KI-Rechenzentren treiben Milliardenmarkt: Wie Southwire vom AI-Boom profitiert

Der weltweite Ausbau von KI-Rechenzentren sorgt für einen milliardenschweren Infrastrukturboom. Davon profitiert der US-Kabelhersteller Southwire, der Rekordumsätze erzielt und Milliarden in den Ausbau seiner Produktion investiert.

Mit dem weltweiten Ausbau künstlicher Intelligenz wächst nicht nur der Markt für Software und Chips. Auch Unternehmen, die die notwendige Energieinfrastruktur bereitstellen, zählen zu den großen Gewinnern. Einer der bedeutendsten Profiteure ist der US-Kabelhersteller Southwire, der dank der steigenden Nachfrage nach Stromnetzen und Rechenzentren Rekordumsätze erzielt.

Der Ausbau von KI-Rechenzentren entwickelt sich zu einem der größten Infrastrukturmärkte der kommenden Jahre. Davon profitiert insbesondere der US-Kabelhersteller Southwire. Das Familienunternehmen steigerte seinen Umsatz 2025 auf den Rekordwert von 9,7 Mrd. US-$ – ein Plus von mehr als 50 Prozent gegenüber 2021. Das Vermögen der Eigentümerfamilie Richards wird inzwischen auf rund 13,1 Mrd. US-$ geschätzt.

Treiber dieser Entwicklung ist der weltweite Boom bei KI-Rechenzentren. Laut Daten der US-Notenbank haben sich die Investitionen in Rechenzentren zwischen 2021 und 2025 vervierfacht. Gleichzeitig befinden sich allein in den USA rund 1.500 weitere Rechenzentren im Bau oder in Planung. Moderne KI-Prozessoren benötigen zwei- bis viermal mehr elektrische Leistung als herkömmliche Chips und erhöhen damit den Bedarf an Stromleitungen und Energieinfrastruktur erheblich.

Southwire investiert massiv in diese Entwicklung. Das Unternehmen hat die Produktionskapazität eines Werks für Hochleistungskabel verdreifacht und insgesamt 1,8 Mrd. US-$ in die Modernisierung seiner Standorte investiert. Die produzierten Hochleistungskabel werden unter anderem für den Ausbau großer KI-Rechenzentren benötigt.

Bis 2030 dürfte der Stromverbrauch von KI-Rechenzentren um 175 Prozent steigen. Schon heute gilt die verfügbare Stromversorgung als einer der größten Engpässe der Branche – teilweise noch vor der Verfügbarkeit leistungsfähiger KI-Chips. Für Energieversorger und Netzbetreiber bedeutet das milliardenschwere Investitionen in den Ausbau der Stromnetze. Unternehmen wie Southwire gehören damit zu den direkten Gewinnern dieser Entwicklung.

Nach Unternehmensangaben stammt rund die Hälfte der Stromkabel für die Energieverteilung in den USA von Southwire. Zudem ist die elektrische Verkabelung des Unternehmens in etwa jedem zweiten US-Haushalt verbaut. Zusammen mit steigenden Kupferpreisen und der weltweit wachsenden Nachfrage nach Energieinfrastruktur schafft der KI-Boom damit die Grundlage für weiteres Wachstum.

Gleichzeitig nimmt die Diskussion über die Folgen des Rechenzentrums-Ausbaus zu. Kritiker verweisen auf den hohen Stromverbrauch, steigende Netzbelastungen und mögliche Auswirkungen auf die Energiepreise. Unabhängig davon dürfte der Ausbau der KI-Infrastruktur in den kommenden Jahren Milliardeninvestitionen auslösen – und Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Energieversorgung zu den größten wirtschaftlichen Gewinnern machen.

Text: Simone Melvin
Foto: KI generiert

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