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Mit 25 Jahren steigt James Dacombe zum jüngsten Selfmade-Milliardär Europas auf. Sein KI-Chip-Startup Olix erreichte nach einer Finanzierungsrunde eine Bewertung von 3,3 Mrd. US-$. Investoren wie Arm, Reed Hastings und der britische Sovereign AI Fund setzen auf eine Technologie, die den Markt für KI-Chips herausfordern soll.
Der britische Unternehmer James Dacombe ist Europas jüngster Selfmade-Milliardär. Grundlage ist der rasante Wertzuwachs seines KI-Chip-Startups Olix, das nach einer Finanzierungsrunde Anfang August mit 3,3 Mrd. US-$ bewertet wird. Das Unternehmen sammelte dabei 312 Mio. US-$ frisches Kapital ein.
Zu den Investoren zählen der Chipdesigner Arm, der US-Hedgefonds Hudson River Trading, die Investmentgesellschaft Fundomo, Netflix-Mitgründer Reed Hastings sowie der britische Sovereign AI Fund. Dacombe hält nach Schätzungen rund 30 % an Olix und überschreitet damit die Milliardengrenze.
KI-Boom schafft immer jüngere Milliardäre
Dacombe gründete Olix erst 2024. Zuvor hatte er bereits das Neurotechnologie-Unternehmen CoMind aufgebaut, das Lösungen zur Überwachung von Gehirnaktivitäten entwickelt. Für den Aufbau seines ersten Unternehmens verzichtete er auf ein Studium und erhielt stattdessen ein Thiel Fellowship, das junge Unternehmer finanziell unterstützt.
Neben seiner Beteiligung an Olix besitzt Dacombe weiterhin rund 12 % an CoMind. Das Unternehmen nahm im August 2025 102,5 Mio. US-$ von Investoren auf. Eine Unternehmensbewertung wurde damals nicht veröffentlicht.
Weltweit gibt es nach Forbes-Daten derzeit lediglich elf Selfmade-Milliardäre, die jünger als 30 Jahre sind. Dacombe zählt zu den wenigen europäischen Unternehmern in dieser Gruppe und ist einer von nur vier Milliardären unter 30 außerhalb der USA.
Milliardenmarkt für KI-Chips wächst
Mit Olix setzt Dacombe auf einen der derzeit am stärksten wachsenden Technologiemärkte. Das Startup entwickelt spezialisierte KI-Chips für sogenannte Inference-Prozesse – jene Rechenschritte, in denen KI-Modelle Antworten generieren. Damit verfolgt das Unternehmen bewusst einen anderen Ansatz als Marktführer Nvidia, dessen Grafikprozessoren derzeit den KI-Markt dominieren.
Die Chips von Olix basieren auf Photonik. Daten werden dabei mit Licht statt elektrischer Signale übertragen. Das soll Rechenleistung, Energieeffizienz und Geschwindigkeit verbessern. Gleichzeitig verzichtet das Unternehmen auf besonders teure Hochgeschwindigkeitsspeicher, die derzeit weltweit knapp sind.
Die ersten Chips sollen nach Unternehmensangaben in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 ausgeliefert werden.
Konkurrenz investiert Milliarden
Der Wettbewerb im Markt für KI-Chips verschärft sich. Das US-Unternehmen d-Matrix, das von Microsoft unterstützt wird, verkauft bereits eigene KI-Prozessoren. Auch MatX, Etched und das britische Startup Fractile haben zuletzt hohe Finanzierungsrunden abgeschlossen.
Marktführer Nvidia baut seine Position ebenfalls weiter aus. Der Konzern unterzeichnete Ende 2025 einen 20 Mrd. US-$ schweren Lizenzvertrag mit dem KI-Chipentwickler Groq.
Dacombe sieht dennoch Marktpotenzial für spezialisierte KI-Prozessoren. Gegenüber der Financial Times erklärte er, dass individuelle Chiparchitekturen künftig eine kostengünstigere und effizientere Ausführung großer KI-Sprachmodelle ermöglichen könnten. Genau darauf richtet Olix seine Technologie aus.
Text: Alicia Park
Foto: Forbes US / Ivan Weiss, KI-gestützt erweitert