LVMH verkauft Marc Jacobs

LVMH trennt sich von Marc Jacobs: Die Luxusmarke soll für 850 Mio. US-$ an ein neues Joint Venture von WHP Global und G-III Apparel Group gehen. Für den französischen Luxuskonzern ist es ein weiterer Schritt, das eigene Markenportfolio zu straffen.

LVMH verkauft Marc Jacobs für 850 Mio. US-$ an ein neu gegründetes Joint Venture von WHP Global und G-III Apparel Group. Das berichten mehrere Quellen. Beide Partner sollen jeweils 425 Mio. US-$ einbringen und künftig je 50% an der Marke halten. Der Abschluss der Transaktion wird vor Jahresende erwartet.

Marc Jacobs soll Teil des Markenportfolios von WHP Global werden, das laut Angaben einen Wert von 8,5 Mrd. US-$ umfasst. Dazu zählen unter anderem Joseph Abboud, Anne Klein, Bonobos, Express, Toys “R” Us, Vera Wang und G-Star sowie kontrollierende 50%-Beteiligungen an Rag & Bone und Lands’ End.

G-III Apparel übernimmt künftig Produktentwicklung, Beschaffung sowie Direct-to-Consumer- und Wholesale-Vertrieb für Marc Jacobs. Das Unternehmen führt bereits eigene und lizenzierte Designermarken wie Karl Lagerfeld, Sonia Rykiel, DKNY, Donna Karan, Calvin Klein, Tommy Hilfiger, Halston, BCBG, French Connection und Cole Haan im Portfolio.

Marc Jacobs selbst soll weiterhin als Gründer und Kreativdirektor an Bord bleiben. Damit soll die kreative Kontinuität der Marke, der Laufstegkollektionen und der Fashion Shows gesichert werden.

Die Verbindung zwischen Jacobs und LVMH reicht bis 1997 zurück. Damals wurde er zum Kreativdirektor von Louis Vuitton berufen, während LVMH eine Mehrheitsbeteiligung an seinem gleichnamigen Label übernahm, das er 1984 gemeinsam mit Robert Duffy gegründet hatte. Jacobs blieb bis 2013 Kreativdirektor bei Louis Vuitton, bevor Nicolas Ghesquière die Damenmode übernahm.

Laut Wall Street Journal hatte LVMH bereits seit dem vergangenen Sommer Gespräche über einen Verkauf von Marc Jacobs geführt. Damals wurde die Marke mit rund 1 Mrd. US-$ bewertet. In den vergangenen Jahren trennte sich LVMH bereits von Beteiligungen an Donna Karan, DKNY, Off-White und Stella McCartney.

„Wir werden keine Marken behalten, wenn wir glauben, dass sie keine gute Ergänzung sind oder wir nicht der richtige Betreiber sind, um sie zu führen“, sagte LVMH-Finanzchefin Cécile Cabanis im vergangenen Juli bei einer Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen.

Der Schritt kommt in einer Phase, in der das Mode- und Lederwarengeschäft von LVMH unter Druck steht. Die Sparte machte im Geschäftsjahr 2025 fast die Hälfte des Konzernumsatzes aus: 44 Mrd. US-$ bzw. 38 Mrd. € von insgesamt 94 Mrd. US-$ bzw. 81 Mrd. €. Gleichzeitig gingen die Umsätze im Bereich Fashion & Leather Goods im vergangenen Jahr auf berichteter Basis um 8% zurück, im ersten Quartal 2026 folgte ein Minus von 9%.

Nach Schätzungen von TD Cowen entfallen rund 50% der Umsätze in dieser Sparte auf Louis Vuitton. Christian Dior soll weitere 20% bis 35% beitragen. Für Marken wie Celine, Fendi, Loewe, Givenchy oder Loro Piana bleibt damit ein deutlich kleinerer Anteil. Fashion United berichtete zudem, dass LVMH derzeit weitere schwächere Marken im Portfolio prüfe. Insgesamt umfasst der Konzern rund 70 Luxusmarken.

Text: Pamela N. Danziger
Foto: Moa Király

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