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2021 gründeten Johann Weitzel (25) und Patrick Zengerling (26) yoursquares aus der kueppersgruppe, einem über 100 Jahre alten Bauträger-Familienunternehmen aus Nordrhein-Westfalen. Was als Lösung für den Vertrieb eigener Neubauprojekte begann, entwickelte sich zu einer KI-Vertriebs- und Vermarktungsplattform für die Immobilienwirtschaft. Heute verbindet die yoursquares Plattform digitale Vermarktung, Leadgenerierung, KI-basierte Vorqualifizierung und Vertriebssoftware.
Der nächste Schritt ist deutlich größer: Immobilienportale verfügen über enorme Reichweite, starke Marken und Millionen Nutzer. Doch ihre professionellen Kunden erwarten heute mehr als Sichtbarkeit und klassische Leads - sie wollen mehr Nachfrage, bessere Leadqualität und effizientere Vertriebsprozesse. Gleichzeitig stehen viele Portale seit Jahren vor einer zentralen Herausforderung: Nutzerzahlen und Anfragen verlagern sich zunehmend auf andere digitale Kanäle – genau in einer Marktphase, in der Bauträger und Makler qualifizierte Nachfrage dringender denn je benötigen. Damit wächst auch der Druck auf die Portale, ihren Kunden neue Antworten jenseits des klassischen Inserats zu liefern.
Genau hier setzt yoursquares an. Das Berliner bootstrapped PropTech-Startup hat ein 25-köpfiges Team aus Tech & AI, Marketing und Vertrieb aufgebaut und arbeitet bereits als White-Label-Provider mit führenden Immobilienportalen in Europa zusammen. yoursquares integriert sich dabei als Software-, AI- und Data-Layer direkt in bestehende Plattformen und macht Lösungen, die bisher teuer, fragmentiert und schwer skalierbar waren, massentauglich - von Branding, Content und digitaler Vermarktung über Leadgenerierung und Vorqualifizierung bis hin zu Data Analytics, WhatsApp Assistenten und Automatisierungen. So können Portale diese Technologien direkt unter ihrer eigenen Marke an tausende professionelle Kunden wie Makler und Bauträger ausspielen und anbieten.
Im Gespräch mit Johann Weitzel und Patrick Zengerling, Gründer und Geschäftsführer der yoursquares GmbH
Herr Weitzel, die Welt hat bereits unzählige Immobilienportale. Warum braucht sie yoursquares?
Klassische Immobilienportale sind nicht das Problem. Sie haben Reichweite, Nutzer, Daten und vor allem etwas extrem Wertvolles: Vertrauen.
Aber gerade in Märkten mit Angebotsüberhang reicht die Nachfrage über Portale allein häufig nicht mehr aus. Bauträger und Makler suchen nach alternativen Vermarktungswegen. Darauf muss jedes Portal eine Antwort haben, wenn es seine Kunden langfristig halten will: ein starkes digitales und AI-basiertes Angebot. Genau das liefern wir.
Und das Problem geht nach der Anfrage weiter: Wer qualifiziert den Interessenten? Wer prüft Budget, Kaufabsicht und Bedarf? Wer übernimmt Follow-up und Terminierung? Welche Daten fließen zurück?
Die Portale haben Search perfektioniert. Wir bauen den Software- und AI-Layer darum.
Dabei geht es um mehr als Leadqualifizierung. Immobilienunternehmen investieren heute teilweise mittlere fünfstellige Summen allein in das Setup und die Vermarktung von Neubauprojekten – für Branding, Exposés, Visualisierungen, Videos, Landingpages, Ad Creatives und Kampagnen.
Und da sprechen wir noch nicht einmal über die Personalkosten für Mitarbeiter, die täglich Anfragen nachtelefonieren, qualifizieren und Termine koordinieren.
Viele dieser Prozesse haben wir bereits AI-basiert, standardisiert und massentauglich aufgebaut. Portale können diese Infrastruktur als White-Label-Lösung integrieren und direkt ihren Bauträger- und Maklerkunden anbieten.
So entwickelt sich das Portal vom reinen Ort für Immobilieninserate zur digitalen Marketing- und Vertriebsplattform für seine Kunden.
Herr Zengerling, was hat ein Immobilienportal wirtschaftlich davon?
Sehr viel. Denn der Kampf um den B2B-Kunden verändert sich.
Wenn ein Bauträger oder Makler nicht genügend Nachfrage bekommt oder mit der Qualität seiner Anfragen unzufrieden ist, stellt er irgendwann die Frage, warum er jeden Monat Geld für ein Portal bezahlt. Und im Zweifel wandert dieses Budget zu Performance-Marketing-Agenturen, anderen Portalen oder es wird in lokale Offline-Werbung gesteckt.
Genau diese Lücke schließen wir.
Das Portal kann über seine eigene Marke zusätzliche Sales- und AI-Produkte anbieten und gleichzeitig skalierbar qualifizierte Nachfrage für seine Kunden generieren.
Das Portal verkauft nicht mehr nur Reichweite. Es wird tiefer Bestandteil des Vertriebserfolgs seines Kunden. Und genau dadurch entsteht Stickiness.
Damit sprechen wir plötzlich über ganz andere KPIs: ARPA, Retention, Customer Lifetime Value, Upselling und Kundenzufriedenheit.
Herr Weitzel, AI-Lösungen entstehen aktuell überall. Was macht yoursquares in diesem Markt besonders?
Der entscheidende Punkt ist für mich nicht AI allein, sondern die Kombination aus Daten, Immobilien-Know-how, Technologie und realer Anwendung.
In der Immobilienbranche heißt es seit Jahrzehnten: Lage, Lage, Lage. Bei AI heißt es für mich: Daten, Daten, Daten.
Über fünf Jahre haben wir durch detailliertes Tracking eine sehr granulare Datenbasis über den Immobilienmarkt aufgebaut. Wir sehen, welche Zielgruppen in welchen Regionen auf welche Objekttypen reagieren, wo bestimmte Käufergruppen tatsächlich kaufen, welche Preispunkte und Angebote Nachfrage erzeugen, welche Creatives funktionieren und wie sich Interessenten entlang des gesamten digitalen Vertriebsprozesses verhalten. Dadurch verstehen wir sehr genau, welche Faktoren aus digitaler Reichweite echte Nachfrage und aus einer Anfrage einen qualifizierten Kaufinteressenten machen.
Diese Datenbasis verbinden wir mit Technologie und Prozessen, die aus realen Herausforderungen der Immobilienwirtschaft entstanden sind und täglich an echten Projekten und Objekten eingesetzt werden. Wir kommen nicht aus der Theorie – wir kommen selbst aus dem Bauträgergeschäft.
Dazu kommt Geschwindigkeit. Wir verstehen uns als Speedboat-Taskforce für große Plattformen: Wir docken an bestehende Strukturen an und bringen unsere Infrastruktur gemeinsam mit dem Portal in die Skalierung, ohne dass dort für jedes neue Thema erst eigene Teams und Strukturen aufgebaut werden müssen.
Unser Job ist nicht, einem Konzern 50 PowerPoint-Folien über künstliche Intelligenz zu präsentieren. Unser Job ist, Systeme zu bauen, die reale Kundenprobleme lösen und für Plattformen und deren Kunden wirtschaftlichen Mehrwert schaffen.
Herr Zengerling, müssen Immobilienportale dann nicht ihre Rolle grundsätzlich erweitern oder neu denken?
Absolut. Ich glaube, Portale müssen künftig stärker über die Grenzen ihrer eigenen Plattform hinausdenken und ihren Kunden einfach mehr Mehrwert anbieten.
Sie haben starke Marken, enorme Reichweite und tausende professionelle Kunden. Gleichzeitig reicht die Nachfrage innerhalb der Plattform gerade in schwierigeren Märkten nicht immer aus. Der nächste Hebel ist deshalb Off-Platform-Reichweite und Leadgenerierung at scale.
Und zwar nicht nur für große Neubauprojekte. Das gleiche Prinzip funktioniert neben Bauträgern auch für Makler und einzelne Immobilienobjekte von privaten Verkäufern. Immer mit dem übergeordneten Ziel, die richtige Immobilie zielgerichtet und effizienter zum richtigen Käufer zu bringen.
Genau dafür bauen wir die Infrastruktur: Portale können zusätzliche Nachfrage über externe digitale Kanäle generieren, diese AI-basiert qualifizieren und zurück in ihr eigenes Ökosystem führen.
Das Portal bleibt das Portal - erweitert aber seine Reichweite und Wertschöpfung weit über das klassische Inserat hinaus.
Das klingt nach einer deutlich größeren Vision als KI-basierter und digitaler Neubauvertrieb. Wie groß ist der Markt, den Sie mit yoursquares adressieren wollen?
Absolut. Neubau ist unsere Herkunft, aber definitiv nicht die Grenze unseres Marktes.
Die gleichen Probleme existieren im klassischen Bestandsimmobilien-Geschäft, bei Maklern und im Gewerbeimmobilienbereich: Nachfrage generieren, Vermarktung produzieren, Interessenten verstehen, qualifizieren, matchen und möglichst effizient zum richtigen Angebot bringen.
Unsere Denkweise ist deshalb relativ simpel: Wo im Immobilienvertrieb Reibung, unnötige Kosten oder manuelle Prozesse existieren, kann und muss Technologie heutzutage einen Unterschied machen.
Und diese Probleme gibt es nicht nur in Deutschland.
Herr Weitzel, wie groß denken Sie yoursquares langfristig?
Global.
Fast jedes Land hat zwei, drei relevante Immobilienportale. Diese Unternehmen stehen überall vor ähnlichen Herausforderungen: Sie müssen ihre Kunden halten, neue Umsatzpotenziale erschließen und mehr Wert liefern als das klassische Inserat. Gleichzeitig können AI und intelligentes Matchmaking dabei helfen, Eigennutzer und Kapitalanleger gezielter zu passenden Immobilien zu bringen, die wirklich zu ihren Bedürfnissen, Möglichkeiten und Zielen passen - und damit eine der größten Entscheidungen ihres Lebens einfacher und fundierter machen.
Wir müssen dafür nicht in jedem Land eine neue Consumer Brand mit Millionen Marketingbudget aufbauen. Wir können uns an die bestehenden Marktführer andocken.
Wir wollen für die Immobilienportal-Industrie langfristig das werden, was Stripe für Payments geworden ist: der technologische Layer im Hintergrund, auf dem andere Unternehmen ihr Geschäft aufbauen und skalieren können.