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Von der Stelle als Security-Mitarbeiter zur Holdingstruktur: Luka Gavrilović betreibt zwei Standorte des Takeaway- Restaurants Apapika in Wien und investiert in Immobilien. Vor allem aber arbeitet er am Ziel einer eigenen Vermögensverwaltung. Wie das gelingen soll? Mit unternehmerischem Mut und seinem persönlichen Netzwerk. Und er bereitet schon seinen nächsten Schritt vor: In einem Podcast möchte er mit Persönlichkeiten aus der Wirtschaft auchvdie Themen ansprechen, die sonst zu kurz kommen.
Zur Mittagszeit, wenn die Bestellungen nur so hereintrudeln und in der Filiale des Takeaway-Restaurants Apapika eher Stress als Gelassenheit herrscht, stellt sich Luka Gavrilović auch mal selbst hinter den Tresen. Der Gründer der Wiener Unternehmensgruppe LGKG betreibt zwei Franchise-Standorte der Systemgastronomie Apapika, laut eigenen Angaben beschäftigt er 40 Mitarbeiter. Er verlangt von seinen Leuten, jede Rolle zu übernehmen, wenn es nötig sei; vom Schichtleiter bis hin zur Reinigungskraft. Das mache er auch selbst so: „Ich bin mir für nichts zu schade“, sagt er. Mit dieser Haltung ist Gavrilović von einem Job als Sicherheitskraft in einem Wiener Einkaufszentrum bis zu seiner eigenen kleinen Holdingstruktur gekommen. Seine nächsten Pläne mögen auf den ersten Blick ungewöhnlich scheinen, zeigen aber gut, welche Ambitionen Gavrilović antreiben. So möchte er etwa einen eigenen Wirtschafts-Podcast herausbringen.
Hinter dem Kürzel LGKG – abgeleitet aus den Namen der Gründer Luka Gavrilović und Georg Kyrillos – steht eine zweigeteilte Gruppe: Die LGKG Beteiligungs GmbH verantwortet das operative Geschäft, darunter zwei Standorte der österreichischen Systemgastronomie-Marke Apapika in Wien, die auf hawaiianische Poke Bowls und Fusion-Küche setzt und ihr Franchise-Netz in Österreich schrittweise ausbaut. Gavrilović kannte die Gründer bereits seit Längerem und schlug vor, als Franchisenehmer einzusteigen, als die Marke ihr Modell noch kaum erprobt hatte – er bezeichnet sich selbst als „Versuchskaninchen“. Die Ende 2025 gegründete LGKG Asset Management bündelt die Gewinne der LGKG Beteiligungs GmbH und investiert sie in Immobilien. Laut eigenen Angaben wird ein Umsatz im niedrigen Millionenbereich erwirtschaftet.
Gavrilović begann in der Wiener Ringstraßengalerie als Security-Mitarbeiter und arbeitete sich nach oben – mit 19 Jahren hatte er bereits übergeordnete Verantwortung inne, erzählt er. Den Schritt ins Unternehmertum machte er als Franchisenehmer von Apapika. Gavrilović: „Mich hat von Beginn an das Ziel angetrieben, eine diversifizierte Unternehmensgruppe aufzubauen – dazu gehören auch Investments im Immobilienbereich.“
Den zweiten Standort von Apapika hätte beinahe eine kurzfristig entzogene Bankzusage verhindert. Zu diesem Zeitpunkt sei der Mietvertrag bereits unterschrieben und ein erheblicher Betrag innerhalb weniger Tage aufzubringen gewesen. Gavrilović wandte sich an private Investoren aus seinem Netzwerk. „Ich bin diesen Weg schon mehrfach gegangen – und habe meine Verpflichtungen gegenüber privaten Investoren vollständig erfüllt. Das ist die Grundlage, auf der Vertrauen entsteht“, sagt er;
gibt aber auch zu, dass das Risiko solcher Deals natürlich hoch sei: „Das ist wie ein zusammengesetztes Puzzle – wenn ein Teil herausbricht, fällt alles auseinander.“ In Wien, sagt Gavrilović, gebe es täglich rund zwanzig Firmeninsolvenzen – bei vielen sei die Idee gut, doch die Umgebung und das persönliche Netzwerk fehlten, um aus solchen schwierigen Phasen erfolgreich herauszukommen.
Apapika sei ein Sprungbrett gewesen, sagt er. Neue Franchise-Filialen sind nicht geplant, die bestehenden Standorte laufen aber weiter. Die erwirtschafteten Gewinne aus dem operativen Geschäft fließen laut Gavrilović in die Asset-Management-Gesellschaft. Die Gruppe halte bereits Wohnungen, ein erstes Neubauprojekt in Wien werde angestrebt. Außerdem habe er ein Grundstück für gewerbliche Nutzung erworben und möchte dort eine Autowaschanlage aufbauen. „Mir geht es darum, welche Geschäftsfelder die lukrativsten Chancen bieten. Ich putze sogar Toiletten, wenn es sein muss“, lacht er.
Er möchte zudem auch sein Profil als Investor schärfen und seine Gesellschaft zu einer Vermögensverwaltung entwickeln. „Ich möchte mehr im Tech-Bereich investieren. Innerhalb der nächsten fünf Jahre möchte ich Minderheitsbeteiligungen an mehreren relevanten Unternehmen in meinem Portfolio halten“, so Gavrilović. Zunächst investiert er in den Markenauftritt – allein die neue LGKG-Unternehmenswebsite mit aufwendigen Animationen, die parallel entsteht, hat laut seinen Angaben eine Investition im mittleren fünfstelligen Bereich erfordert.
Mir geht es darum, welche Geschäftsfelder die lukrativsten Chancen bieten.
Luka Gavrilović
Seit über sechs Monaten bereitet Gavrilović sein bisher persönlichstes Projekt vor: einen Podcast. Er will Unternehmer und Persönlichkeiten aus dem Wirtschaftsleben und der Medienwelt vor das Mikrofon holen, die im öffentlichen Diskurs nur selten zu hören sind – und dabei auch Themen ansprechen, die andere meiden würden. Er habe sich monatelang andere Formate angesehen und geschaut, wo etwas fehlt; hier will er nun ansetzen und eine Lücke füllen. Als ersten namhaften Partner konnte er Nespresso gewinnen – den Launch, den er für August geplant hat, will er mit einer großflächigen Kampagne im Wiener Stadtzentrum begleiten.
Geld durch Streaming-Plattformen verdienen zu wollen sei nicht das Ziel: „Investments und den Podcast – darauf möchte ich meinen Fokus legen“, sagt Gavrilović. Sein Steuerberater, erzählt er, habe ihn einmal so eingeschätzt: Entweder er werde der nächste Elon Musk – oder er sei in fünf Jahren pleite. „Jetzt schauen wir, was auf uns zukommt!“, sagt Gavrilović grinsend.
Foto: LGKG-Gruppe