wo sich die Teilnehmer unterschiedliche Trainingsvideos ansehen und die entsprechenden Aufgaben, die dazu gestellt werden, lösen und diese ans Team schicken. Erst nach einer Feedbackschleife sei der Wechsel in das nächste Modul möglich, erklärt Biron den Prozess.

Neben diesen Standards gebe es, so der Unternehmer weiter, wöchentlich im Schnitt drei- bis viermal einen sogenannten Livecall in der Gruppe mit 15 bis 20 Teilnehmern – oder, falls gewünscht, auch im One-on-one-Setting –, wo Fragen gestellt werden können. Jeder ein­zelne Kunde profitiere aber nicht nur von den Leitern, sondern auch von der Gruppe selbst: „Unsere Kunden schätzen besonders den hervorragenden Support“, so Biron. „Sie stehen bei uns an erster Stelle.“ Jedes Buch, das über diesen Weg entsteht und auf den Markt gebracht wird, zählt in der Regel und im Kern zwischen 180 und 250 Seiten. Das Themenspek­trum ist riesig – das zuletzt verlegte Werk trägt etwa den Titel „Hilfe! Mein Kind passt nicht ins System“.

Ricardo Birons Antrieb bei der Arbeit ist stets der Gedanke, seinen Kunden durch seine Angebote mehr Freiheiten in der Ausübung ihrer Tätigkeiten zu eröffnen – einfach auch über einen Mehrverdienst; nicht unbedingt nur über gesteigerte Buchverkäufe, sondern über die bessere und professionellere Vermarktung ihrer Dienstleistungen wie etwa Coachings, Trainings und Seminare. Denn durch ein Buch werde Vertrauen aufgebaut, und durch die Bekanntheit eines Autors seien potenzielle Kunden auch offener für weitere Produkte und Dienstleistungen, erklärt Biron die Vorteile.

Der 26-Jährige wirkt zufrieden, und wenn er erzählt, wie sein Geschäft entstanden ist und sich weiterentwickelt hat, fast ein wenig überrascht – als wäre der Erfolg ihm passiert und nicht von ihm selbst gemacht. Lesen und Schreiben sei schon seit Kindertagen etwas gewesen, was er gerne und begeistert getan habe, erzählt Biron lachend. Als Kind habe er etwa ein prämiertes Buch zum Thema Weltfrieden verfasst.

Heute liest Biron am liebsten Bücher mit Geschichtskontext – „aus der Geschichte lernen wir viele gute und wichtige Dinge“, so der Unternehmer – und Biografien; zuletzt stand etwa jene von Arnold ­Schwarzenegger auf dem Programm. Biron: „Er ist eine faszinierende Persönlichkeit: einer, der sich vom Weltklasse-Bodybuilder zum Geschäftsmann, zum Filmstar, zum Politiker hochgearbeitet hat. Sein Werdegang inspiriert mich. Denn im Leben geht es doch immer um Veränderung – meinen Sie nicht?

Text: Heidi Aichinger
Fotos: Peter Schreiner und Julia Metze

*Hierbei handelt es sich um eine bezahlte Anzeige.

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