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Gold gilt seit Jahrhunderten als Symbol für Beständigkeit und Wohlstand, vor allem in Krisen wird es geschätzt. Doch während Anleger in der Regel über Barren, Münzen und Gold-ETFs diskutieren, vergessen viele Personen, dass ein Teil des privaten Goldvermögens in Schmuckschatullen und Schubladen liegt. Wenn die Preise steigen, lohnt sich eine Frage für alle Goldbesitzer: Ist die Zeit jetzt reif, das vorhandene Gold zu verkaufen? Und wenn diese Frage bejaht wird, stellt sich immer noch die Frage, wo und wie das funktioniert.
Wenn aus altem Schmuck plötzlich Kapital wird
Ein Ring, eine Kette oder eine alte Münze wurden nie als Investment gekauft, sondern sind meist alte Liebhaberstücke im Familienbesitz. Trotzdem besitzen solche Gegenstände einen Materialwert, der sich mit dem Goldpreis verändert. Gerade nach starken Kursanstiegen kann es sich deshalb lohnen, längst vergessene Bestände neu bewerten zu lassen. Anlaufstellen wie Johanns Goldstube Goldankauf München ermitteln den Wert unter anderem anhand von Gewicht, Reinheit und aktuellem Goldkurs.
Wie außergewöhnlich die Entwicklung zuletzt war, zeigen Zahlen des World Gold Council. Allein 2025 erreichte der Goldpreis 53 neue Allzeithochs. Der durchschnittliche Preis lag im vierten Quartal bei 4.135 US-Dollar je Feinunze und damit 55 Prozent über dem Vorjahreswert. Gleichzeitig überstieg die weltweite Goldnachfrage einschließlich außerbörslicher Geschäfte erstmals die Marke von 5.000 Tonnen.
Goldbesitzer befinden sich damit in einer ungewöhnlichen Situation. Was vor Jahren gekauft, geerbt oder schlicht vergessen wurde, kann heute einen erheblich höheren Materialwert besitzen.
Was entscheidet darüber, wie viel Gold wert ist?
Der Börsenkurs allein verrät noch nicht, welchen Betrag ein Händler für ein Schmuckstück zahlt. Entscheidend ist zunächst, wie viel Gold tatsächlich darin steckt. Eine Prägung wie 333, 585 oder 750 gibt Aufschluss über den Feingehalt. Bei 585er-Gold bestehen beispielsweise 58,5 Prozent der Legierung aus reinem Gold.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt Verkäufern, den ungefähren Materialwert bereits vor dem Gang zum Händler selbst zu bestimmen. Dafür werden Gewicht, Goldanteil und der aktuelle Goldpreis pro Gramm benötigt. Der so errechnete Materialwert ist allerdings nicht automatisch mit dem Ankaufspreis identisch. Händler kalkulieren unter anderem Kosten und eine eigene Marge ein.
Die Verbraucherzentrale rät dazu, mehrere Angebote einzuholen und Preise miteinander zu vergleichen. Bei Schmuck kann außerdem ein Wert jenseits des reinen Goldgehalts bestehen. Hochwertige Steine, eine bekannte Marke, eine besondere Verarbeitung oder der Sammlerwert eines Stücks können die Bewertung verändern.
Das macht den Goldankauf zu einem Geschäft, bei dem Informationen einen erheblichen Unterschied machen können. Wer Feingehalt und ungefähren Materialwert kennt, kann ein Angebot wesentlich besser einordnen.
Gold bleibt ein besonderer Vermögenswert
Dass Gold derzeit nicht nur private Anleger beschäftigt, zeigt der Blick auf die großen Marktteilnehmer. Zentralbanken kauften nach Angaben des World Gold Council 2025 netto 863 Tonnen Gold. Und das Interesse bleibt hoch, wie in einer 2026 veröffentlichten Befragung des Verbands klar wurde. Hier erwarteten 89 Prozent der befragten Reserveverwalter, dass die weltweiten Goldbestände der Zentralbanken innerhalb der folgenden zwölf Monate weiter steigen werden.
Eine Garantie gibt es aber nicht, denn auch Gold unterliegt Schwankungen. Zinsen, Wechselkurse und geopolitische Krisen, aber auch die Nachfrage großer Investoren haben Einfluss auf die Entwicklung.
Für Besitzer von altem Schmuck oder Münzen stellt sich ohnehin eine andere Frage als für Anleger, die gerade über einen Einstieg nachdenken. Sie besitzen den Vermögenswert bereits und müssen ihn nicht mehr anschaffen. Ein hoher Goldpreis kann deshalb ein Anlass sein, den Bestand zu sichten und seinen heutigen Wert zu ermitteln.
Ob daraus tatsächlich ein Verkauf wird, bleibt eine individuelle Entscheidung. Bei Erbstücken und Schmuck steht dem Marktwert schließlich häufig ein emotionaler Wert gegenüber, den keine Feinunze und kein Börsenkurs abbilden kann.
Doch wenn der Verkauf erfolgt, macht es immer Sinn, einen erfahrenen Händler zu kontaktieren, um einen optimalen Verkaufspreis zu erzielen, der über den Trennungsschmerz hinwegtröstet.
Foto: Robert Anasch