Kunst im Büro wird zum Standortfaktor

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In hybriden Arbeitswelten ist das Büro längst mehr als ein Ort mit Schreibtischen und Bildschirmen. Kunst an den Wänden kann Räume profilieren, die Unternehmenskultur sichtbar machen und die Wahrnehmung bei Kunden und Beschäftigten prägen. Eine sichere Geldanlage ist sie deshalb noch lange nicht.

Die Gestaltung von Arbeitsplätzen entwickelt sich zunehmend von einer Immobilienfrage zu einem strategischen Thema. Büros sollen nicht nur funktional sein, sondern Zusammenarbeit ermöglichen, Identität vermitteln und einen nachvollziehbaren Grund für die persönliche Anwesenheit schaffen. Laut einer europäischen Büroflächen-Studie von CBRE bezeichneten 2025 rund 53 % der befragten Unternehmen eine lebendige und ansprechende Atmosphäre als größte Herausforderung, um Beschäftigte wieder stärker ins Büro zu bringen.

Damit rücken auch jene Flächen in den Fokus, die lange eher nebenbei eingerichtet wurden: Eingangsbereiche, Konferenzzimmer, Gänge oder gemeinschaftlich genutzte Zonen. Wo früher standardisierte Drucke oder austauschbare Motive aus Einrichtungskatalogen hingen, kann Originalkunst einen unverwechselbaren Bezugspunkt schaffen.

Kunst & Gemälde erzählt im besten Fall nicht nur etwas über den Künstler, sondern auch über das Unternehmen, das es auswählt. Eine Kanzlei mit konzeptuellen Arbeiten vermittelt ein anderes Selbstverständnis als ein Technologieunternehmen mit experimenteller Fotografie oder ein Familienbetrieb, der Kunstschaffende aus der Region unterstützt. Entscheidend ist weniger der Preis als eine nachvollziehbare Auswahl.

Gerade in Branchen, in denen Vertrauen, Kreativität oder ästhetisches Urteilsvermögen eine Rolle spielen, kann Kunst zu einem Teil der Unternehmenskommunikation werden. Sie ersetzt weder eine klare Positionierung noch eine funktionierende Unternehmenskultur, macht aber sichtbar, welche Themen und Perspektiven innerhalb einer Organisation Platz erhalten.

Der wirtschaftliche Effekt sollte dennoch nicht übertrieben werden. Es gibt keine belastbare Grundlage für die Annahme, ein einzelnes Gemälde erhöhe automatisch die Produktivität oder verbessere die Mitarbeiterbindung. Untersuchungen zeigen jedoch, dass die allgemeine Gestaltung eines Arbeitsplatzes die subjektiv wahrgenommene Arbeitsleistung beeinflussen kann.

Der Zugang zu Originalen ist inzwischen breiter als noch vor wenigen Jahren. Wer Kunst und Gemälde kaufen möchte, ist nicht mehr ausschließlich auf Galerien, Messen oder persönliche Kontakte angewiesen. Digitale Plattformen ermöglichen es, Arbeiten nach Format, Technik, Stilrichtung und Preisspanne zu suchen. Dadurch können auch kleinere Unternehmen Werke entdecken, die zu ihren Räumen und ihrem Budget passen.

Vor dem Kauf sollten Betriebe ähnlich strukturiert vorgehen wie bei anderen langlebigen Ausstattungsgegenständen. Neben dem Werkpreis können Kosten für Rahmung, Transport, Montage und Versicherung entstehen. Rechnung, Titel, Entstehungsjahr, Technik, Maße und Angaben zu den Kunstschaffenden sollten dokumentiert werden. Bei höherpreisigen Arbeiten sind zudem Herkunftsnachweise und eine Bestätigung der Echtheit sinnvoll.

Auch der Standort spielt eine Rolle. Direkte Sonneneinstrahlung kann Arbeiten auf Papier, Fotografien oder textile Werke dauerhaft beschädigen. Sichtbares Licht und UV-Strahlung können Pigmente ausbleichen und Materialien verändern. Nicht jedes Werk eignet sich daher für einen Platz unmittelbar neben einem Fenster.

Als Finanzanlage sollte Bürokunst nur mit Vorsicht betrachtet werden. Der Wert einzelner Arbeiten lässt sich schwer prognostizieren, Bewertungen schwanken und bei unbekannteren Namen fehlt häufig ein belastbarer Sekundärmarkt. Für die meisten Unternehmen liegt der Nutzen deshalb nicht in einer erwarteten Rendite, sondern in der täglichen Wirkung.

Foto: Getty Images

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