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Meta baut 10 % der Stellen ab und stoppt Neueinstellungen. Treiber ist der massive Ausbau künstlicher Intelligenz – und eine branchenweite Verschiebung von Budgets zulasten von Jobs.
Meta reduziert seine Belegschaft deutlich: Rund 8.000 Stellen sollen ab 20. Mai gestrichen werden, zusätzlich werden etwa 6.000 offene Positionen nicht nachbesetzt. Insgesamt entspricht das rund 10 % der Belegschaft, weitere Einschnitte könnten folgen. Hintergrund ist der steigende Kapitalbedarf für KI-Infrastruktur und automatisierte Prozesse.
Der Schritt ist Teil eines größeren Trends. Laut Arbeitsmarktdaten wurden 2026 bereits rund 30.000 Entlassungen direkt mit künstlicher Intelligenz begründet. Unternehmen verlagern Budgets gezielt in Technologie, während Personalstrukturen verschlankt werden.
Auch andere Tech-Konzerne gehen diesen Weg. Snap kündigte den Abbau von 1.000 Jobs an. CEO Evan Spiegel verwies auf schnelle Fortschritte bei KI, die es ermöglichen, Aufgaben mit weniger Mitarbeitern zu erledigen. Die Maßnahme soll bis zur zweiten Jahreshälfte 2026 Einsparungen von rund 500 Mio. US-$ bringen.
Oracle plant parallel den Abbau von 20.000 bis 30.000 Stellen, um Investitionen in KI-Rechenzentren zu finanzieren. Weitere Unternehmen folgen: Atlassian strich rund 1.600 Jobs, Block mehr als 4.000. Crypto.com reduzierte seine Belegschaft um 12 %, WiseTech Global plant, ein Drittel der Jobs zu streichen.
Auch Salesforce und Pinterest setzen verstärkt auf KI und bauen parallel Stellen ab, um Mittel in technologiegetriebene Rollen umzuschichten.
Experten sehen darin einen strukturellen Wandel: Investitionen in KI erfolgen zunehmend auf Kosten klassischer Arbeitsplätze. Besonders betroffen sind standardisierte Tätigkeiten sowie Teile des mittleren Managements. Dario Amodei warnte bereits, dass künstliche Intelligenz langfristig bis zu 50 % der Einstiegsjobs im White-Collar-Bereich ersetzen könnte.
Umfragen zeigen, dass ein Drittel der Bevölkerung mit spürbaren Jobverlusten durch KI rechnet. Gleichzeitig erwarten viele Unternehmen, dass Neueinstellungen im Einstiegssegment zurückgehen und verbleibende Positionen höhere Qualifikationen erfordern.
Der Trend ist global – mit besonderer Dynamik im Technologiesektor. Unternehmen in klassischen Tech-Zentren setzen KI bereits deutlich intensiver ein als andere Branchen. Die Folge: schlankere Organisationen, höhere Produktivität – und ein Arbeitsmarkt, der sich schneller verändert als je zuvor.
Text: Mary Whitfill Roeloffs
Foto: Anthony Quintano