Mit dem FORBES-NEWSLETTER bekommen Sie regelmässig die spannendsten Artikel sowie Eventankündigungen direkt in Ihr E-mail-Postfach geliefert.
Über 20 Jahre nach der Gründung von Snipes startet Gründer Sven Voth sein nächstes neues Projekt. Zehn Stores von Higgins, seiner neuen Retail-Marke, öffneten am 28. August ihre Türen. Forbes war bei der Pre-Opening-Party dabei.
„Wenn Sven Voth eine Party schmeißt, schmeißt er eine große Party“, sagte einer der Gäste beim Pre-Opening von Higgins. Der Diskonter ist das neue Projekt des Snipes-Gründers. Keine zwei Jahre nach seinem Ausstieg bei Snipes startet Voth nun mit zehn Higgins-Stores in ganz Österreich. Die Zielgruppe soll breiter sein, die Preise niedriger, das Marketing neu – bis auf die Party natürlich.
Aus den Lautsprechern tönt Musik aus den 1980er- und 9er-Jahren. Markenbotschafter wie UFC-Champion Aleksandar Rakic oder Motorrad-Influencer Swifty sind vor Ort. Und Mr Higgins, dem Maskottchen der Marke. Der Fuchs, gekleidet einem grünen Higgins-Hoodie und -Sweatpants, soll eine ganz eigene Persona sein, erklärt Higgins-CMO Ismail Boulaghmal. „Wir entwickeln den Charakter Mr. Higgins, der den Charakter des Ladens abbildet“, sagt dieser. Das Maskottchen hat eigene Social-Media-Kanäle und veröffentlicht eigene Musik.
Voth setzt mit dem neuen Retailer auf das Einstiegspreis-Segment. „Es geht um andere Margen und andere Kunden (als bei Snipes; Anm.)“, sagt der Gründer. Die Zielgruppe sei breiter: Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollen bei Higgins einkaufen können. Im Geschäft finden sich Marken wie Hummel, Bruno Banani, Crocs oder Puma. Auch die Standorte der Filialen reflektieren die neue Zielgruppe. „Wir haben darauf geachtet, dass unsere Kunden kostenlos parken können. Und wir wollen, dass unsere Community ein ‚Daily Habit‘ entwickelt, dass also unsere Kunden gerne auf einen Sprung bei Higgins vorbeikommen“, so Voth.
Higgins verzichtet auf einen Online-Shop. Der Austausch mit der Community sei wichtiger als die Vorteile, die ein Online-Shop bringen würde, so Voth. Auch erlaube es der Marke, ein „Shopping-Erlebnis“ zu kreieren. Voth: „Wir sind der Meinung, dass wir im direkten Kontakt mit dem Kunden besser aufgehoben sind.“
Back to School, die Herbstferien, Black Friday und das Weihnachtsgeschäft – „Alle großen Retail-Moments stehen direkt vor uns“, sagt Voth. Das erste Ziel sei, Feedback einzusammeln. „Am Ende des Jahres wissen wir, was super funktioniert hat und was noch korrigiert werden muss“, so der Gründer. Nächstes Jahr soll in Österreich und nach Slowenien und Kroatien expandiert werden. Ab 2027 möchte Voth nach Deutschland, seinem Heimatland, expandieren. 20 neue Läden sollen im zweiten Halbjahr 2026 aufsperren. „Danach wollen wir beschleunigen“, sagt Voth. Mittelfristig sollen „50, 60 neue Läden im Jahr“ ihre Türen öffnen.
„Ich habe Vieles neu erfunden. Higgins ist viel breiter aufgestellt“, sagt Voth, doch trotz der Unterschiede im Preis und in der Zielgruppe, lassen sich Parallelen zwischen Higgins und Snipes ziehen. Beide Marken setzen auf eine starke Bindung zur Community und lautes Marketing mit Veranstaltungen wie der Pre-Opening-Party. Und: Kunden sollen Items tragen, auf denen prominent „Higgins“ steht, was für die Marke eines Retailers eher ungewöhnlich ist. Ob das mit einer Diskonter-Marke funktioniert, wird sich zeigen. Mit Snipes hat es Voth jedenfalls geschafft.