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Nur Monate nach seinem Studienabschluss gründete Floriat Spahijaj mit seinen Partnern Revide. Heute verwaltet das Trio eine Unternehmensgruppe mit bis zu acht Tochtergesellschaften, die vom Bauträgergeschäft bis zum Bauwesen alles abdeckt.
Die Immobilienbranche hatte schon bessere Zeiten gesehen, als Floriat Spahijaj 2021 seinen Master in Immobilienmanagement abschloss: Die Pandemie war noch im Gange, erste Zinserhöhungen wurden sichtbar und der Markt unsicherer – und dennoch gründete der damals 24-Jährige gemeinsam mit seinem Partner Dominik Löffler noch im selben Jahr die Revide GmbH. Einige Monate später stieß Aleksander Garbolewski dazu.
Schon während des Studiums arbeitete Spahijaj in mehreren Immobilienunternehmen – unter anderem als Immobilienverwalter sowie Asset-Manager für nationale und internationale Immobilienportfolios. Der Österreicher mit albanischen Wurzeln entwickelte schon früh den Wunsch, eigene Projekte umzusetzen: „Wir wollten entwicklungsbedürftige Immobilien kaufen, sanieren und im Anschluss weiterverkaufen – einen klassischen Bauträger aufbauen, der qualitativen Wohnraum anbietet.“ Doch die Zinswende kam schneller als erwartet – Banken wurden zurückhaltender, Finanzierungen komplexer. Die Gründer entschieden sich daher bewusst dafür, die Generalunternehmer-Sparte (GU) parallel aufzubauen – nicht als Ausweichlösung, sondern als strategischen Baustein, um unabhängig von Marktschwankungen agieren zu können.
Heute ist genau diese Kombination einer der größten Vorteile der Gruppe. Neben der Flexibilität, die so eine Struktur bietet, habe Revide einen weiteren Vorteil gegenüber Mitbewerbern, erklärt Spahijaj: „Wenn ein Bauträger als Auftraggeber mit uns spricht, redet er mit jemandem, der sein Geschäft versteht. Wir wissen genau, wie die einzelnen Projektphasen aus Sicht des Bauträgers ablaufen sollen, da wir selbst als Projektentwickler diverse Immobilienprojekte abwickeln.“ Das ermögliche präzise Entscheidungen, verlässliche Abläufe und eine Kommunikation auf Augenhöhe.
Die Revide Group steht über der Revide Capital (Bauträger- und Investmentgesellschaft) sowie der Revide GmbH (GU), unter denen weitere projektbezogene Gesellschaften entstehen. Insgesamt wickle der Generalunternehmer zwischen 150 und 200 Bau-Aufträge pro Jahr ab, sagt Spahijaj. Darunter fallen unter anderem kleine und mittelgroße Bauaufträge von Hausverwaltungen und privaten Auftraggebern sowie größere Bauprojekte von Bauträgern und institutionellen Anlegern. Zu den aktuellen Bauträger-Projekten gehören umfassende Wohnsanierungen sowie ein hochwertiger Dachgeschoß-Ausbau in der Innenstadt Wiens mit einem Projektvolumen von bis zu drei Mio. €.
Während viele Marktteilnehmer in den vergangenen Jahren auf Sicht fuhren, investierte Revide in den Aufbau. Die nächste große Expansion steht 2026 an: Ein eigenes Maklerunternehmen soll das Leistungsportfolio der Holding komplettieren. Damit wäre Revide einer der wenigen Anbieter am Markt, die die gesamte Immobilien-Wertschöpfungskette unter einem Dach vereinen, so Spahijaj; von der Projektentwicklung über die Sanierung bis zum Verkauf. „Jeder Kunde mit einem potenziellen Immobilienbedürfnis kann dann zu uns kommen – wir haben eine passende Lösung“, erklärt der heute 29-jährige Gründer.
Abseits der operativen Arbeit fällt das Unternehmen vor allem durch einen Marketingansatz auf, der in der Branche eher selten vertreten wird: Auf Social Media begleitet das Team Baustellen, produziert unterhaltsamen Content und arbeitet an Formaten, die Einblicke hinter die Kulissen bieten. In der digitalen Welt möchte Revide seinen Mitbewerbern auch sonst stets eine Nasenlänge voraus sein: In einem neuen Menüpunkt auf der Website, welcher noch dieses Jahr online geht, können Besucher etwa in einem virtuellen 3D-Raum verschiedenste Inhalte aufrufen.
Im Sportsponsoring setzt die Revide Group ebenfalls auf eine breite Präsenz: Das Unternehmen unterstützt den First Vienna FC 1894, den ältesten Fußballverein Österreichs, auf dem Weg zurück in die oberste Stufe der Bundesliga; Revide tritt auch als ein Hauptsponsor der Xtreme Combat Championship (XCC) auf, der größten Mixed-Martial-Arts-Veranstaltung des Landes. Hinzu kommen Kooperationen mit weiteren Sportvereinen wie etwa Asia Wien (einem traditionellen Kampfsportklub) oder RV Bauplatz Baller (Fußball-Kleinfeldliga-Verein). Sogar ein junges Eishockey-Talent der Vienna Capitals wird unterstützt. „Wir wollen die Marke und unsere Werte wie Disziplin, Ausdauer und Teamgeist in alle Richtungen präsentieren und sind auch bereit, dafür einiges an Geld in die Hand zu nehmen. Es braucht Mut, als junge Firma solche Wege zu gehen“, erklärt Spahijaj.
Der Gründer bewertet den Wiener Immobilienmarkt langfristig positiv. Im internationalen Vergleich sei Wohnraum in der Hauptstadt noch günstig. Er meint aber auch: „Wenn das so bleiben soll, muss noch viel mehr gebaut werden. In den letzten Jahren gab es deutlich weniger Bau-Anträge als zuvor. Die Wohnungsnachfrage hingegen wird in den nächsten Jahren weiter steigen.“ Damit das passieren kann, solle der Sektor weniger streng reguliert werden.
Trotz der Herausforderungen bleibt der Gründer optimistisch – und ambitioniert: In zehn bis 15 Jahren will Revide zu den größten privaten Bauträgern des Landes gehören. Dabei geht es Spahijaj nicht nur um Wachstumszahlen; die Vision ist eine andere: „Wir möchten schöne und langlebige Immobilien mit hoher Qualität schaffen. Wenn ich durch Wien spaziere, möchte ich auf die von uns entwickelten Häuser blicken, die das Stadtbild hoffentlich noch in den nächsten 100 Jahren nachhaltig prägen werden. Wenn Menschen an Revide denken, sollen sie an Innovation, Service und Qualität denken.“
Fotos: beigestellt