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Lionel Messi zählt seit 13 Jahren durchgehend zu den fünf bestbezahlten Sportlern der Welt. Nun schätzt Forbes sein Vermögen auf 1,1 Mrd. US-$ – und macht ihn damit zu einem der wenigen aktiven Athleten im Milliardärsklub.
Jahrelang wurde Lionel Messi daran gemessen, ob er Argentinien erstmals seit 1986 wieder zum WM-Titel führen kann. 2022 gelang ihm genau das: Im Finale gegen Frankreich führte der Superstar sein Land zum Triumph – und krönte eine Karriere, die längst zu den erfolgreichsten der Sportgeschichte zählt.
Nach dem WM-Sieg stellte sich jedoch die nächste große Frage: Wo würde der Argentinier künftig auf Klubebene spielen? Sein Vertrag bei Paris Saint-Germain lief 2023 aus, gleichzeitig lockte die saudische Pro League mit einem Angebot, das Medienberichten zufolge bis zu 400 Mio. US-$ pro Jahr wert gewesen sein soll.
Der 38-Jährige entschied sich anders. Statt nach Saudi-Arabien wechselte er in die Major League Soccer zu Inter Miami. Kurzfristig ließ er damit wohl Geld liegen, langfristig eröffnete sich ihm ein neues Geschäftsmodell. In der vergangenen Saison verdiente er laut Forbes-Schätzung rund 70 Mio. US-$ durch sportliche Einnahmen, dazu kamen weitere 70 Mio. US-$ aus Sponsoring & Business. Nun erreicht er den nächsten Meilenstein: Forbes schätzt sein Vermögen auf 1,1 Mrd. US-$.
Der Großteil davon stammt aus den über Jahre aufgebauten Barvermögen und Wertsteigerungen seiner Karriere. Hinzu kommt eine Option, nach dem Karriereende eine Beteiligung an Inter Miami zu erwerben – jenem Klub, dessen Wert seit seiner Ankunft massiv gestiegen ist.
Damit ist der Weltmeister laut Forbes-Ranking der fünftreichste Mensch Argentiniens. Zugleich gehört er zu einer kleinen Gruppe aktiver Sportler, die bereits während ihrer Laufbahn Milliardäre wurden. Neben ihm zählen LeBron James, Tiger Woods und Cristiano Ronaldo dazu. Auch David Beckham, ehemaliger Fußballstar und heute Minderheitseigentümer von Inter Miami, erreichte zuletzt die Marke von 1 Mrd. US-$ – allerdings 13 Jahre nach seinem Rücktritt. In vielerlei Hinsicht gilt Beckham als Blaupause für den Weg, den der Argentinier in den USA eingeschlagen hat.
Geboren wurde Lionel Messi in einer Arbeiterfamilie rund 320 Kilometer nordwestlich von Buenos Aires. Als Jugendspieler beim Klub Newell’s Old Boys in Rosario wurde bei ihm ein Wachstumshormonmangel diagnostiziert. Der FC Barcelona holte ihn im Alter von 13 Jahren in seine Akademie nach Spanien und übernahm die Kosten für die Behandlung.
2004 rückte er mit 17 Jahren in die Profimannschaft der Katalanen auf, 2005 debütierte er für die argentinische Nationalmannschaft. Es folgte ein rasanter Aufstieg zum globalen Fußballstar. 2009 gewann er seinen ersten Ballon d’Or als bester Spieler der Welt. Insgesamt erhielt er die Auszeichnung achtmal – so oft wie kein anderer. Dazu kommen zehn Meistertitel in Spaniens La Liga, zwei Titel in Frankreichs Ligue 1 und vier Champions-League-Trophäen.
Auf der Forbes-Liste der bestbezahlten Fußballer erschien der Stürmer erstmals 2008. Damals lagen seine Jahreseinnahmen bei geschätzten 11,9 Mio. US-$, was Platz 18 bedeutete. In den folgenden Jahren stiegen die Summen durch neue Verträge beim FC Barcelona deutlich. Ein geleakter Vierjahresvertrag für den Zeitraum 2017 bis 2021, später von der spanischen Zeitung El Mundo veröffentlicht, zeigte, dass er noch mehr verdiente als bis dahin angenommen. Allein in der Saison 2017/18 soll die Vergütung rund 177 Mio. US-$ betragen haben.
Für das laufende Jahr liegt seine garantierte sportliche Vergütung laut Daten der MLS Players Association bei 28,3 Mio. US-$ – mehr als doppelt so viel wie beim nächstbestbezahlten Spieler der Liga. Seit dem Wechsel zu Inter Miami 2023 gehen Branchenkenner jedoch davon aus, dass zusätzliche Umsatzbeteiligungen mit MLS-Partnern wie Adidas und Apple TV das Einkommen deutlich erhöhen. Inter-Miami-Eigentümer Jorge Mas sagte Bloomberg im März, er zahle dem Superstar „70 bis 80 Mio. US-$ pro Jahr“.
Über die gesamte Karriere hinweg belaufen sich die Einnahmen aus Spielerverträgen vor Steuern und Beraterhonoraren auf geschätzte 1,2 Mrd. US-$. In dieser Kategorie liegt nur Cristiano Ronaldo vor ihm. Rechnet man Sponsoring, Memorabilia und weitere Geschäftsaktivitäten hinzu, steigt das Karrierevolumen auf rund 1,8 Mrd. US-$ – hinter Ronaldo und Tiger Woods.
Sein Vater Jorge Messi fungiert seit Jahren als Agent und Businessmanager. Der eher zurückhaltende Fußballer hält mehr als ein Dutzend aktive Partnerschaften, darunter mit Mastercard, Michelob Ultra und Lay’s. 2006 wechselte er von Nike zu Adidas, 2017 wurde daraus ein lebenslanger Vertrag.
Mit geschätzten 140 Mio. US-$ in den vergangenen zwölf Monaten belegte er Platz drei der Forbes-Liste der bestbezahlten Sportler 2026. Seit 2014 fiel er in diesem Ranking nie aus den Top fünf; 2019 und 2022 stand er jeweils an der Spitze.
Seine hohen Einnahmen führten auch zu juristischen Problemen. 2016 wurden er und sein Vater von einem spanischen Gericht wegen Steuerbetrugs verurteilt. Hintergrund war die Nutzung von Briefkastenfirmen in Steueroasen zur Verwaltung von Sponsoringeinnahmen. Eine Haftstrafe vermieden beide, mussten jedoch rund 4 Mio. US-$ an Strafen zahlen.
Parallel dazu baute der Weltmeister ein Investmentportfolio auf. Dazu gehört eine Beteiligung an MiM Hotels, einer Boutique-Hotelkette mit sechs Häusern in Spanien und Andorra. Sie ist Teil des börsennotierten Immobilienvehikels Edificio Rostower Socimi, das 2024 gestartet wurde und eine Marktkapitalisierung von 282 Mio. US-$ aufweist.
Nicht jedes Projekt entwickelte sich wie geplant. Más+ by Messi, ein Sportgetränk, das gemeinsam mit Mark Anthony Brands, dem Mutterkonzern von White Claw, entwickelt wurde, wird laut BevNet seit Mai schrittweise eingestellt. Unternehmerisch bleibt der Argentinier dennoch aktiv: Er ist Partner der Restaurantkette El Club de la Milanesa und besitzt zwei Fußballklubs. Im vergangenen Jahr gründete er gemeinsam mit seinem Inter-Miami-Teamkollegen Luis Suárez den uruguayischen Klub Deportivo LSM. Im April kaufte er außerdem UE Cornellà, einen spanischen Fünftligisten, für eine nicht genannte Summe.
Sein wichtigstes Investment könnte jedoch Inter Miami werden. Der Wechsel in die USA hat den Klub sportlich und wirtschaftlich verändert. Das Team, gegründet von David Beckham sowie den Brüdern Jorge und Jose Mas, entwickelte sich seit 2023 vom unteren Tabellenbereich der MLS zum MLS-Cup-Champion 2025 – in seiner zweiten vollen Saison in Miami.
„Man müsste unter einem Stein leben, um nicht zu wissen, dass Lionel Messi in Miami spielt“, sagte Jorge Mas 2024 gegenüber Forbes.
Auch der Unternehmenswert des Klubs stieg deutlich: Vor seiner Ankunft wurde Inter Miami mit 600 Mio. US-$ bewertet. Drei Jahre später liegt der Wert bei 1,35 Mrd. US-$ – Höchststand innerhalb der Liga. Durch die Option auf eine spätere Beteiligung kann der Superstar direkt von jenem Wachstum profitieren, das er selbst mit ausgelöst hat.
Ein Karriereende steht dennoch nicht unmittelbar bevor. Im Oktober verlängerte der zweimalige MLS-MVP seinen Vertrag bei Inter Miami um drei Jahre. In diesem Monat tritt er bei seiner sechsten Weltmeisterschaft an, bei der Argentinien den Titel verteidigen will. In einem Interview mit der spanischen Zeitung Diario Sport sagte er im Vorjahr, er wolle keine „Last“ sein, liebe den Fußball aber weiterhin.
„In dem Moment, in dem ich merke, dass ich nicht fit genug bin, auf dem Platz leide und keinen Spaß mehr habe, wird es Zeit aufzuhören“, sagte der Argentinier, der am 24. Juni 39 Jahre alt wird. „Aber im Moment genieße ich es, ich fühle mich gut – und so ist der Stand.“
Text: Hank Tucker
Foto: Hossein Zohrevand