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Gründer und CEO Markus Pflitsch steht mit Terra Quantum vor einem mit 3,5 Mrd. US-$ bewerteten Börsengang. Die Vision: sein Unternehmen zum Goldstandard der Quantenindustrie zu machen. Dabei beschäftigt ihn nicht nur, was Quantencomputing für Wirtschaft und geopolitische Macht bedeutet, sondern er setzt sich auch mit den großen Fragen hinter der Technologie auseinander: Wie nah kommen sich Wissenschaft und Glaube – und was bedeutet Quantenphysik für unser Verständnis von Wirklichkeit?
Ob München, New York oder – wie im Falle unseres Gesprächs – St. Gallen: Markus Pflitsch ist derzeit viel unterwegs. Und das hat einen guten Grund. Für den Gründer und CEO von Terra Quantum sind es geschäftige Wochen, die den nächsten Coup seiner unternehmerischen Reise vorbereiten: den Börsengang an der Nasdaq mit einer Bewertung von rund 3,5 Mrd. US-$ (3 Mrd. €). Dafür schloss sich das Unternehmen mit Axiom Intelligence Acquisition Corp 1 zusammen, einer börsennotierten SPAC – einer Mantelgesellschaft, die eigens für Unternehmenszusammenschlüsse gegründet wurde. „Eine SPAC ist für ein Deeptech-Unternehmen wie unseres der schnellere und planbarere Weg an die Börse. Ein klassischer IPO hängt wesentlich stärker von der jeweiligen Marktlage und kurzfristigen Volatilitäten ab“, erklärt Pflitsch seine Entscheidung. Wird die Transaktion wie vorgesehen in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen, wird Terra Quantum unter dem Börsenkürzel „TQ“ gehandelt werden.
Dadurch könnte Terra Quantum bis zu 190 Mio. US-$ an zusätzlichem Kapital erhalten. Wie hoch die Summe am Ende tatsächlich ausfällt, hängt unter anderem davon ab, wie viele Axiom-Aktionäre ihre Anteile vor Abschluss der Transaktion zurückgeben. Das Geld soll vor allem in Forschung und Entwicklung, den Ausbau des Vertriebs, neue Partnerschaften und Übernahmen sowie in die internationale Expansion fließen.
Ich will das Goldman Sachs in Quantum werden: Wenn du an Quantum denkst, denkst du an Terra Quantum.
Markus Pflitsch
Ein Vorhaben dieser Größenordnung lässt Pflitsch dieser Tage daher kaum Raum für Ruhe. Und dennoch wirkt der 54-Jährige im Gespräch weder gehetzt noch angespannt; vielmehr strahlt er Ruhe und Grundvertrauen aus: „Terra Quantum war eine so starke Vision in mir, dass es eigentlich nicht scheitern konnte.“
Nach dem Gespräch mit Forbes soll es für Pflitsch zunächst zurück nach München gehen. Dort will er durchatmen; wenn es das Wetter zulässt, steht eventuell auch eine Wanderung an. Ein Kontrastprogramm also, blickt man auf das, worum es bei Terra Quantum geht: Anders als Unternehmen, die vor allem an der Hardware zukünftiger Quantencomputer arbeiten, konzentriert sich Terra Quantum auf Algorithmen, Software und Sicherheitslösungen, die schon heute eingesetzt werden können. Dabei verbindet es klassische Hochleistungsrechner mit quanteninspirierten Verfahren und bereits verfügbarer Quantenhardware – das Ergebnis: eine umfassende „Quantum-as-a-Service“-Plattform, die sich auf drei Bereiche stützt: Quantum AI, Quantum Cybersecurity und „TQ.X“, einen Inkubator für neue Quantenanwendungen. Im Bereich Quantum AI entwickelt das Unternehmen Lösungen für Optimierung, maschinelles Lernen, Orchestrierung und Simulation. Nach eigenen Angaben können einzelne Anwendungen Optimierungsaufgaben über 15-mal schneller und präziser lösen, rund 30 % bessere Machine-Learning-Prozesse erreichen und die Effizienz bestimmter Simulationen um mehr als das 200-Fache steigern. Einsatzmöglichkeiten reichen von der Optimierung industrieller Prozesse und Lieferketten über Finanzmodelle bis zur Entwicklung neuer Medikamente und Materialien.
Bei Quantum Cybersecurity beschäftigt sich Pflitsch schon heute mit einer Gefahr, die erst in Zukunft voll sichtbar werden dürfte: Leistungsfähige Quantencomputer könnten viele der Verschlüsselungen knacken, mit denen derzeit Bankdaten, Nachrichten oder staatliche Informationen geschützt werden. Terra Quantum entwickelt deshalb neue Sicherheitslösungen, die auch gegen Angriffe durch Quantencomputer bestehen sollen.
Generell ist die „Quantum-as-a-Service“-Plattform hardwareunabhängig und lässt sich über Cloud-Infrastrukturen sowie in bestehende Unternehmenssysteme integrieren. Zu den Kunden zählen unter anderem die US Air Force, Volkswagen, HSBC, Evonik oder Siemens.
Beschäftigt sind inzwischen mehr als 200 Mitarbeitende, wobei über 70 % davon Forschungsingenieure sind und mehr als 35 % über einen Doktortitel verfügen. Eingesammelt hat Terra Quantum bisher über 100 Mio. US-$, einen aktuellen Umsatz weist das Unternehmen hingegen nicht aus. Seinen Hauptsitz hat Terra Quantum in St. Gallen – für die Schweiz entschied sich Pflitsch bewusst; er schätzt die politische Stabilität und die neutrale Position des Landes. Weitere Standorte folgten der Nähe zu Talenten und Märkten, darunter San Francisco als Zugang zum US-Technologiesektor und Helsinki als wichtiger Forschungsstandort für Quantenphysik. Insgesamt ist das Unternehmen an sieben Standorten präsent.
„Ich will das Goldman Sachs in Quantum werden: Wenn du an Quantum denkst, denkst du an Terra Quantum. Wir sind der Goldstandard in Quantum“, fasst Pflitsch die Ambition des Unternehmens zusammen. Pflitschs Anspruch trifft dabei auf einen mittlerweile tragfähigen Markt: McKinsey beziffert den möglichen wirtschaftlichen Wertbeitrag der Quantum-Industrie bis 2035 auf 1,3 bis 2,7 Bio. US-$. Bereits 2025 belief sich der Markt laut dem QED-C State of Quantum 2026 Report global auf rund 1,9 Mrd. US-$, davon entfielen etwa 1,4 Mrd. US-$ auf Quantencomputing und 470 Mio. US-$ auf Quantensensorik. Ein detaillierter Blick zeigt: Während 2024 11 % der befragten Quantum-Computing-Unternehmen mehr als 5 Mio. US-$ Umsatz machten, waren es 2025 bereits 19 %. Mehr als die Hälfte erwartet für 2026 ein Umsatzwachstum von mindestens 11 %. Besonders groß wird das Potenzial laut McKinsey in den Bereichen Chemie, Energie und Materialien, Finanzdienstleistungen sowie Logistik und Pharma eingeschätzt. „Quantum ist das Next Big Thing“, sagt Pflitsch und führt weiter aus: „Das Ausmaß ist größer als alles, was wir bei früheren industriellen Revolutionen gesehen haben.“
Zu den bekanntesten Namen der Branche zählen Größen wie IBM, Google und Microsoft. Sie investieren vor allem in den Bau leistungsfähiger Quantencomputer und die dazugehörigen Cloud-Plattformen. Daneben gibt es spezialisierte Anbieter wie Quantinuum, Ionq, D-Wave oder Rigetti, die eigene Systeme und Hardware entwickeln. Terra Quantum setzt mit seinem Fokus an einer anderen Stelle an: „Wir mixen das Beste aus der klassischen Welt und dem bereits verfügbaren Quantum Computing“, erklärt Pflitsch.
Der Wettbewerb wird gleichzeitig härter. Laut dem State of Quantum 2026 Report entstehen seit 2021 weniger neue reine Quantum-Unternehmen, während Investoren ihr Kapital zunehmend auf Unternehmen setzen, die technologisch ausgereifter sind sowie erste Kunden und konkrete Anwendungen vorweisen können. Genau hierin sieht Pflitsch Terra Quantum gut positioniert: „Das, was wir machen, hat Hand und Fuß“, sagt er. „Wir sind einer der Marktführer. Das kann ich an den KPIs festmachen: an unserem Patentportfolio, an der Kundenstruktur, die wir haben, und an dem Produktnutzen, den wir bringen.“
Auch geistiges Eigentum wird im Wettbewerb immer wichtiger. Weltweit zählt der Report fast 70.000 aktive Quantum-Patente. In den vergangenen fünf Jahren wuchs ihre Zahl im Durchschnitt um 20 % jährlich. Auch hier spielt Terra Quantum vorne mit: Nach eigenen Angaben verfügt das Unternehmen über mehr als 100 Patente. „Wir haben eines der größten Intellectual-Property-Portfolios weltweit“, so Pflitsch.
Auch Staaten betrachten die Technologie zunehmend als wirtschaftlich und sicherheitspolitisch entscheidend: 2025 wurden weltweit neue staatliche Fördermittel in Höhe von 12,7 Mrd. US-$ angekündigt – 310 % mehr als im Vorjahr. Für Pflitsch ist diese Entwicklung Ausdruck eines grundlegenden Machtwandels: „Wir kommen eigentlich von der Geopolitik zur Technopolitik“, sagt er. Laut ihm bestimmt Technologie zunehmend, welche Länder wirtschaftlich stark, militärisch handlungsfähig und digital unabhängig bleiben.
Für Pflitsch liegt die Herausforderung Europas nicht in der Forschung: „Von der wissenschaftlichen Kompetenz her ist Europa nicht weit entfernt von den USA“, sagt er, „aber bei der Kommerzialisierung ist das ein anderes Universum.“ In den USA treffen größere Kapitalmärkte, eine höhere Risikobereitschaft und eine stärkere Nachfrage von Staat und Unternehmen aufeinander. Neue Technologien werden früher getestet und schneller in reale Aufträge übersetzt. Pflitsch beschreibt die amerikanische Haltung so: „Du versprichst, dein Produkt hat einen Nutzen? Lass es uns ausprobieren. Wir starten, und dann sehen wir weiter.“ Terra Quantum hat diese Erfahrung selbst gemacht – zu den Kunden gehört unter anderem die US Air Force.
„Die US-Regierung war die erste, die uns einen Regierungsauftrag gegeben hat – obwohl ich Deutscher bin und unser Hauptsitz in der Schweiz liegt“, sagt Pflitsch, der einer der wenigen deutschen CEOs ist, die an Trumps Amtseinführung in Washington teilnahmen. Er besuchte auch den Präsidenten auf seinem Anwesen Mar-a-Lago, um dort mit Geschäftsleuten und Politikern über Quantentechnologie und die strategische Bedeutung dieser Branche zu diskutieren.
In Europa erlebt Pflitsch dagegen häufiger langwierige Beschaffungsprozesse, fehlende Standards und zögerliche Entscheidungen. Auch die Förderpolitik und Regulierung sieht er kritisch – wenn sie Innovation verhindert: „Ich nehme mal ein Beispiel für eine Regulierung, wo man sich selbst ins Knie schießt: Das ist das Thema AI Act in Europa. Wir sind keine Insel mehr. Wenn ich so etwas auf Europa beschränke, führt das dazu, dass Forschung aus Europa wegverlagert wird.“
Im Gegensatz dazu steht das US-amerikanische National Institute of Standards and Technology, kurz NIST, das bereits Standards für Verschlüsselungsverfahren festgelegt hat, die auch Angriffen durch Quantencomputer standhalten sollen. Unternehmen und Behörden erhalten damit eine klare Orientierung, welche Lösungen künftig eingesetzt werden können.
In Europa fehlen für vergleichbare Anwendungen teilweise noch einheitliche Standards und Zertifizierungen. Für Unternehmen bedeutet das mehr Unsicherheit bei der Einführung und für Anbieter einen langsameren Marktzugang.
Der Wettbewerb ist jedoch längst nicht nur ein Rennen zwischen Europa und den USA. Der asiatisch-pazifische Raum wächst derzeit am schnellsten. Vor allem China, Indien und Japan treiben Forschung, Finanzierung und Kommerzialisierung voran. Pflitschs Diagnose für Europa fällt entsprechend hart aus: „Europa will dieses Rennen nicht gewinnen. Wenn Deutschland und Europa so weitermachen wie bisher, werden wir zum Freizeitpark: Die Berge sind schön, die Museen, Schlösser, die Landschaft und die vier Jahreszeiten. Wunderbar. Aber da kann ich auch von New York aus hinfliegen und am Wochenende einen Berg besteigen.“ Noch hält er das Rennen im Quantum-Bereich jedoch nicht für entschieden.
Markus Pflitsch wuchs im Bergischen Land auf einem Bauernhof auf. Er fuhr Traktor, half bei der Heu- und Kartoffelernte. Diese frühe Nähe zur Natur prägt ihn bis heute: „Das war eigentlich die schönste Kindheit. Ich habe dieses Urvertrauen miterlebt, wenn man in so einem kleinen Dorf groß wird, wo die Welt noch intakt ist.“ Schon als Jugendlicher interessiert ihn die Frage nach Herkunft, Sinn und Zukunft: „Wo kommen wir her, wo gehen wir hin?“ Deshalb setzt er sich zunächst mit Philosophie, Metaphysik, Religion und Spiritualität auseinander. Besonders fasziniert ihn das Gedankenexperiment von Schrödingers Katze: „Die Wirklichkeit ist: Solange wir den Deckel nicht aufmachen, ist die Katze die perfekte Überlagerung all ihrer möglichen Zustände – tot und lebendig zugleich. Und Spannung auszuhalten bedeutet: Lass den Deckel doch einmal zu. Es kann noch viel passieren“, so Pflitsch und führt weiter aus: „Dann habe ich irgendwann gemerkt: Um darüber gehaltvoll sprechen zu können, muss man Physik und Mathematik ein bisschen verstehen.“
Deshalb absolvierte er an der RWTH Aachen einen Master in Elementarteilchenphysik und Quantenphysik. Bereits während seiner Studienzeit fing er am CERN an zu forschen – zunächst als Summer Student, danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter. „Da ist man Nerd unter Nerds“, sagt er. Gleichzeitig wächst der Wunsch, auch andere Welten kennenzulernen. „Ich habe mich gefragt: Bin ich wirklich so viel Nerd, dass ich für den Rest meines Lebens in diesem Biotop bleibe und nicht einmal nach rechts und links schaue?“ Pflitsch entscheidet sich bewusst für das andere Extrem: Eine Anzeige der Boston Consulting Group in einer Physikerzeitschrift weckt seine Aufmerksamkeit. Er bewirbt sich und wechselt von der Grundlagenforschung in die Strategieberatung. Darauf folgen Führungspositionen in der internationalen Finanzbranche, unter anderem bei der Deutschen Bank und Unicredit. Später übernimmt Pflitsch CFO-Funktionen in inhabergeführten Digital- und Hightech-Unternehmen. Rückblickend beschreibt er sich als „halb Nerd, halb Banker“.
Doch mit Anfang vierzig gerät diese Karriere für ihn an eine Grenze. „Mein Rückgrat, meine Überzeugung und die Herren, denen man dient – das stimmte nicht mehr zusammen. Man muss sich verbiegen, man ist nicht authentisch. Das fand ich beengend.“ Pflitsch steigt aus und nimmt sich rund ein halbes Jahr bewusst aus dem Berufsleben heraus. Von seiner Wohnung in München aus läuft er fast täglich lange Strecken entlang der Isar und durch das südliche Umland. „Das war für mich ein Lauf zu mir selbst“, sagt er; er stellte für sich fest, dass er zurück zur Quantenphysik möchte. Schließlich folgte 2019 die Gründung von Terra Quantum. Einen klassischen Businessplan erstellte Pflitsch zunächst jedoch nicht. Stattdessen fertigte er eine Liste mit Physikern aus aller Welt an, mit denen er arbeiten möchte. Er reist zu ihnen, führt Gespräche und überzeugt einige davon, ihre Positionen an Universitäten und Forschungsinstituten aufzugeben. Die erste Phase bestand vor allem aus Forschung und Entwicklung, die Pflitsch aus eigener Tasche finanzierte – nach eigener Aussage ein hoher einstelliger Millionenbetrag. Konkrete Produkte standen zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest; die Überzeugung schon: „Ich wusste: Das Ding hebt ab. Das wird ein Big Business.“
Pflitsch verbindet dabei zwei Welten, die in Deeptech selten in einer Person zusammenkommen: wissenschaftliche Glaubwürdigkeit und Erfahrung mit Kapitalmärkten, Kunden und Wachstum. „Man muss genug Nerd sein, sonst wird man in diesem Bereich nicht akzeptiert; man kann aber nicht nur ein akademischer Nerd sein, der die Technologie nicht zum Kunden bringt“, sagt Pflitsch.
Der Endzweck des Menschen ist, in Liebe zu leben.
Markus Pflitsch
Quantenphysik beschäftigt sich mit nicht weniger als den grundlegenden Fragen der Existenz, und je tiefer das Fach in diese Fragen vordringt, desto näher rückt es an Themen heran, die lange vor allem Religion und Philosophie vorbehalten waren. Was diese Nähe zwischen Naturwissenschaft und Glauben mit Pflitsch persönlich macht? „Ich glaube an Gott – mehr als je zuvor“, antwortet er, ohne zu zögern. Für ihn bilden Wissenschaft und Glaube keinen Widerspruch. „Der erste Schluck aus dem Kelch der Wissenschaft macht atheistisch; aber auf dem Grund des Kelchs wartet Gott“, zitiert Pflitsch einen Werner Heisenberg zugeschriebenen Satz und führt weiter aus: „Der Sprung, den man aus den modernsten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen machen muss, um bei einem mit den großen Weltreligionen kompatiblen Bild anzukommen, ist nur noch sehr klein.“
Dass Pflitsch mit seinem Profil und seinem Tun deshalb auch bereits eine Audienz bei Papst Franziskus im Rahmen einer hochkarätigen KI-Konferenz im Vatikan hatte, erscheint daher wenig verwunderlich. Für Pflitsch führt Quantencomputing dabei auch zu einer der radikalsten Fragen überhaupt: Leben wir möglicherweise in einer Simulation? Seine Überlegung beginnt mit der Rechenleistung künftiger Quantencomputer: Wenn solche Systeme eines Tages ganze Welten bis ins kleinste Detail simulieren können, dann könnten auch Wirklichkeiten entstehen, deren Bewohner nicht erkennen, dass sie programmiert wurden. „Macht es einen Unterschied, ob Sie von einem Quanteningenieur programmiert wurden und in einer Simulation leben – oder ob Ihnen wie in der Sixtinischen Kapelle dargestellt der göttliche Funke eingehaucht wurde?“, fragt Pflitsch. „Und wie erkenne ich den Unterschied?“ Auf die Frage, was angesichts solcher Möglichkeiten und Eventualitäten der Zweck des Menschen bleibt, antwortet Pflitsch überraschend schlicht: „Der Endzweck des Menschen ist, in Liebe zu leben.“ •
Gründer und CEO Markus Pflitsch steht mit Terra Quantum vor einem mit 3,5 Mrd. US-$ bewerteten Börsengang. Die Vision: sein Unternehmen zum Goldstandard der Quantenindustrie zu machen. Dabei beschäftigt ihn nicht nur, was Quantencomputing für Wirtschaft und geopolitische Macht bedeutet, sondern er setzt sich auch mit den großen Fragen hinter der Technologie auseinander: Wie nah kommen sich Wissenschaft und Glaube – und was bedeutet Quantenphysik für unser Verständnis von Wirklichkeit?
Fotos: Thomas Dashuber