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Am 28. Mai fand der Forbes Future of Wealth Summit in Wien statt. Im Park Hyatt Vienna kamen 300 Gäste zusammen, um 17 Speaker zu erleben, die über Vermögen, Werte, Technologie und die Zukunft von Vermögen diskutierten. Vom Wiener Künstler Erwin Wurm über Steven N. Garfinkel, einen ehemaligen FBI-Agenten, der den Madoff-Skandal untersuchte, bis hin zu Ex-Pokerspieler Fedor Holz war in diesem Jahr eine breite Perspektive auf das Thema Wohlstand vertreten.
839 Mrd. US-$ – so viel ist der reichste Mensch der Welt, Elon Musk, wert. Das ist mehr als das Nettovermögen der Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin kombiniert, die die Plätze zwei und drei auf der Forbes Billionaires List belegen. Wäre Musk eine Volkswirtschaft, wäre er die 25-größte der Welt. Auch deswegen haben wir unseren „Money Summit“ auf „Future of Wealth“ umbenannt: „Geld“ greift zu kurz für die (wirtschaftlichen) Entwicklungen, die wir in der Welt beobachten. Angefangen von den Kriegen in der Ukraine und im Iran; über die Chancen (und das Chaos), die durch KI entstehen; bis hin zu den größten Finanzverbrechen unserer Zeit haben wir diese Aspekte mit spannenden Gesprächspartnern besprochen.
Den Start in den Tag prägte ein Überraschungsgast: Under 30-Listmaker und Extremsportler Arda Saatçi lief noch vor zwei Wochen 600 Kilometer durch die Wüste, während ihm Millionen Fans von zu Hause aus im Livestream zusahen. Auch wenn er sein Ziel von 96 Stunden um gut 30 Stunden verfehlte, wurde sein Durchhaltevermögen international gefeiert. Auf die Frage, was sich seit dem Lauf für ihn verändert hat, sagt Saatçi: „Ich muss unterscheiden, was sich in meinem Leben verändert hat und was in der Außenwahrnehmung anders ist.“ Die Aufmerksamkeit – von Fans und Marken, die auf eine Kooperation hoffen – habe für den Content Creator ein neues Level erreicht. Aber sein enger Bekanntschaftskreis und seine (Sport-)Routine seien fast unverändert.
Nach der anschließenden Willkommensrede von Forbes-Chefredakteur Klaus Fiala betrat mit Erwin Wurm einer der international bekanntesten österreichischen Gegenwartskünstler die Bühne. Der Schöpfer der One Minute Sculptures, der auch das Artwork für den Future of Wealth Summit gestaltete, machte deutlich, dass man in keiner Branche erfolgreich sein könne, ohne „viel Zeit und Freude zu investieren“. Zum Kunstmarkt äußerte er sich teils kritisch. Gerade in Österreich fehle vielen dafür das Verständnis.
Kunst, Gold oder doch Bitcoin – womit speichern wir in Zukunft unser Vermögen? Gerhard Starsich, Generaldirektor der Münze Österreich, und Daniel Winklhammer, Mitgründer und CEO von 21bitcoin, diskutierten über mögliche Zukunftsszenarien und die Gemeinsamkeiten zwischen Gold und Bitcoin. Dabei waren sich die beiden Panelisten überraschend häufig einig. „Bitcoin ersetzt Gold nicht. Ich sehe es eher als eine Weiterentwicklung davon“, sagte Winklhammer. Und Starsich: „Gold ist ein stabiler Anker – eine gute Anlage für alle, die sich vor allem in der digitalen Welt bewegen.“
Im größten Panel des Vormittags diskutierten Johannes Kopf (Vorstandsvorsitzender des AMS Österreich), Michaela Burgstaller-Stritzinger (Marketing- und Kommunikationschefin von Mercedes-Benz Österreich), und Maximilian Hahnenkamp (Mitgründer von Scavenger AI), wie KI Arbeit und Unternehmen verändert. Kopf verglich die möglichen Auswirkungen von KI mit den Revolutionen, die durch die Dampfmaschine, Elektrizität oder dem Internet ausgelöst wurden. Im Alltag von mittelständischen Unternehmen ist für Hahnenkamp entscheidend, dass man die Mitarbeiter mitnehme, sonst „hat man keine Chance“. Burgstaller-Stritznger hängt sich an: „Entscheidend, dass alle Zugang zu Tools und Weiterbildung haben.“
Für eine Portion „True Crime” sorgte Steven N. Garfinkel, ehemaliger Special Agent des FBI. Er nahm das Publikum mit auf die Spuren des wohl größten Anlagebetrügers der Geschichte: Bernie Madoff. Bei einem guten FBI-Agenten komme es weniger darauf an, dass man am schnellsten rennt oder am besten schießt – entscheidend sei, wie gut das Gespür für Menschen sei.
Das Luxus-Segment muss seit einigen Jahren Resilienz beweisen – und passt sich entsprechend an. Stephan Ballarin, General Manager Central Europe von Hublot, schildert, wie Kundenbetreuer wieder öfter zum Telefon greifen, anstatt „nur“ E-Mails zu schreiben. Außerdem setze die Marke bewusst auf polarisierende Markenbotschafter wie Novak Djokovic oder Usain Bolt. Ballarin: „Es geht nicht mehr nur um Status. Menschen wollen sich mit einem Produkt identifizieren und Marken auch erleben.“
Nach der Mittagspause, die interessierte Gäste auch in der WU Executive Academy Networking Lounge verbrachten, teilten sich die Gäste in drei Masterclasses auf. Steven N. Garfinkel teilte in einer Q&A-Session weitere Einblicke in die Welt von FBI-Agenten und Wirtschaftskrimis. Die WU Executive Academy als Bildungspartner tauchte mit Dekan Sebastian Kortmann und Professor Thomas Grisold tief in die Materie ein. Unter dem Titel „Proof Beats Prompts“ wurde diskutiert, welche Aufgaben mit oder ohne KI gelöst werden sollten und wie KI Geschäftsmodelle verändert.
Christoph Pliessnig, Gründer und CEO der Digital Asset Boutique Teroxx, brachte den Teilnehmern näher, welche Faktoren und Bedingungen noch erfüllt werden müssen, um den Spotify-Moment der Finanzindustrie möglich zu machen. Ein zentraler Baustein: Regulierung. Denn nur so können legale Geschäftsmodelle entstehen, denen Kunden auch in der breiten Masse Vertrauen entgegenbringen.
Monika Rosen, Finanzmarktexpertin und Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft, leitete nach einer Pause den letzten Inhaltsblock mit einem Blick auf die aktuelle Lage an den Börsen ein. Trotz internationaler Krisen und pessimistischer Stimmung erleben die Börsen Höhenflüge. Für Rosen ist das nicht zwangsläufig ein Widerspruch: „Häufig sagen Verbraucher, alles ist furchtbar. Und dann gehen sie einkaufen.“ Deshalb könne man sich nicht immer von Stimmungen lenken lassen.
Fedor Holz gewann als Pokerspieler rund 50 Mio. US-$. Auf der Bühne zog der Unternehmer und Investor Parallelen zwischen dem Pokertisch und der Investmentwelt. In beiden Fällen sei Resilienz und ein kühler Kopf entscheidend. Nach dutzenden Angel-Investment in Start-ups arbeitet Holz nun an einem Fund-of-Funds aus unterschiedlichen Venture-Capital-Vehikeln. Warum er sich trotz des Erfolgs vom Pokertisch verabschiedet hat? „Ich habe über 15.000 Stunden Poker gespielt“, so Holz, da sei es Zeit für ein neues Kapitel geworden.
Lisa-Marie Schiffner, Content Creatorin und Gründerin von LMWY, rückte ein Thema in den Fokus, das sich immer öfter in Diskussionen über Vermögen drängt: die Creator Economy. Influencer produzieren lange nicht mehr „nur“ Content. Sie können Marken hoch fliegen lassen oder bringen ihre eigenen Produkte auf den Markt. In ihrer Anfangszeit gab es dafür wenig Verständnis: „Ich musste mich jahrelang durchsetzen, wurde in der Schule gemobbt.“ Von Viralität in den sozialen Netzwerken hält sie wenig. „Am Ende hast du dann 100.000 Follower, aber niemand interessiert sich für dich.“ Eine kleinere, aber aktive Community sei viel wertvoller – auch im Hinblick auf die Monetarisierung mit Partnern und Sponsoren.
Den Abschluss des inhaltlichen Programms machten Hüseyin Ünal, Gründer von Etsan Supermärkte, und sein Sohn Abdullah Ünal, der in der Unternehmensgruppe aktiv ist. Die Geschichte der Ünal-Familie – die inzwischen über 400 Mitarbeiter beschäftigt und einen Jahresumsatz von 170 Mio. € erzielt – berührte einige im Publikum. Ein Teilnehmer sprach nach dem Panel von einigen „Gänsehaut-Momenten“. Das Meshk Trio bildete mit türkischer Musik den Abschluss.
Im Anschluss hatten die Gäste bei Drinks Zeit, Gedanken Revue passieren zu lassen und das eigene Netzwerk auszubauen. Wir danken allen Besuchern für ihr Kommen und ihr aktives Engagement während der Veranstaltung.
Ein großer Dank gilt unseren Partnern, die uns sowohl in der Vorbereitung als auch vor Ort unterstützt haben: Hublot, Mercedes, Steinway, Terrox, WU Executive Academy und Lobmeyr sowie dem Park Hyatt Vienna für die hervorragende Gastfreundschaft. Ganz besonders möchten wir uns bei unseren Speakern bedanken, die für spannende Inhalte gesorgt haben.
Wir freuen uns auf den Forbes Future of Wealth Summit 2027.
Fotos: Niko Havranek