Neue Milliardäre

Das vergangene Jahr war das zweitbeste überhaupt für die Entstehung neuer Milliardäre; nur übertroffen vom ­Pandemie-Aufschwung 2021: Insgesamt schafften es 390 neue Gesichter aus 40 Ländern und Territorien mit ­einem ­gemeinsamen Vermögen von 755 Mrd. US-$

BEYONCÉ KNOWLES-CARTER

1 Mrd. US-$ • Musik • USA

Sie wurde erstmals Ende der 1990er-Jahre als Mitglied von Destiny’s Child berühmt, doch Beyoncé begann 2010 als Solo-Superstar wirklich reich zu werden, als sie Parkwood Entertainment gründete, um nahezu jeden Aspekt ihrer Karriere selbst zu kontrollieren. Das Unternehmen – benannt nach der Straße in Houston, in der sie aufwuchs – produziert ihre gesamte Musik, ihre Dokumenta­tionen und Konzerte und übernimmt den Großteil der Produktionskosten, um mehr von den späteren Einnahmen zu behalten. Das hat sich enorm ausgezahlt: Forbes schätzt, dass ihre „Renaissance“-Tour 2023 fast 600 Mio. US-$ (518,6 Mio. €) und ihre ­„Cowboy Carter“-Tour 2025 mehr als 400 Mio. US-$ einspielte. Beyoncé, deren Ehemann Jay-Z separat 2,8 Mrd. US-$ schwer ist, expandierte außerdem in die ­Bereiche Haarpflege (mit Cécred) und Whisky (mit Sir Davis) .

LIU DEBING

9,1 Mrd. US-$ • AI • China

Der Vorsitzende von Zhipu, dem auf der schwarzen Liste stehenden chinesischen Herausforderer von Open AI, der einen Chat-GPT-­ähnlichen Dienst namens „Z.ai“ betreibt, schaffte nach dem Börsengang des Unternehmens im Januar in Hongkong den Sprung in die Milliardärsriege. Zhipu wurde 2019 von Liu mitgegründet; zu den frühen Investoren gehörten Alibaba, Tencent und chinesische Staatsfonds.

DANIEL NADLER

7,6 Mrd. US-$ • KI-Software • USA

Mehr als 758.000 Ärzte nutzen sein „Open Evidence“, ein „Chat GPT für Ärzte“, das Millionen von peer-reviewten Publikationen durchsucht, um schnell die besten medizinischen Antworten zu finden. Nadler, ein Harvard-Ph.D., der 2018 auch ein KI-Analyseunternehmen für 700 Mio. US-$ in bar und Aktien an S&P Global verkaufte, besitzt rund 60 % von Open Evidence, das im ­Januar bei einer Bewertung von 12 Mrd. US-$ Kapital aufnahm.

LIN TSUNG-CHI

5,1 Mrd. US-$ • Möbelschienen • Taiwan

Lin gründete King Slide 1986 als Hersteller von Schubladenschienen, Scharnieren und anderen Möbelbeschlägen und expandierte 2001 in Schienen für Server-Racks, als das Unternehmen den US-Computerhersteller Compaq als Kunden gewann. Der Umsatz sprang 2025 um 76 % nach oben – dank der enormen Nachfrage amerikanischer Rechenzentren von Tech-Giganten wie Nvidia.

JACK LINK und FAMILie

4 Mrd. US-$ • Fleischsnacks • USA

Der König des Beef Jerky brachte das bankrotte Fleischverarbeitungs­unternehmen seiner Familie in Wisconsin in den 1980er-Jahren wieder auf Kurs, indem er das Rezept seines Urgroßvaters aus den 1880er-Jahren nutzte, um die meistverkaufte Jerky-Marke Amerikas zu schaffen. Mehr als 200.000 Geschäfte in den USA führen heute die vorverpackten Beef Sticks, Jerkys und andere proteinbasierte Produkte von Link Snacks – gut für geschätzte 2 Mrd. US-$ Umsatz und 34 % des US-Markts für Fleischsnacks.

LIU JINGKANG

3,4 Mrd. US-$ • Kameras • China

„Vor zehn Jahren verließen wir das Wohnheim der Universität Nanjing mit sehr wenigen Ressourcen und sehr großen Träumen“, sagte Jingkang im Juni, als er seinen Kamerahersteller Arashi Vision an die Börse in Shanghai brachte; inzwischen hat das Unternehmen eine Marktkapitalisierung von mehr als 12 Mrd. US-$. Das Unternehmen, auch bekannt als Insta 360, bietet Bildgebungsprodukte wie tragbare 360-Grad-Kameras und mittlerweile auch Drohnen an.

JYOTI BANSAL

2,3 Mrd. US-$ • KI-Software • USA

Der indische Einwanderer arbeitete sieben Jahre lang mit einem H-1B-Visum als Ingenieur in Kalifornien, bevor er schließlich eine Greencard erhielt. 2008 gründete er sein erstes Unternehmen, App Dynamics, das Fehlerbehebungssoftware für Unternehmen wie Netflix und Priceline entwickelte und 2017 für 3,7 Mrd. US-$ von Cisco über­nommen wurde. Danach widmete Bansal sich dem Aufbau eines neuen Unternehmens: Harness, einer KI-basierten Softwareplattform, die im Dezember mit 5,5 Mrd. US-$ bewertet wurde.

BRENDAN FOODY

2,2 Mrd. US-$ • KI-Software • USA

Gemeinsam mit zwei Freunden aus seinem Highschool-Debattier­team gründete Foody 2023 das KI-gestützte Recruiting-Unternehmen Mercor. Das Trio wurde im Oktober mit 22 Jahren zu den jüngsten Selfmade-Milliardären aller Zeiten, als das Start-up aus San Francisco bei einer Bewertung von 10 Mrd. US-$ Kapital aufnahm. Damit brachen sie den Rekord von Mark Zuckerberg, der 2008 im Alter von 23 Jahren erstmals auf der Forbes-Milliardärs­liste erschien.

PAUL VAN ZUYDAM

1,7 Mrd. US-$ • Le Creuset • Südafrika

Van Zuydam kündigte seinen Job als Leiter eines Herstellers von Edelstahlkochgeschirr und kaufte 1988 das angeschlagene Unternehmen Le Creuset, bekannt für seine farbenfrohen Gusseisentöpfe, für einen Bruchteil seines heutigen Werts. Die beliebte Marke, die 1925 gegründet wurde, erzielte 2024 einen Umsatz von mehr als 700 Mio. US-$. Der Südafrikaner, der Berichten zufolge als eines von sieben Kindern auf einer Farm aufwuchs, lebt heute in der Schweiz.

FABIAN HEDIN

1,6 Mrd. US-$ • KI-Coding • Schweden

Hedin, 26, wurde im Dezember zu einem der jüngsten Selfmade-Mil­liardäre Europas, als private Investoren sein „Vibe-Coding“-Start-up Lovable mit 6,6 Mrd. US-$ bewerteten. Das Unternehmen, das er gemeinsam mit dem ebenfalls neuen Milliardär Anton Osika, 35, mitgründete, nutzt KI, um Menschen ohne Programmierkenntnisse dabei zu helfen, ihre Ideen in funktionierende Websites, Apps und Online-Nebenprojekte zu verwandeln.

GLORIA JOSEPH

1,6 Mrd. US-$ • Versicherungen • USA

Die älteste Person, die je erstmals auf Forbes’ Liste der Milliardäre der Welt erschienen ist, ist die 102-jährige Joseph. Sie ließ sich in den 1980er-Jahren von George Joseph scheiden (einem langjährigen Mitglied der Liste), der mit 104 Jahren weiterhin der älteste Milliardär der Welt ist. Bei der Scheidung erhielt sie einen Anteil von 17 % an seiner Versicherungsgesellschaft Mercury General Corporation – und hat ihn seither behalten. Sie kassierte üppige Dividendenschecks und profitierte vom Aktienanstieg des Unternehmens mit 5 Mrd. US-$ Marktkapitalisierung um 1.800 % in den vergangenen vier Jahrzehnten, darunter ein Plus von 68 % im vergangenen Jahr.

MIRWAIS AZIZI

1,4 Mrd. US-$ • Immobilien • Afghanistan

Afghanistans erster Milliardär überhaupt floh 1989 im Alter von 27 Jahren vor dem sowjetisch-­afghanischen Krieg in das heutige Usbekistan – mit nur 500 US-$ in der Tasche. Sein erstes Geld verdiente er mit dem Handel von Textilien, später mit Zigaretten und schließlich mit Öl, bevor er 1994 nach Dubai zog. 2006 gründete er die Azizi Bank, heute Afghanistans größte Geschäftsbank, und im da­rauffolgenden Jahr seinen in Dubai ansässigen Immobilienentwickler Azizi Developments.

HOWARD HUANG

1,4 Mrd. US-$ • Kameras und Sensoren • China

Huang sammelte 2013 rund 1,6 Mio. US-$ von vier Freunden aus der Highschool ein, um in einer gemieteten Fabrik im Perlflussdelta in China mit der Entwicklung von 3D-Vision-Sensoren zu beginnen. Heute formt er das in Shenzhen ansässige Unternehmen Orbbec zum weltweit führenden Anbieter fortschrittlicher Bildsensoren für humanoide Roboter.

KIMBAL MUSK

1,4 Mrd. US-$ • Tesla, Space X • USA

Elon Musks jüngerer Bruder ließ sich ursprünglich am French Culi­nary Institute in New York zum Koch ausbilden. Seit 2004 sitzt er im Verwaltungsrat von Tesla, besitzt 0,03 % des Unternehmens und hat vor Steuern mehr als 300 Mio. US-$ durch die Ausübung von Aktien­optionen und den Verkauf von Aktien eingenommen. Von 2002 bis 2022 war er Verwaltungsrat von Space X und besitzt schätzungsweise 0,05 % dieses mit 1,3 Bio. US-$ bewerteten Unternehmens. Kimbal, dessen Kitchen Restaurant Group Standorte in Austin, Denver und Boulder, Colorado, betreibt, ist zudem Mitgründer und Leiter von Nova Sky Stories, einem Start-up für Drohnen-Lichtshows; auch Tesla ist dort Kunde.

LUANA LOPES LARA

1,3 Mrd. US-$ • Prognosemärkte • Brasilien

Die jüngste Selfmade-Milliardärin der Welt, die 29-jährige Lopes Lara, ist eine ehemalige professionelle Ballerina, die am MIT Informatik studierte, Sommerstationen an der Wall Street bei Ray Dalios Bridge­water Associates und Ken Griffins Citadel Securities absolvierte und 2018 gemeinsam mit ihrem Studienfreund Tarek Mansour (ebenfalls ein neuer Milliardär) das Prognosemarkt-­Unternehmen Kalshi mitgründete. Das Unternehmen, das Nutzern ermöglicht, auf den Ausgang von Wahlen, Sportereignissen und Popkultur-Events zu wetten, nahm im Dezember 1 Mrd. US-$ bei einer ­Bewertung von 11 Mrd. US-$ auf.

ROGER FEDERER

1,1 Mrd. US-$ • Tennis • Schweiz

Der Maestro, der 20 Grand-Slam-Einzeltitel gewann und in seiner zwei Jahrzehnte langen Karriere 130 Mio. US-$ an Preisgeld auf der ATP-Tour verdiente, arbeitete abseits des Tennisplatzes genauso hart: Federers unerreichtes Spon­sorenportfolio umfasste große Deals mit Marken wie Mercedes und Rolex sowie 2018 eine zehnjährige Vereinbarung über 300 Mio. US-$ mit dem Bekleidungsunternehmen Uniqlo. Sein größter Gewinn: ein geschätzter Anteil von 3 % am Schweizer Sportbekleidungsunternehmen On, das 2021 an die Börse ging und eine Marktkapitalisierung von 13 Mrd. US-$ aufweist.

MICHELLE XIA

1,1 Mrd. US-$ • Biotech • USA

Nachdem Xia ein Dutzend Jahre bei US-Pharmaunternehmen wie Celera Genomics oder Bayer gearbeitet und die US-Staatsbürgerschaft erhalten hatte, gründete sie 2012 in ihrer Heimat China ihr eigenes Biotech-Unternehmen und nannte es Akeso – nach der griechischen Göttin der Heilung. Eine erfolg­reiche Studie mit dem Krebsmedikament ihres Unternehmens ließ die Aktie im vergangenen Sommer stark steigen und machte die Geschäftsführerin zur Milliardärin.

GREG ABEL

1 Mrd. US-$ • Berkshire Hathaway • Kanada

Niemand hat größere Fußstapfen zu füllen als Abel, der Anfang des Jahres Warren Buffett als CEO von Berkshire Hathaway ablöste. Seine Aufgabe ist es, an Buffetts 60-jährige Erfolgsserie mit einem jähr­lichen Zuwachs von 20 % auf Zinseszinsbasis bei dem Mischkonzern anzuknüpfen. Abel, ein in Kanada geborener ehemaliger Buchhalter, der in Iowa lebt, besitzt weniger als 0,02 % der Berkshire-Aktien – im Wert von 190 Mio. US-$ –, erzielte jedoch vor Steuern 870 Mio. US-$, als er 2022 seinen 1-%-Anteil an Berkshire Hathaway Energy, dessen CEO er von 2008 bis 2018 war, an Berkshire verkaufte.

Text: Kirk Ogunrinde
Foto: KI generiert

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