KI erkennen

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Generative KI beschleunigt die Wirtschaftskommunikation, erschwert aber die Kontrolle über Herkunft und Qualität. Einzelne Formulierungen oder KI-Detektoren reichen nicht aus, um maschinell erstellte Inhalte zuverlässig zu identifizieren.

Presseaussendungen, Präsentationen, E-Mails von Kunden und Social-Media-Beiträge lassen sich heute innerhalb weniger Minuten erstellen. Entscheidend ist daher weniger, ob KI eingesetzt wurde, sondern wie stark sie an einem Inhalt beteiligt war, wer das Ergebnis geprüft hat und wer dafür Verantwortung übernimmt.

Am Schreibstil allein lässt sich KI kaum noch erkennen. Sprachmodelle können Tonalität, Satzlänge und Wortwahl gezielt anpassen. Mögliche Hinweise sind austauschbare Einleitungen, wiederkehrende Satzmuster, allgemeine Aussagen oder scheinbar vollständige Antworten ohne konkrete Beispiele. Beweise sind solche Merkmale allerdings nicht.

Auch ein AI detector liefert keine eindeutigen Ergebnisse. Sie berechnen lediglich, wie stark ein Text statistischen Mustern maschinell erzeugter Inhalte ähnelt. Kurze Beiträge, standardisierte Formulierungen oder stark überarbeitete Texte können leicht falsch bewertet werden. Ein hoher „KI-Wert“ sollte deshalb nur als Anlass für eine genauere Prüfung dienen.

In Unternehmen ist die Faktenkontrolle wesentlich aussagekräftiger. Stimmen Zahlen, Zeiträume, Zitate und genannte Quellen? Existieren die erwähnten Studien und Personen tatsächlich? Generative Systeme können überzeugend klingende Informationen produzieren, die unvollständig, veraltet oder frei erfunden sind.

Ebenso wichtig ist die Dokumentation. Briefings, Ausgangsdokumente, Versionsverläufe und Freigaben zeigen, wie ein Inhalt entstanden ist. Kommunikationsabteilungen sollten festlegen, welche KI-Systeme verwendet werden dürfen, welche Daten eingegeben werden können und wer Texte vor der Veröffentlichung kontrolliert.

Bei Bildern, Videos und Audiodateien gewinnen technische Herkunftsnachweise an Bedeutung. Metadaten, digitale Wasserzeichen und Standards wie C2PA (ein offener technischer Standard, der manipulationssichere Metadaten in digitale Medien einbettet) können dokumentieren, mit welchen Programmen eine Datei erstellt oder verändert wurde. Fehlende Angaben beweisen jedoch keine Manipulation, da Informationen beim Export verloren gehen können.

Zusätzliche Relevanz erhält das Thema durch den EU AI Act. Ab dem 2. August 2026 gelten erweiterte Transparenzpflichten für bestimmte KI-generierte oder manipulierte Inhalte. Unternehmen sollten daher frühzeitig klare Prozesse für Kennzeichnung, Prüfung und Verantwortlichkeit etablieren.

KI lässt sich in der Wirtschaftskommunikation nicht zuverlässig anhand eines einzelnen Signals erkennen. Entscheidend ist die Kombination aus Quellenprüfung, technischer Analyse, dokumentierten Arbeitsabläufen und menschlicher Freigabe. Glaubwürdigkeit entsteht nicht durch den Verzicht auf KI, sondern durch nachvollziehbare Kontrolle.

Foto: Getty Images

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